Vergleichbar ist "The House of flying Daggers" vielleicht mit fernöstlichen Gemälden, bestehend aus einigen wenigen Pinselstrichen, perfekt aneinandergefügt: Viel wichtiger als der Inhalt ist die Form, die Fähigkeit, Dinge minimalistisch genau auf den Punkt zu treffen. Auf dieser Ebene funktioniert auch der Film.
Es ist ein Bilderreigen, der sich über den Zuschauer ergießt. Tragische, stille Bilder, in denen die Schneeflocken, die Farben, die Schwerter und die Schicksale tanzen; das tun sie bemerkenswerterweise fast ohne Geräusch. Ja, der Film ist letztlich ein einziger stummer Tanz, in dem sich die Bilder, Geräusche und Gefühle um eine kleine tragische Liebesgeschichte drehen, inmitten eines großen Kampfes: Ein Mitglied der kaiserlichen Garde soll das Vertrauen einer Rebellin erschleichen, um zur Anführerin der "Flying Daggers" geführt zu werden. Er verliebt sich in sie, und weder sie selbst noch der Kamerad, der ihm, im Hintergrund agierend, zur Seite steht, ist, wer er zu sein scheint. Zu viel sei nicht verraten, der Film hält einige Überraschungen parat.
Es ist die tief in allem verwurzelte, bis zur Perfektion stilisierte asiatische Tragik, die sich in jedem einzelnen sich dunkelgrün im Nebel schüttelnden Bambusholm, in jeder frenetisch wirbelnden Schneeflocke der tragischen Schlussszene verbirgt und die den Film letztlich zu dem macht, was er ist: zu einem kleinen Meisterwerk audiovisueller Kunst. Einer Kunst freilich, die mehr über die Bildsprache als durch Worte erzählt, aber gerade deshalb lohnt es sich, den Film zu sehen; es gibt sehr viel mehr zu entdecken, als sich auf der Oberfläche zeigt. So wie man ja auch vor manchem Gemälde lange sitzen kann, ohne das Gefühl zu verlieren, dass man sich selbst darin irgendwo verliert. Und dass man außerdem gar nicht begreift, woran das nun genau liegt.