Ich gebe es gleich zu: Das ist mein bevorzugter deutscher Restaurant- und Hotelführer. Seine Stärken: Er liest sich nicht so trocken (wie der im roten Einband) und beschreibt die Lokale mit einigen informativen Worten. Aber auch mein Lieblingsführer hat kleine Fehler: In manchen Städten (die ich zufällig kenne) wirkt die Restaurant- und Hotelauswahl etwas willkürlich (weil sie auf einen themenorientierten Aufsatz in der Zeitschrift zurückzuführen ist); und in seinen Bewertungen neigt auch der Feinschmecker zum Konservativen: Manch großer Name wird überbewertet, und die jungen haben nur geringe Chancen. Holger Stromberg ist nicht erst in München zum Spitzenkoch geworden - auch in Castrop-Rauxel hat er schon genauso gut gekocht. Da traute sich aber auch der Feinschmecker nicht zu einer hohen Bewertung. Übrigens sind die Preisangaben weitgehend wertlos, wenn sie sich nicht auf das ganze Menü inklusive Getränke beziehen. Heute wäre es schon angebracht, eine Bemerkung zum Preis-Leistungs-Verhältnis zu machen, wenn viele hochbewertete Restaurant bei den Weinen heute mit dem Faktor 10 kalkulieren.