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Produktinformation
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Inzwischen sind die Familienmitglieder in alle salzigen Winde zerstreut und fristen ihr Inseldasein unabhängig voneinander, umbraust von Gleichgültigkeit. Trotzdem plant Esther, die Houwelands zum 80. Geburtstag ihres Mannes wieder zusammenzuführen. Im Zuge der Vorbereitungen treiben verdrängte Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Was seicht begann, weitet sich zur Schicksalswelle...
Berühmt wurde John von Düffel 1998 mit seinem Debütroman Vom Wasser. Seitdem ist er aufs Feuchte abonniert (Wasser und andere Welten, 2002). Bei Houwelandt ist das bis in die Metaphorik spürbar. Der Geschichte tut das keinen Abbruch, im Gegenteil: Denn der Roman hat kaum verwässerte Stellen, sondern ist ein überaus lesenswertes, atmosphärisch dichtes Psychogramm. -- Stefan Kellerer
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Da beginnt mit der ersten Zeile: "Die Insel hatte die Farbe des Sandsteins,"... eine Fabel, deren vielerlei Gestalt und Stockwerke einfach in Ruhe und mit Überlegenheit geschildert werden.
Worum geht es?
Es geht um eine Geschichte, um ein Familiendrama, um eine Familiensaga über drei Generationen, die es in sich hat und die aber doch so unglaublich wieder nicht ist, daß man sie nicht irgendwie verstünde.
Und es geht um Jorge, den pater familiae, der leidet.
Woran er leidet, ist auch wieder sehr verständlich geschildert.
Doch darüber soll hier nicht zuviel gesprochen werden.
Wie genau John von Düffel mitunter betrachtet, von allen Seiten her, nach allen Seiten hin, das ist schon erstaunlich, wenn auch zuweilen erstaunlich banale Alltäglichkeiten eingeflochten sind, die allerdings das Ganze würzen, wie: "...bei größeren Tischgesellschaften und insbesondere offiziellen Anlässen, wo der direkte Weg zur Toilette gleichsam durch Etikette versperrt war," und man mit dem "Schließmuskel zu ringen habe", was sich gleichsam als Rebellion für in Kindheitstagen erlittene Fremdbestimmung nunmehr rächte.
Ja, da kommen auch durchaus wissenschaftlich-medizinische Kenntnisse zum Tragen, wie auch die Beobachtungen beim alternden Jorge und seine schleichende schwere Krankheit sehr genau und erstaunlich mitleidend erzählt werden.
Hier, in diesem Buch wird ein Schwimmer beschrieben, ein Patriarch, ein Familienvater, dessen Art zu leben und zu herrschen wohl ein für allemal der Vergangenheit angehören könnte. Hier werden seine Frau, seine Freunde, seine Kinder und Enkel geschildert und es ist vor allem die Sprache, die langsam und sorgfältig in Szene gesetzt wird, verständnisvoll und mitfühlend, fundiert und genügend wissenschaftlich ausgeformt.
Daß dabei alles doch farbig ist und einige Überraschungen vorkommen, ist gewollt und gut, ebenso die durchgehend sympathisierende und wohlmeinende Betrachtung der einzelnen Personen. Das gibt Mut und dem Gejammere wenig Raum. Durchweg mutig ebenfalls und gegen den Strich der gängigen Meinungsmuster vieler moderner Schriftsteller, Missverständnisse der Generationen vorrangig in den Vordergrund zu rücken(!), ist die Schilderung des Verhältnisses von Sohn und Enkel, die mich sehr berührt hat.
Ein Lesevergnügen, das aber ebenfalls lehrreich sein kann und auch sein wird, so denke ich.
Bitte mehr davon!
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