Nachdem sich mit Dwayne "The Rock" Johnson und Steve Austin zwei Wrestler in verschiedenen Hauptrollen etabliert haben und John Cena ein paar solide Ausflüge ins Filmgeschäft absolviert hat, übernimmt nun "Batista" seinen zweiten Anlauf. Mit Muskeln und Wumme bewaffnet wird er in "House of the Rising Sun" von seinem Chef auf die Suche nach dem Mörder dessen Sohnes geschickt und gerät dabei selbst mehr und mehr ins Visier der Fahndung.
Das Problem bei schauspielenden Wrestlern ist oftmals, dass sie in ihrem Sport bereits eine bestimmte und präzise definierte Rolle spielen. Wenn sie später die Filmszene betreten, passt die neue Rolle nicht immer zur alten im Sport, so dass Erwartungen enttäuscht werden können. Dave Bautista macht in der Rolle des Getriebenen und von allen Seiten unter Druck gesetzten Kleinkriminellen Ray keine alllzu gute Figur. Dass er sich von jemandem wie Dominic Purcell, der zwar in seinen Rollen immer recht schlagkräftig war, aber gefühlte drei Köpfe kleiner und zwei Tonnen leichter ist, verprügeln und knechten lässt, wirkt ebenfalls ziemlich unwahrscheinlich. Überhaupt leidet der Film etwas unter diversen Logiklöchern, es ist oft nicht ganz nachvollziehbar, wieso dieses oder jenes getan wird. Aber gut, mir ist es irgendwie ganz gut gelungen, darüber hinwegzusehen.
Im Gegensatz zu den meisten meiner Vorrezensenten fand ich den Film nämlich ziemlich unterhaltsam. Das mag an den Nebendarstellen liegen, die zum Teil interessante Rollen haben. Amy Smart, die ich bislang überwiegend aus humorvollen Rollen kenne, sticht dabei ebenso positiv hervor, wie der bereits angesprochene Dominic Purcell. Noch eine kurze Bemerkung zu Danny Trejo: Im letzten Jahr kommen ja geradezu unzählige Low-Budget-Produktionen auf den DVD-Markt, in denen er riesig auf dem Cover prankt, aber nur eine kurze Nebenrolle spielt. Vermutlich sollen auf diese Weise die "Machete"-Fans zum zugreifen bewegt werden, die dann ja zum Glück erst zuhause feststellen, welche Gurke sie sich da eingefangen haben. In diesem Film ist seine Rolle auch nicht groß, aber sehr wichtig. Auf die irreführende Bewerbung der Mitarbeit Danny Trejos wurde hier glücklicherweise auch verzichtet. Seine Rolle ist ziemlich cool, wenn man nicht zuviel Screentime erwartet.
Das Bonusmaterial beschränkt sich neben den üblichen Trailern auf ein paar kurze Interviews und ein Making-Of. Alles in allem ein solider B-Movie, für den eine gute Wertung übertrieben wäre, aber eine mittlere gibts von mir. Es fällt mir zugegebenermaßen schwer, konkret die Aspekte zu benennen, die den Film in meinen Augen sehenswert machen, aber in der Flut der Niedrigswertungen möchte ich gerne aufzeigen, dass Interessierte und Genrefans dem Film vielleicht doch etwas abgewinnen könnten.