Ein guter Roman ist immer eine eigene Welt. Und in dieser gärt es gewaltig. Nicht nur dass sie bevölkert ist, von den genretypischen Durchgeknallten, Coolschwätzern und Halbweltlern, die alle ihren eigenen Film fahren zumeist bis zum Filmriß. Und, was den Protagonisten angeht, zumeist grandios an die Wand. Alexander Wall fängt mit Vollgas an, cruised dann gemütlich durch Kiez und Gastro-Szene und entwickelt zum Finale ein erzählerisches Tempo, dass einem geradezu schwindelig wird und sich das Herz zusammenkrampft.
Die Oberfläche dieses Roman-Planeten ist cool, abgeklärt, manchmal auch verkrustet. Es wird ausgiebig in Banalitäten gebadet. Doch immer wieder explodiert plötzlich ein Satz, dringt tief unter die Oberfläche und legt einen brodelnden Kern frei. Der persönliche und gesellschaftliche Wahnsinn wird kurz fühlbar und zum Glück nicht intellektualisiert, sondern gleich wieder verdrängt. Das hinterlässt umso tiefere Spuren...
Was man da liest, ist Popliteratur. Allerdings. Alles ist gut lesbar, cool. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das Genre damit gesprengt ist. Manch ein Satz ging einfach zu tief.