...bietet diese Straßenfeger-Box Nr. 24 dem interessierten Zuschauer an.
Inhalt:
Hotel Royal (ZDF-Erstsendung: 14.12.1969, Laufzeit: 90 min.)
Einbruch, Mord und fette Beute: Am Genfer See im Hotel Royal trifft sich alljährlich die internationale High Society. Zu den noblen Gästen zählen millionenschwere Maharanis, mondäne Salonschlangen, skurrile Millionäre und elegante Nichtstuer. Aber auch weniger sympathische Zeitgenossen, die es auf schwere Klunker abgesehen haben, gesellen sich in diesem Jahr hinzu.
Was zunächst wie ein normaler Diebstahl wirkt, ist jedoch plötzlich Mord.
Der Juwelendieb liegt tot auf dem hoteleigenen Golfplatz. Nichts ist gegen Ende so wie es anfangs schien: niemand ist wer er vorgab zu sein...
In einer der ersten Farbproduktionen die durch die Neue Münchner Fernsehproduktion unter der Gesamtleitung Helmut Ringelmanns für das ZDF hergestellt wurde, sind zahlreiche prominente Darsteller der damaligen Zeit zu sehen, die durch Regisseur Wolfgang Becker hervorragend in Szene gesetzt wurden.
Dazu gehören u.a. Joachim Fuchsberger, Nadja Tiller, Paul Hubschmid, Karin Hübner, Hanns Ernst Jäger, Lil Dagover, Anthony Steel, Anne-Marie Blanc, Friedrich Joloff, Pinkas Braun, Robert Meyn, Heidi Abel, Michael Meien, Jan Hendriks und Herbert Bötticher.
Viele von ihnen waren auch zwischen 1959 und 1971 in der berühmten Edgar Wallace-Kinofilmreihe der RIALTO-FILM zu sehen, oder wirkten später in diversen Gastauftritten in den TV-Krimireihen "Der Kommissar" und "Derrick" mit.
Der Vorgang (ZDF-Erstsendung: 07.03.1973, Laufzeit: 116 min.)
Akuter Verfolgungswahn plagt Dr. Viktor Brandner (Horst Frank), den Chef eines Chemiekonzerns - und lässt ihn nicht mehr los. Als der Druck in seinem Innern immer größer wird und er schließlich glaubt, man wolle ihn ermorden, sucht er seinen ehemaligen Mitschüler Klöss (Klaus Schwarzkopf) auf, von dem er weiß, dass er heute als Psychiater arbeitet. Doch anstatt sich besser zu fühlen, empfindet Brandner seine Todesangst von Sitzung zu Sitzung heftiger. Ist es nur Einbildung?
Oder trachtet man ihm tatsächlich nach dem Leben? Was hat sein Psychiater mit seinem anwachsenden panischen Empfinden zu tun? Kann er ihm überhaupt noch trauen?
In diesem Psychothriller ist ein wirklich brillianter Horst Frank unter der Regie von Fritz Umgelter zu sehen. Er spielt die Charakterrolle des unter Verfolgungswahn leidenten Mannes einfach so gekonnt, wie dass zweifelsfrei kein anderer besser getan hätte. Wer bisher noch nicht gewusst haben sollte, welch großartiger Charakterdarsteller der am 28.05.1929 geborene und am 25.05.1999 kurz vor seinem 70. Geburtstag an den Folgen einer Gehirnblutung verstorbene Horst Bernhard Wilhelm Frank (so sein vollständiger Name) tatsächlich war, der sollte sich diesen Film auf gar keinen Fall entgehen lassen.
In weiteren Rollen sind in dieser Produktion der BAVARIA ATELIER GMBH u.a. Andrea Dahmen, Rolf Becker, Ivan Desny, Kurt Jaggberg, Heinz Weiss, Alexander Hegarth, Sky Dumont und Rolf Schimpf zu sehen.
Man sollte sich, da der Autor und der Regisseur mit sehr vielen Rückblenden gearbeitet haben, wirklich die Zeit für diesen Film nehmen und ihn sehr Aufmerksam, Konzentriert und in Ruhe ansehen, damit man sich am Schluß nach fasst zwei Stunden Spieldauer nicht etwa fragt: Wer war denn nun eigentlich der Mörder?
Genau diese Frage stellten tatsächlich zahlreiche ZDF-Zuschauer nach der Erstsendung, in dem sie zu hauf beim Sender anriefen oder Briefe schrieben.
Die Filmstory wird durchaus spannend und packend erzählt. Daran kann es also eigentlich nicht gelegen haben, dass jemand die Frage nach dem Täter nicht beantworten konnte.
Wer aber trotz aufmerksamen Zusehens am Ende keinen blassen Schimmer den Mörder betreffend haben sollte, dem bleiben Dank dieser DVD zwei Möglichkeiten.
Entweder man sieht sich den Film ein zweites Mal an oder greift gleich auf das hier enthaltene Interview mit Rolf Becker zu. Er erzählt sehr interessant über seinen Werdegang als Schauspieler, die Dreharbeiten zu diesem Film, den Regisseur Fritz Umgelter, seine Zusammenarbeit mit dem unvergessenen Horst Frank und lüftet schließlich auch das Geheimnis, wer denn nun nach Meinung des Autors und des Regisseurs der Mörder sein soll.
Millionen nach Maß (1. Teil) (ZDF-Erstsendung: 27.11.1970, Laufzeit: 85 min.)
Millionen nach Maß (2. Teil) (ZDF-Erstsendung: 28.11.1970, Laufzeit: 89 min.)
Geld fälschen? Wozu? Die Idee der elegant gekleideten Halunken Carlos, Marquis de Cabral (Curd Jürgens), Enrique (Werner Kreindl) und Miguél (Wolfgang Völz) ist viel gewiefter.
Sie haben eine Londoner Druckerei im Visier, die im Auftrag der Regierung Portugals Geld druckt - ganz legal. Als Vizegouverneur von Angola getarnt, der den "unauffälligen" Druck von 300 Millionen Escudos für eine vor Rebellen geheim gehaltenen Aktion veranlassen soll, beginnt Carlos das perfide Spiel. Er spielt seine Rolle perfekt und Sir Charles (Walter Rilla), der die Druckerei führt, durchschaut die Männer nicht. Erst recht durchschaut er nicht das doppelte Spiel der Sekretärin Fay (Ruth-Maria Kubitschek), die sich von den charmanten Gaunern und ihrer glorreichen Idee einfangen lässt.
So kommt es, dass original portugiesisches Geld auf den Originalmaschinen gedruckt wird. Nachdem das Geld nach Portugal geschafft wurde, gründen sie dort eine Bank.
Doch: Leider enthalten die Scheine Nummern, die so offiziell niemals in Auftrag gegeben wurden...
Unter der Regie von Erich Neureuther (im Bonusmaterial dieser DVD ist übrigens ein ausführliches Interview mit ihm vorhanden), sind in dieser Produktion der Televersal Hamburg in weiteren Rollen u.a. Udo Vioff, Wolfram Scherf, Piet Roemer und Alexander Railey zu sehen.
Welch ein großartiger Erzkomödiant der am 13.12.1915 geborene und am 18.06.1982 verstorbene Curd Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgens (so sein vollständiger Name) gewesen ist, konnte er zumindest im Fernsehen vor dieser Rolle als Carlos und auch danach, nie wieder so eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Welch große Wandlungsfähigkeit im Schauspieler Curd Jürgens steckte, zeigt sich u.a. auch daran, dass er sich in diesem Film nach Herzenslust verkleiden und quasi insgesamt sechs völlig verschiedene Charaktere darstellen konnte.
Übrigens: Wer als Zuschauer seinen Gefallen an "Die Gentlemen bitten zur Kasse" gefunden hat, dem wird zweifellos sicher auch dieser zweiteiler zusagen.
Denn mindestens eines haben beide Geschichten gemeinsam. Sie basieren auf Ereignissen die wirklich passiert sind.
Der Original-Coup der in "Millionen nach Maß" erzählt wird, ging 1926 tatsächlich so ähnlich über die Bühne und wurde hier lediglich in die Welt der zu Ende gehenden 1960er Jahre verlegt.
Bildbewertung:
Die beiden Einteiler, der Zweiteiler und das Bonusmaterial sind auf vier DVDs vom Typ 9 in einer Gesamtlaufzeit von 381 Minuten im Bildformat 4:3 vorhanden.
Sehr angenehm überrascht hat mich vor allem die Bildqualität von "Hotel Royal".
Die Farben wirken für eine mittlerweile 41 Jahre alte auf Filmnegativ hergestellte TV-Produktion aus dem Jahr 1969 recht kräftig. Auch sonst macht das Bild auf mich einen wenig beanspruchten Eindruck. Was somit auch insgesamt für den guten Zustand des Originalfilm-Materials sprechen dürfte. In diesem Fall kann man also durchaus ohne Übertreibung von einem Glücksfall für diese DVD-Veröffentlichung sprechen.
Im Fall von "Der Vorgang" wirkt das Farbbild dieser vier Jahre jüngeren Produktion aus dem Jahr 1973 leider nicht mehr ganz so Kräftig.
Das Phänomen dass jüngere TV-Produktionen oft, gegenüber denen älteren Datums wesentlich schlechter abschneiden, ist also auch in diesem Fall zu beobachten. Aus meiner Sicht kann ich die Bildqualität deshalb nur noch mit ausreichend zufriedenstellend bewerten.
Der 1970 in schwarz/weiß produzierte zweiteiler "Millionen nach Maß" ist für mich irgendwo der absolute Negativpunkt, aber nur was die Bildqualität betrifft. Offenbar hat sich im ZDF-Archiv keine bessere Kopie dieser Produktion finden lassen.
Anders ist es einfach nicht zu erklären, weshalb einzelne Szenen in einem derart schlechten Zustand wiedergegeben werden.
In beiden Teilen befinden sich solche Szenen, die stellenweise so wirken, als hätte es selbst in geschlossenen Räumen kleine Teertröpchen geregnet.
Ein wesentlicher Grund für die stellenweise schlechte Bildqualität, könnte darin bestehen, dass das Original S/W-Filmmaterial schon vor einigen Jahren in diesem unzureichenden Zustand auf MAZ-Videoband umgespielt wurde, um "Millionen nach Maß" vor dem weiteren Verfall zu schützen.
Dabei wurden alle bildtechnischen Unzulänglichkeiten unbearbeitet übernommen, die auch mit der besten digitalen Bildrekonstruktion heute nicht mehr zu beseitigen sind, weil wohl die Original-Negative nicht mehr zur Verfügung stehen.
Tonbewertung:
Der Ton der beiden Einteiler und des Zweiteilers wurde im Format Dolby Digital 2.0 Mono übernommen und so unverändert auf die vorhandenen vier DVDs aufgespielt.
Im Gegensatz zum unterschiedlichen Zustand der Bildqualität, waren beim Ton keine wesentlichen Unzulänglichkeiten feststellbar.
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