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Es ist ein ganz ungewöhnliches Buch, dessen äußeres Erscheinungsbild in so krassem Widerspruch zu seinem inneren Wirken steht: Kleinformatig ist es, 200 Seiten, kurze Kapitel auffällig knappe Sätze, klare, unmissverständliche Aussagen, die manchmal geradezu wie unscheinbare Perlen hintereinander aufgereiht wirken. Ein Buch, das mit zwei fest umrissenen unspektakulären Schauplätzen auskommt: das Hotel und das Haus des Übersetzers auf einer kleinen, einsamen Insel, die "wie ein lauschend an das Meer gelegtes Ohr" wirkt.
Der Inhalt des Buches jedoch spricht so viele Sprachen, zieht in seiner sich erst langsam erschließenden Vielschichtigkeit in einen mächtigen Sog und hallt lange nach. Die Begegnung der 17-Jährigen mit jenem alten Mann, ihre Briefe, Gespräche und ihre außergewöhnliche Liebesbeziehung: All das ergibt zutiefst berührende Psychogramme zweier Menschen, die allein sind, jeder auf seine eigene Art. Der alte Mann, der Frauen kauft, um sich zu vergewissern, dass "es mich noch gibt" und das junge, erstmals heftig verliebte Mädchen, das sich "weit auf das Meer hinausgewagt" hat, "dorthin, wo meine Mutter mich nicht finden konnte". Ein dramatischer Start in ein junges Leben.
Unendlich sensibel dringt Yoko Ogawa in die Psyche Maris ein, legt zugleich ohne Tabus auch das gescheiterte Leben und die Angst eines alten Mannes mit so viel Geschick frei, dass auch an den freizügigsten Stellen nie Grenzen überschritten werden. --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Umwerfend,
Rezension bezieht sich auf: Hotel Iris: Roman (Taschenbuch)
Das ist Literatur auf höchstem Niveau: Eine Ich-Erzählerin, der man folgen, mit der man sich verbünden kann und die doch stellenweise rätselhaft bleibt. Ein Buch, das nie langweilig wird, eine hocherotische Geschichte, bei der es unwichtig wird auf welche Details der Leser steht. Eine Crime-Story, die sich zwar aufzwirbelt, aber spannend bleibt und schlichtweg eine Sprache bei der es einem den Atem verschlägt. Klar, einfach, wunderbar.Unbedingt lesen!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Voller Sinnlichkeit und Poesie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hotel Iris (Gebundene Ausgabe)
Eine Inhaltsangabe verkneife ich mir mal, einiges ist ja bereits unter Amazon zu finden.Die klare, einfache und doch voller Sinnlichkeit und Poesie strotzende Sprache ist ein einziger Lesegenuss. Auch wenn das Buch gleich zwei Tabuthemen beschreibt - Sado-Masochismus und Sexualitaet zwischen Partnern extrem unterschiedlichen Alters - so ist es nie banal, oberflaechlich oder platt, sondern besticht durch tolle Sprache und Beschreibungen, wie man sie nicht oft findet. Wer Kunderas "Leichtigkeit des Seins" liebt, wird auch hier nicht enttaeuscht werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Alter Mann - junges verfallenes Mädchen ist überstrapaziert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hotel Iris (Gebundene Ausgabe)
Seit "Schwimmbad im Regen" schätze ich das erzählerische Können der Yoko Ogawa. Sie schafft es in wenigen Sätzen Atmosphäre zu beschwören. Trotz der höchst unverständlichen Zuneigung der 17-jährigen Mari in "Hotel Iris" bringt Ogawa genau das glänzend zum Leser. Auch Naturschilderungen fetzt die Autorin in drei Sätzen bis zum kräftigen Sturm hin. Großartig.Geheimnisvoll bleibt mir die merkwürdige Altersdifferenz, die nach Nabokovs "Lolita" jahrelang (so weit ich weiß) nicht thematisiert wurde, in den letzten Jahren aber einen unheimlichen Boom hat. Ich erinnere mich an die zahlreichen alter Professor - junge Studentin Affären ( J. M. Coetzee: "Disgrace", Philip Roth: "The Human Stain", Zeruya Shalev: "Liebesleben", ...). Seltsam ähnlich sind es immer wieder alter, meist noch unsympathischer Mann und junges, bildhübsches, restlos verfallenes Mädchen. (Ich, 61 Jahre, kann's nicht glauben). Nun, diese seltsame Konstellation würde man gelassen hinnehmen, käme hier nicht der satt ausgewälzte S&M Kram hinzu. Wen es juckt oder gefällt, daß eine 17-jährige dem Opa den Anus ausleckt, der mag es lesen oder tun. Ich will darüber nichts lesen. Was das Buch trotz aller Kritik lesenswert macht, sind die dichten Schilderungen der Szenen im Hotel, im Restaurant, auf dem Boot und der schnell zeichnende Stil der Autorin. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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