Ich habe mir dieses Buch aus einer Bücherei ausgeliehen, weil ich damals sehr auf Reiseliteratur stand. Ganz zu Anfang ist zu sagen, dass der literarische Anspruch dieses Buches nicht unbedingt ausschlaggebend sein muss, weil Cock vor allem bestimmte Zustände beschreiben wollte, dabei aber kein Schriftsteller ist. Was bei diesem Buch wirklich sehr nervt, sind seine langatmigen Beschreibungen verschiedenster Vorkommnisse, die mit dem eigentlichen Anliegen des Buches überhaupt nichts zu tun haben. Manchmal habe ich einfach weitergeblätttert und mich gefragt: "Wann schreibt er mal ein Wort über ein Gefängnis?" Das allein war schon recht grenzwertig, aber was richtig nervt und teilweise auch richtig wütend macht, ist Cocks absolute Unfähigkeit, sachlich zu bleiben: er stellt sämtliche Haftinsassen mehr oder weniger als Unschuldslämmer hin, oder erwähnt ihre Straftaten überhaupt gar nicht. Ein Beispiel: er besucht eine junge Frau, die Drogen geschmuggelt hat, indem sie diese in Fingerlinge verpackt verschluckte. Während eins Fluges platzte einer dieser Fingerlinge auf, das Flugzeug musste notlanden, die Frau operiert werden und dann kam sie - logischerweise - ins Gefängnis. Cock schreibt dazu, dass das arme arme Mädel nicht mal Zeit hatte, sich auf diese neue Situation einzustellen. Hallo?? Auch wenn er in Afrika über Mörder berichtet, die sich nur einmal in der Woche waschen können/dürfen, sehe ich persönlich nicht, was daran schlimm sein soll. Also alles in allem: eine interessante Geschichte, aber auf diese Art und Weise erzählt leider völlig sinnlos.