oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 1,35 eintauschen?
Hotel Iris
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Hotel Iris [Gebundene Ausgabe]

Yoko Ogawa , Ursula Gräfe , Kimiko Nakayama-Ziegler
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 18,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Ich hatte geahnt, dass der Mann mich auf diese Weise zum Bleiben zwingen würde".
Mari ist 17, führt gemeinsam mit ihrer Mutter ein Hotel in einem kleinen Badeort. Jenen Mann, von dem sie spricht, lernt sie im Hotel kennen. In einem heftig eskalierenden Streit wirft eine Prostituierte ihm perverse sexuelle Neigungen vor. Der Mann, Übersetzer, hat "seine besten Jahre bereits hinter sich", "seine Hände... voller Altersflecken... Es ging etwas Verführerisches von ihnen aus." Mari folgt dem alten Mann.

Es ist ein ganz ungewöhnliches Buch, dessen äußeres Erscheinungsbild in so krassem Widerspruch zu seinem inneren Wirken steht: Kleinformatig ist es, 200 Seiten, kurze Kapitel auffällig knappe Sätze, klare, unmissverständliche Aussagen, die manchmal geradezu wie unscheinbare Perlen hintereinander aufgereiht wirken. Ein Buch, das mit zwei fest umrissenen unspektakulären Schauplätzen auskommt: das Hotel und das Haus des Übersetzers auf einer kleinen, einsamen Insel, die "wie ein lauschend an das Meer gelegtes Ohr" wirkt.

Der Inhalt des Buches jedoch spricht so viele Sprachen, zieht in seiner sich erst langsam erschließenden Vielschichtigkeit in einen mächtigen Sog und hallt lange nach. Die Begegnung der 17-Jährigen mit jenem alten Mann, ihre Briefe, Gespräche und ihre außergewöhnliche Liebesbeziehung: All das ergibt zutiefst berührende Psychogramme zweier Menschen, die allein sind, jeder auf seine eigene Art. Der alte Mann, der Frauen kauft, um sich zu vergewissern, dass "es mich noch gibt" und das junge, erstmals heftig verliebte Mädchen, das sich "weit auf das Meer hinausgewagt" hat, "dorthin, wo meine Mutter mich nicht finden konnte". Ein dramatischer Start in ein junges Leben.

Unendlich sensibel dringt Yoko Ogawa in die Psyche Maris ein, legt zugleich ohne Tabus auch das gescheiterte Leben und die Angst eines alten Mannes mit so viel Geschick frei, dass auch an den freizügigsten Stellen nie Grenzen überschritten werden. --Barbara Wegmann

Die Zeit, 18.07.2002

"Yôko Ogawa erzählt mit einer Kunstlosigkeit, deren Kunst verblüffend ist." (Peter Urban-Halle)

Berliner Zeitung, 15.12.2001

"Wortkarg zart und unprätentiös banal entspinnt sich die Beziehung zwischen dem alten Mann und dem Mädchen. Er streicht ihr übers Haar und sie wundert sich, dass es sich danach genauso anfühlt wie zuvor. Doch dabei bleibt es glücklicherweise nicht lange. Unversehens kippt die Unschuld der romantischen, heimlichen Rendezvous in eine sexuelle Obsession. Nicht dass der Lustgreis sich tatsächlich als perverses Schwein entpuppt, ist daran "fesselnd", sondern die lustvolle Hingabe des Objektes, das seine Unterwerfung als initiatorisches Ritual der Liebe genießt. "Er erniedrigte mich mit Anmut." Man möchte mitwürgen, wenn Marie die welke Nacktheit der Bauchfalten und den Schweiß der Achselhöhlen ihres Herrn auskostet oder ihm "nur mit dem Mund!" die Socken ausziehen darf. Und lechzt mit ihr nach weiteren gewaltsamen Zuwendungen: "Er trat mich in den Rücken."

WDR 2 Buchtipp, 02.11.2001

"Es ist ein seltsam fremdes, dabei aber faszinierendes Buch, das mit Ekel und Lust spielt und sich liest wie ein zur Literatur gewordenes Bild des umstrittenen japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki." (Gert Scobel)

Buchkultur (Wien), Feb/März 2002

"Wiewohl der Roman scheinbar vordergründig Obsessionen thematisiert, erzählt die japanische Autorin eine überaus subtile Geschichte. Man riecht den Strand und den Mief des schäbigen Hotels, die Hitze eines Sommers mit den toten Fischen am Strand und diese einsame Insel. Yôko Ogawa gelingt es, eine Flut von Bildern zu erwecken, beim Lesen eine Film ablaufen zu lassen. Grandios die Schilderung, wie Mari und der Mann sich dem Vergnügen eines Jahrmarkts hingeben."

Nürnberger Nachrichten, 12.11.2001

"Die in Japan gefeierte Autorin schildert in ihrem ersten ins Deutsche übersetzten Roman die abartige Beziehung (eines alten Mannes und des jungen Mädchens Mari) aus Sicht Maris. Und sie tut es auf eine Art, behutsam und präzise zugleich, dass man über alle Abgründe der Perversion hinweg beginnt, dieses junge, geschundene Gemüt nicht nur zu bedauern, sondern in seinen – bedingt durch das trostlose Elternhaus – gestörten Empfindungsmustern zu verstehen. Die Übersetzung bietet eine wunderbar klare Sprache, die manches umso krasser erscheinen lässt. Ein betörend-verstörender Roman."

Kurzbeschreibung

Die siebzehnjährige Mari führt zusammen mit ihrer Mutter ein bescheidenes Hotel in einem Badeort an der Küste. Eines Abends wird sie Zeuge eines heftigen Streits zwischen zwei Gästen, einem älteren Herrn und einer Prostituierten. Mari ist tief beeindruckt von der Würde und der Eleganz des Mannes, dem seine Begleiterin abartige sexuelle Neigungen vorhält. Als sie den Mann einige Tage später in der Stadt wiedersieht, macht sie seine Bekanntschaft und folgt ihm auf eine unbewohnte Insel, auf der er zurückgezogen lebt. Seit Jahren arbeitet er dort an der Übersetzung eines russischen Romans, dessen Heldin ein gewaltsames Ende findet, genau wie seine eigene Frau Jahre zuvor.

Der Verlag über das Buch

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler.

Über den Autor

Yôko Ogawa, 1962 in Okayama geboren, lebt mit ihrer Familie in Kurashiki. Sie ist Autorin mehrerer Romane und zahlreicher Erzählungen und gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der zeitgenössischen japanischen Literatur. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Kaien-Preis und dem renommierten Akutagawa-Preis. Bei Liebeskind erschienen bisher die Romane Hotel Iris und Der Ringfinger sowie der Erzählungsband Schwimmbad im Regen.

Auszug aus Hotel Iris. Roman. von Yoko Ogawa. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war kurz vor Beginn der Sommersaison, als der Mann im Hotel Iris übernachtete. Seit dem Morgen hatte es unablässig geregnet, und gegen Abend wurde der Regen noch stärker. Das Meer war aufgewühlt und grau. Beim Aus- und Eingehen der Gäste wehte die Nässe ins Foyer, so daß der Teppich einen unangenehm feuchten Geruch verströmte. Die umliegenden Geschäfte hatten ihre Leuchtreklamen ausgeschaltet. Nur wenn gelegentlich ein Wagen durch die menschenleeren Straßen fuhr, konnte man die Regentropfen im Licht der Scheinwerfer sehen.
Ich war gerade dabei, die Kasse abzuschließen und das Licht im Foyer auszuschalten, ehe ich mich wie immer um diese Zeit auf mein Zimmer zurückziehen wollte, als plötzlich ein Poltern zu hören war, als ob etwas Schweres zu Boden fiele, gefolgt vom Schrei einer Frau. Es war ein lang anhaltender Schrei. So anhaltend, daß ich mich schon fragte, ob es sich nicht in Wirklichkeit um Gelächter handelte.
Aus Zimmer 202 kam eine Frau gestürzt. Es handelte sich eindeutig um eine Prostituierte. Soviel konnte sogar ich erkennen. Und sie war nicht mehr jung. Ihr Haar hing strähnig und wirr um ihren faltigen Hals, und greller Lippenstift war über die Hälfte ihres Gesichts verschmiert. Durch Schweiß und Tränen war ihr die Wimperntusche in die Augenwinkel gelaufen. An ihrer Bluse fehlten mehrere Knöpfe, so daß ihre linke Brust entblößt war. Ihr Minirock ließ ihre leicht geröteten Oberschenkel unbedeckt, die in mir die Vorstellung erweckten, daß sich bis vor einem Augenblick noch die Hände eines Mannes auf ihrer Haut nach oben getastet hatten.
Als einzige Antwort auf ihr Gezeter wurde aus dem Zimmer ein Kissen geschleudert, das sie mitten ins Gesicht traf, worauf sie noch einmal wütend aufschrie. Der Bezug des Kissens, das nun auf dem Treppenabsatz lag, war mit Lippenstift beschmiert. Durch die Beschwerden der Gäste entstand zusätzlicher Tumult.
Nur Zimmer 202 atmete tiefe Stille.
Von dem Mann, der sich offenbar darin befand, war nichts zu sehen. Er hatte auch noch kein einziges Wort gesagt. Einzig die bösen Blicke der Frau und die aus dem Zimmer geschleuderten Gegenstände belegten seine Existenz. Die Frau kreischte weiter in die schweigende Öffnung hinein. Da geschah es.
»Schweig, Hure!« durchdrang eine Männerstimme den Raum. Alle verstummten. Die Stimme hatte einen vollen, tiefen Klang, bar jeder Gereiztheit oder Wut, und einen überlegenen Tonfall. Wie wenn der erste Ton eines Cellos oder Horns sich aus der Stille erhebt.

Aus dem Japanischen übersetzt von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler.

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de