Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS? Mit dieser Frage, die der kanadische Autor Leung Leuten auf der Straße stellt, beginnt dieser verwirrende Film. Die meisten der Befragten können diese einfache Frage nicht beantworten. Dabei besagt die Theorie, dass der HI-Virus AIDS verursacht. Aber wiederum nicht zwangsläufig. Schlimmer noch: Die Fälle, in den Menschen mit einer AIDS-Diagnose leben müssen, ohne dass bei ihnen der Virus nachgewiesen wurde, sind statistisch nicht zu vernachlässigen.
Und weil das sehr verwirrend ist, machte sich Leung auf den Weg und befragte das Establishment der AIDS-Forschung, Betroffene, Aktivisten der Anti-AIDS-Bewegung und Entscheidungsträger aus UN-Organisationen. Dabei stellte er sich auf einen naiven und zunächst neutralen Standpunkt eines Menschen, der einfach wissen möchte, was AIDS tatsächlich ist. Was er bei seinen Recherchen zu hören bekam, ist manchmal an Zynismus kaum noch zu übertreffen, verdeutlicht die theoretische und praktische Verwirrung aller Beteiligten und nährt den Verdacht, dass hier ein böses Spiel betrieben wird.
AIDS ist keine Krankheit an sich, sondern ein Sammelbegriff für eine allgemeine Immunschwäche, die angeblich vom HI-Virus verursacht wird. Diese Immunschwäche führt dann zu den verschiedensten Ausprägungen von wirklichen Krankheiten. Da die Definition von AIDS immer wieder verändert wurde, kann man den Zahlen der angeblich an AIDS erkrankten Menschen keinen allzu großen Aussagewert mehr beimessen. Erklärungen ehemaliger Verantwortlicher von UN-Organisationen in diesem Film führen zu der Vermutung, dass die Definitionen und Zahlen ständig so manipuliert wurden, um politischen Druck und Angst zu erzeugen, was wiederum dazu führte, dass entsprechend große finanzielle Mittel in Forschung und Behandlung von AIDS flossen.
Der Film zeigt, wie AIDS als Epidemie von der US-Behörde CDC (Center for Disease Control and Prevention) ausgerufen wurde, interviewt den Entdecker des HI-Virus Luc Montagnier (Nobelpreis 2008), befragt Robert Gallo, der den sogenannten ELISA-Antikörpertest für AIDS erfand, aber auch den Retrovirologen Peter Duesberg und den Chemie-Nobelpreisträger Kary Mullis (Entdecker des PCR-Verfahrens zum Nachweis von HI-Viren im menschlichen Körper), die beide AIDS für eine Erfindung halten, sowie viele andere Leute, die mit AIDS in führenden Positionen zu tun hatten.
Aber der Autor macht sich auch auf den Weg nach Südafrika und unterzieht sich dort in einem Zelt in einer Bahnhofshalle einem AIDS-Test, der auch jeden unvoreingenommenen Betrachter nur noch mit dem Kopf schütteln lässt. Schließlich kommt auch die Sprache auf das 1987 zugelassene erste Therapeutikum AZT. Am Beispiel eines kleinen Kindes, bei dem ein US-AIDS-Test positiv ausfiel und dem eine Lebenserwartung von zwei Jahren prophezeit wurde, zeigt Leung, was AZT tatsächlich anrichten kann: Es erzeugt als Nebenwirkung genau die Symptome, aus denen man auf eine AIDS-Diagnose schließt. Damit entsteht die schreckliche Vermutung, dass viele Todesfälle eher auf dieses Medikament als auf die angebliche Krankheit, die es blocken sollte, zurückzuführen sind. Das kleine Mädchen erholte sich übrigens nach dem Absetzen von AZT und war beim Dreh zu diesem Film gerade 19 Jahre geworden.
Wenn selbst der Nobelpreisträger Montagnier meint, dass eine Übertragung des HI-Virus durch Geschlechtsverkehr nicht so einfach ist, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird und dass ein intaktes Immunsystem diesen Virus in Schach hält, dann unterstreicht dies den ungeheuren Verdacht eines zynischen Spiels, den man nach den verschiedenen Aussagen in diesem Film einfach nicht mehr loswird.
Fazit.
Ein bedrückender, verwirrender, aber auch aufklärender und lehrreicher Film, der versucht, der Wahrheit über AIDS auf die Spur zu kommen. Völlig unaufgeregt und sachlich. Ein Film, der zu Recht zahlreiche Preise erhielt.