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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Und wenn sie nicht gestorben ist...,
Von Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Hotel (DVD)
In einem tiefen, dunklen Wald steht ein großes Hotel, in das sich nur wenige Gäste zu verirren scheinen. Das Personal wirkt im hellen Licht mürrisch und bekommt, wenn es dunkel wird, einen hämischen bis boshaften Anstrich. Die Geräusche im nächtlichen Wald sind unheimlich. Verstummen sie, scheint etwas auf der Lauer zu liegen. Die dichten Bäume bergen eine Höhle, in dem die Waldfrau ihr Unwesen treiben soll. Ein Mädchen ist spurlos verschwunden. Das junge, blonde und unschuldige Mädchen Irene nimmt ihren Platz ein. Sie trägt ein Kreuz als Talisman und schläft in einem schneeweißen Nachthemd in einer schäbigen Kammer. Sie ist ganz allein, ihre Eltern sind weit fort, sie ist etwas ängstlich, aber auch tapfer. Durch die Brille des verschwundenen Mädchen sieht sie ihre Umgebung aus einem fremden Blickwinkel. Unberührt geht sie durch die dunklen Gänge des Hotels und wird immer wieder magisch vom Wald angezogen, der sie zu locken scheint. Da lernt sie einen jungen Mann kennen. Sie verliert ihre Unschuld. Ihre Kette mit dem Kreuz gibt sie weg. Jetzt hat sie keinen Schutz mehr und der Wald gewinnt Macht über sie...Mit "Hotel" wird ein uraltes Märchen in moderner, unterkühlter Form erzählt. Wie in allen guten Geschichten, bleibt viel Raum für eigene Phantasie und Kreativität. Das Ende bleibt offen. Vielleicht ist der Wald Irenes Untergang, ihr Verdammnis - vielleicht aber auch die Befreiung aus einem tristen, kleinen Dasein und der Weg in ein spannenderes Leben. Oder es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Der Übergang in eine Welt, in der die Märchenfiguren ihren Zauber und ihre Magie einbüßen und die Erkenntnis reift, dass der Mensch sich nicht vor Hexen und Dämonen fürchten muss, sondern vor so manchen Mitmenschen. Jessica Hausner hat mit diesem Film ein kleines, stilles Meisterwerk geschaffen, das alle Register, vom vagen Unbehagen bis hin zu Angst und Panik, zieht. Mit einer hart an dem Mädchen bleibenden, manchmal sogar attackierenden Kamera und einer surreal wirkenden Umgebung, die wie ein Bann wirkt (aus dem das Mädchen nur ausbrechen kann, wenn es auf den "Prinz" in der Disco trifft), schafft sie es, die rege Phantasie des Betrachters zu entfachen. Denn, alles was uns so ängstigt, entsteht ja nur in unserem Kopf und nicht im Film. Das macht seine Klasse aus. Dieser Film ist das krasse Gegenteil von sogenannten Splatter-Filmen, bei denen man seine Phantasie getrost ins Koma schicken kann. Dass auch gemäßigte Horrorfans enttäuscht sein können, liegt eben daran, dass hier ein einfaches Märchen erzählt wird. So ist, Hotel hin oder her, besonders auch ein Vergleich mit "Shining" wenig hilfreich. Dieser Film überzeugt außerdem durch eine durchweg gute Besetzung und durch eine sehr spezielle subtile Handschrift, die den Österreichern so schnell keiner nachmacht. Kompliment an unsere Nachbarn! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Äußerst spannendes Kunstkino,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hotel (DVD)
Irene nimmt hocherfreut eine Stelle in einem abgelegenen Waldhotel an. Aber schon bald merkt sie, das die Belegschaft nicht gerade herzliche Zeitgenossen sind und sie nicht so richtig warm mit ihnen wird. Zusätzlich kann oder will ihr niemand Auskunft geben weshalb ihre Vorgängerin Eva auf mysteriöse Art und Weise spurlos verschwunden ist. Hat möglicherweise die ominöse Waldfrau, um die sich Legenden und Geschichten ranken, etwas damit zu tun?Durch die mysteriöse Waldfrau denkt man schnell das man in der Nähe von Blair Witch Project gelandet ist. Das einzige was aber davon stehen bleiben kann ist vielleicht das Wort Projekt. Denn mit nichts anderem hat man es bei diesem Kunstfilm zu tun. Die natürliche Herangehensweise an einen Thriller oder an einen Horrorfilm kann man sich getrost sparen da der Film absolut nicht den üblichen Sehgewohnheiten entspricht. Regisseurin Jessica Hausner kreiert hier einen ganz eigenartigen Versuch einen spannungsgeladenen Film zu erzeugen. Durch die äußerst wortkargen und kühl gehaltenen Dialoge kommt beim Zuschauer keine Freude auf weil man sich einfach genauso wenig wohl fühlt wie die Hauptprotagonistin. Durch seltsame Kamerafahrten wird nach dem Unwohlsein ein gewisses Unbehagen auf den Zuschauer losgelassen. Manchmal verharrt die Kamera sekundenlang auch wieder auf völlig harmlosen Gegenständen was innerhalb diese Hotels unheimlich erscheint. Durch die Location, die Sets im allgemeinen und die Beleuchtung geht das Unbehagen in Beklemmung über. Spätestens wenn Irene durch die spärlich beleuchtenden Gänge wandert. Aber im Wald selbst schlägt die Beklemmung dann endgültig in Panik um. So einen seltsamen Film habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Es ist völlig unbegreiflich wie ein Film diesen Spannungspegel erreichen kann obwohl einfach nichts passiert. Es gibt keinerlei Schockeffekte oder ähnliches. Die Handlung ist spärlich, es fließt kein Tropfen Blut aber trotzdem ist er fesselnd. Musik ist selten zu vernehmen und auch ansonsten ist der Film mehr als ruhig. Aber er schleicht sich langsam an das Nervenkostüm und packt zu. Das einzige Manko sind zwei Sequenzen in einer Diskothek die einen ein wenig aus der Beklemmung befreien. Empfehlen kann ich den Film nicht, da er wahrscheinlich auf jeden völlig anders wirkt. Meine Freundin (absolut horrorerprobt) zumindest weigerte sich nach dem Film nach draußen zu gehen. 8 von 10 Punkten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kafkaeske Muse trifft Blair Witch in Twin Peaks...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hotel (DVD)
Während ich diese Zeilen schreibe, grüble ich intensiv nach, wo das "Hotel" cineastisch gelegen sein könnte.Die Nähe zu "Twin Peaks" ist gegeben, wenngleich der für David Lynch typische skurrile Humor fehlt. Teufelsgrotte und Waldfrau würden wiederum gut in den Wald des "Blair Witch Project" passen, obwohl die Wackelkamera fehlt. Die trostlosen Korridore könnten direkt zu "Shining" führen, wobei allerdings ein Irrer vom Format eines Jack Nicholson abgeht. Auch eine Prise Kafka ist zu spüren. Die Charaktere im "Hotel" verhalten sich kalt und abweisend. Das dunkle Geheimnis liegt unheilvoll in der Luft, zu fassen kriegt man's dennoch nicht. Die Empfangsdame Irene (Franziska Weisz) wirkt wie eine verirrte Lichtgestalt, suchend, aber nicht findend. Vieles bleibt offen, z.B. die Frage, was Irene mit ihrer Vorgängerin, der spurlos verschwundenen Eva, verbindet - es scheint sehr viel zu sein. Warum ist Kollegin Petra (Birgit Minichmayr) so erpicht auf die Halskette mit dem Kreuz; was weiß sie über den Wald? Regisseurin Jessica Hausner hat einfach ein hochinteressantes erzählerisches Grundgerüst errichtet, ohne den Anspruch auf letztendliche Antworten zu stellen. Manches bleibt einfach zur freien Interpretation offen. Schlussendlich schlägt Irene alle Warnungen in den Wind (Schlüsselsatz: 'Der Teufel schläft nicht') und sperrt die Tür zum Unbewussten auf, die sich hinter ihr schließt. Es gibt kein Zurück mehr, nur ein Nachvor in den Wald. Liegt der Horror in einem selbst oder kommt die Gefahr von außen? Die Einen werden "Hotel" als psychologischen, die Anderen als parapsychologischen Film begreifen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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