Ein amüsantes Büchlein, in dem Frau Hammerl in der ihr ganz speziellen eigenen Art (ich habe schon vor 40 Jahren, als sie noch Kulumnistin bei der österreichischen Tageszeitug Kurier war, ihre Artikel genossen) schildert, daß Frauen - in diesem Fall Mütter - eigentlich nur immer alles falsch machen können; und es gibt keine Chance, keinen Ausweg, kein Entkommen. Diese eigentliche deprimierende Erkenntnis ergibt sich aus einer loser Folge von Dialogen, in denen die Gesprächspartner (Mann/Frau, Sohn bzw. Tochter/Mutter, und besonders köstlich: Elternpaar/Psychologin!) herrlich aneinander vorbeireden - wobei es in den meisten Fällen (wie im richtigen Leben!) sehr wohl die Mutter ist, die die stichhaltigeren Argumente hat. Wahrscheinlich niemand, der sich in solchen Situationen nicht wiederfinden kann - wer kennt sie nicht, diese familiären Diskussionen, die zum Haareraufen sind! Und genau dieser Wiedererkennungseffekt ist es, der das besondere Lesevergnügen dieses Buches ausmacht. Ich erinnere mich mit Vergnügen an Frau Hammerl als begnadete Journalistin, die sehr gerne und sehr treffend in erster Linie Frauenthemen publiziert hat und außerdem immer eine Meisterin der amüsanten Formulierung war und darin, Dinge auf den Punkt zu bringen. Auch wenn sie auch nicht immer davor gefeit ist, eine Spur zu stark zu überspitzen - egal, man verzeiht es ihr, dient es doch zum noch besseren, noch eindeutigeren Verständnis. Und die Moral von der Geschicht? Mütter bleiben immer Mütter, obwohl sie es - eigentlich! - gar nicht wollen, aber andererseits sich auch gar nicht so sicher sind, ob sie es nicht doch wollen. Und Kinder wiederum zeichnen sich je nach Entwicklungstadium durch ihren naturgegebenen Egoismus aus - na ja, dann viel Vergnügen auf der Reise zum "Zusammenfinden"!