"Die Älteren werden sich erinnern" (Henscheid, passim) -- anno 1996 tönte einem aus allen Lautsprechern der Republik "How Bizarre" entgegen. Erstaunlicherweise wurde einem der Song trotzdem nicht über, auch wenn er sich hartnäckig im Ohr festsetzte. Vielleicht lag das daran, dass Pauly Fuemana, der Sänger von OMC, nicht einfach nur seine sarkastischen Texte daherrotzte, sondern dass diese schnoddrigen verbalen Sperrfeuer mit einem bis dato unerhörten Melodienmix aus Mariachi-Trompeten, Hip Hop und polynesischen Klängen unterlegt waren.
Aber nicht nur der Titelsong von "How Bizarre" hat dem Ohr was zu bieten: "Melodienmix" ist nämlich eigentlich der falsche Ausdruck, genauso wie "Klangteppich" u.ä. Das ist kein Einheitsbrei, den man hier geboten bekommt, sondern zehn deutlich voneinander abgegrenzte Nummern, jede mit ihrem eigenen Charakter und ihren eigenen Ecken und Kanten.
Mal dominieren Blues und Slide-Guitar, mal übermütiger Texmex, mal neckisch trällernde Girlies im Hintergrund, die aber auch mit richtigen Soul losbrettern können; dazwischen immer wieder diese wunderbar spielerischen, federleichten Violinen- und Trompetensolos, und zwischen Hip Hop und Country liegen mitunter nur wenige Takte.
Der ironische Bandname scheint also Programm: OMC ist die Abkürzung für "Otara Millionaires Club", und Otara ist, wie man hört, ein heruntergekommener Vorort der neuseeländischen Hauptstadt Auckland, wo viele Maoris und polynesische Einwanderer mehr schlecht als recht leben.
Jammerschade, dass OMC hernach nichts mehr von sich hören ließen nach diesem vielversprechenden Debutalbum. Die Songs sind witzig bis sarkastisch, die Musik eingängig, ohne je platt oder anspruchslos zu werden. Ganz einfach schöne Töne.