Polya's brilliante Anleitung zum Lösen mathematischer Probleme vermittelt auch dem Laien ein überaus stimmiges und nützliches Bild vom täglichen Brot des Mathematikers. Gerade indem sie keine unfehlbare Beweismethode liefert, die einfach ohne kreativ nachdenken zu müssen nur abgearbeitet werden muss, sondern den intuitiven Aspekt mathematischen Denkens betont, vermittelt sie viel von der Schönheit eleganter Lösungen. Anders als beispielsweise ein Ingenieur ist der Mathematiker nicht zufrieden, sobald ein bestimmtes Problem irgendwie gelöst ist, sondern meist beginnt hier erst der interessante Teil der Arbeit: Kann die Lösung noch vereinfacht werden oder gar bei der Lösung anderer, verwandter Probleme helfen? Oft werden ganze Zweige der Mathematik geschaffen, um ein bestimmtes Problem wie z.B. die kürzlich bewiesene Fermat'sche Vermutung anzugehen. Polya's Büchlein hat auch ganz konkreten Nutzen: Wer seinen Kindern, Schülern oder Studenten einfache oder schwere Mathematik beibringen will, tut gut daran, sich mit Polya in den Prozess der Lösungsfindung einzufühlen statt fertige Lösungen zu präsentieren. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)