Wenn es möglich wäre, mehr als 5 Punkte als Bewertung zu geben, hätte diese CD mindestens einen sechsten verdient, denn was Virgin Steele mit der House of Atreus Act I begonnen hatten, setzen sie auf Act II kompromißlos und voller Inbrunst fort.
Allerdings alles nochmals einen Tick besser als auf dem ersten Teil. Hier wird anspruchsvoller amerikanischer Power Metal der absoluten Extraklasse geboten. David Defeis wird als Sänger immer stimmgewaltiger, denn soviel Gefühl, wie er in die einzelnen Lieder reinlegt, macht ihm so schnell kein Sänger aus dem Metal Bereich nach.
Jeder Metal Fan, der auf epischen, aggressiven und melodiösen Metal steht kann hier bedenkenlos zugreifen.
Abgsehen von den wirklich geilen Songs wird hier nicht nur Qualität sondern auch Quantität geboten. Denn House of Atreus Act II ist eine Doppel-CD mit einer Gesamtspielzeit von über 80 Minuten. Wobei auf der ersten CD eher die schnelleren und aggressiveren Stücke, wie Fire of Ecstasy, The Voice as Weapon und The Wine of Violence vertreten sind. Neben den teilweise instrumentalen Zwischenparts finden sich aber auch die epischen Lieder Wings of Vengeance, A Token of my Hatred und das rockige Summoning of the Powers auf Disc 1. Besonders letzteres Lied hat es auch textlich gesehen absolut in sich, denn die Beschwörungsformeln, die Defeis hier mit absoluter Gänsehautgarantie intoniert, stammen aus keinem anderem Buch als dem sagenumwobenen Necronomicon.
Mystisch aber auch sehr getragen geht es dann auf Disc 2 weiter. Mit Flames of thy Power eröffnen Virgin Steele den Abschluß der House of Atreus Reihe mit einem epischen Midtemposong, dessen genialer Refrain sofort seine zündende Wirkung entfacht. Dann folgt eine der gefühlvollsten Balladen der Band. Arms of Mercury baut einfach eine geile zum Nachdenken animierende Stimmung auf, die einen wirklich zu fesseln vermag. By the Gods könnte dann aus den Federn Manowars stammen. Ein teutonisches Stück, das den Wunsch weckt, das Schwert zu ziehen und in den nächsten Kampf zu reiten.
Nun folgen einige epische und mit klassischen Klängen angehauchte Zwischenparts, die sich musikalisch zu einem Stück verbinden. Bevor mit "When the Legends die" Virgin Steeles genialste Ballade ertönt. Wow, wenn man sich auf die Story in diesem Lied wirklich einlässt, kann es einem passieren, dass man weinend vor der Anlage sitzt und mit dem Protagonisten mitleidet. Nur um sich in dem darauf folgenden Kurzstück Anemone die Tränen zu trocknen, und sich über dessen Erlösung zu freuen.
Nach einem weiteren klassischen Instrumental endet das Meisterwerk Virgin Steeles mit einem fulminaten Song namens Ressurection Day, der mit seiner über zehnminütigen Spielzeit die komplette Bandbreite der Virgin Steelchen Stilistik abdeckt. Episch, melodiös und dennoch druckvoll und rockig.
Damit steht der letzte Song auch mehr als stellvertretend für den Rest des Albums.
By the Gods, liebe Metaller, kauft Euch dieses Album, Ihr werdet es wahrlich nicht bereuen.