Aus der Amazon.de-Redaktion
An seine Vergangenheit als Mitglied von Take That erinnerte schon beim letzten Album In Your Own Time nicht mehr besonders viel. Mit How The Mighty Fall ist Mark Owen nun eine Platte gelungen, die ihm abseits des Mainstream-Markts ein völlig neues Publikum erschließen könnte. Dass er als Songwriter schon immer über ein besonderes Gespür für geniale Melodien verfügte, ist keine neue Erkenntnis. Aber noch hie hat er dieses Talent so gewinnbringend eingesetzt wie auf diesem Album. Einen guten Teil zu seinem kreativen Höhenflug beigetragen hat sicherlich Produzent Tony Hoffer, der bereits erfolgreich mit Beck, Supergrass, Turin Brakes oder The Thrills zusammenarbeitete, und mit dem Owen in Los Angeles die zehn neuen Songs einspielte. Mitgeholfen haben zudem erfahrene Musiker wie Schlagzeuger Joey Waronker (Ex-R.E.M.) und Roger Manning Jr. (Jellyfish). Gemeinsam haben die Herren zehn makellose Songs eingespielt, gewürzt mit ansteckender Spielfreude ("Makin' Out") und der nötigen Portion Humor ("Waiting For The Girl"). Die Energie, mit der Mark Owen Stücke wie "3:15" oder das melodisch nicht minder reizvolle "Sorry Lately" vorträgt, ist in der Tat beachtlich. Doch auf How The Mighty Fall ist nicht nur aufbrausende Fröhlichkeit gefragt, nicht weniger überzeugend fallen auch leicht melancholische Nummern wie "Hail Mary" aus. Hier zeigt sich noch einmal deutlich, welche Fortschritte Mark Owen als Sänger in den letzten Jahren gemacht hat. Und ein hochemotionales Stück wie das mit wunderbaren Streicher-Klängen veredelte "Stand" muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Vielleicht sollte Robbie Williams mal bei Mark Owen anklopfen und fragen, ob der ihm nicht mal ein paar Songs schreiben könnte, denn dessen hymnischen Pop-Nummern liegen genau auf der gleichen Wellenlänge, die einer der besten Entertainer des 21. Jahrhunderts im Moment verfolgt. --Norbert Schiegl
kulturnews.de
Es ist 1996: Ein dürrer, junger Mann steht bis zur Hüfte im Wasser und jault. Er hat allen Grund dazu, denn gerade hat sich die beispiellos erfolgreiche Boygroup Take That getrennt und das flink zusammengeschusterte Soloalbum des jungen Mannes ist kaum mehr als ein schaler Versuch, den trauernden Fans noch ein bisschen Taschengeld aus dem Kreuz zu leiern. Nach dem halbherzigen ersten Alleingang wird es leise um Mark Owen. Gut so! Denn der schräg-freundliche Britpop des nunmehr dritten Albums verdient den Vergleich mit den Anfängen nicht. Und das ist absolut positiv gemeint. Mit dem Amerikaner Tony Hoffer (Beck, Turin Brakes, The Thrills) hat Owen einen Produzenten gefunden, der Eigenheit herausarbeitet, statt sie plattzubügeln. Stimmlich stärker als je zuvor tingelt er ebenso selbstbewusst wie selbstverständlich zwischen hymnischen Balladen, Retrorock und Honky Tonk hin und her. (kab)
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HOW THE MIGHTY FALL