Der experimentierfreudige Dreier, bestehend aus Trent Reznor, Atticus Ross und Mariqueen Maanding, legt ein Debüt vor, an dem sich die Geister nur scheiden konnten.
Mimimimi..."Das klingt gar nicht wie NIN."
Kann es ja auch nicht, ist ja nicht NIN...
Eröffnet wird How To Destroy Angels mit The Space in Between, ein beunruhigender Opener, der das Album aber schön einleitet und die Richtung anzeigt, wohin die Reise so in etwa gehen wird (das Video zu dem Song verstört wirklich wie Hölle, passt aber perfekt). Das folgende Parasite ist sehr noisy, irgendwie sexy, in feinem industrial-style gehalten, treibend, wummernd, zum immer wieder hören einladend ... es gefällt mir ausnehmend gut, in meinen Ohren das stärkste Stück auf der Platte, auch weil es überhaupt keine Schnörkel braucht, um zu überzeugen.
Wobei Fur-Lined auch nicht schlecht klingt, sehr downbeatlastig, mit schönem earcatchy Sound, aber etwas unauffälliger daherkommt als das famose Parasite. BBB (Big Black Boots) ist das, ich sag mal vorsichtig, schwurbeligste Stück auf dem Album, Mariqueen Maandigs Stimme zeitweise verzerrt, als würde sie aus einer rostigen Blechdose heraus singen...als Stilmittel würde das bei anderen sicher funktionieren, bei ihr tut es das leider nicht, weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. The Believers geht wieder in die Richtung Fun-Lined, es gefällt mir, kann aber ebenfalls nicht an Parasite heranreichen. A Drowning ist dann die schöne, irgendwie schleppend wirkende Schlussballade mit Ohrwurmcharakter.
Man wünschte sich hier und da ein bisschen mehr Druck und Selbstvertrauen. Vieles zieht sich ein wenig, wirkt noch seltsam unausgegoren und leicht angestrengt, ganz so als würden sich die Songs selbst noch nicht so recht über den Weg trauen. Die Band startet mit leicht angezogener Handbremse. Der große Wurf ist es demnach nicht, aber als Debüt eines sich noch irgendwie finden müssenden Ensembles alle mal gelungen und ausbaufähig. Wenn die Drei ihre Songs denn mal richtig galoppieren lassen...