Musik ist ja bekanntlich Geschmacksache. Was dem Einen gefällt, gefällt dem Anderen weniger oder überhaupt nicht. Und was der Eine gut findet, findet der Andere weniger gut, oder vielleicht sogar schlecht. Es ALLEN Recht zu machen, ist bekanntlich etwas, das niemand kann. Auch nicht, und vor allem nicht Deep Purple, die aufgrund ihrer vielen Streitigkeiten untereinander, und den daraus resultierenden Line-Up-Wechseln ständig ihre Fans verunsicherten und dadurch regelmäßig mit unterschiedlicher Musik konfrontierten. So auch mit dem Album - The House Of Blue Light - das durchaus an den musikalischen Trend der damaligen Zeit Mitte der Achtziger angepasst wurde, und deshalb sehr viele AOR- und Stadion-Rock-Elemente enthält. Vielen alteingesessenen Fans gefiel diese musikalische Ausrichtung aber überhaupt nicht gut, denn ihnen fehlten die klassischen Rockelemente der Siebzieger Jahre, aber vor allem die energiegeladenen und berühmt-berüchtigten instrumentalen Duelle zwischen Blackmore und Lord.
Ebenfalls bemängelt wurde, dass das Album keinen richtig großen Singlehit abwarf, denn weder - Bad Attitude - noch - Call Of The Wild - konnten sich vielversprechend in den Charts platzieren. So ist - The House Of Blue Light - ähnlich wie seinerzeit - Stormbringer - ein typisches Album "Album", ohne Hit, aber auch ohne große Schwächen, denn es enthält zehn zeitlose und durchweg sehr gute Hard-Rock-Songs, bei denen man jederzeit die markanten Eckpfeiler der Deep-Purple-Musik unverkennbar heraushören kann.
Erwähnenswert wäre in diesem Zusammenhang vielleicht noch, dass das Album - The House Of Blue Light - obwohl es keinen richtigen Singlehit enthält in Deutschland Platz 1 der Album-Charts erreichte, welches Privileg bisher nur den "großen" Alben aus den Siebzigern - In Rock, Fireball, Machine Head - und - Burn - genießen konnten. So bleibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass dieses großartige Album oftmals im Blauen Licht hinter der leicht geöffneten Tür übersehen wird.