Anfangs war ich skeptisch, der Film beginnt ein wenig träge und es zeichnet sich nicht ab, in welche Richtung die Handlung verläuft. Das Zusammentreffen mit der Arbeitskollegin in der Umkleide ist allerdings schon interessant und hinterlässt eine subtile Spannung.
An dieser Stelle denkt man allerdings, dass der Film ja schon zur Hälfte vorbei ist und von der erwarteten Handlung noch nichts passiert ist. Dann allerdings nimmt der Film eine unerwartete Wendung, als Antonia sich ins Zimmer eines Gastes begibt, der sie nur zufällig entdeckt.
Was darauf folgt, ist eine wundervolle, ästhetische Erotik-Szene mit viel Tiefgang und Gefühl und einer fantastischen musikalischen Untermalung. Ich sträube mich, sie als Sex-Szene zu bezeichnen, obwohl sie genau das ist und man praktisch alles sieht, doch sie verdient diesen harten Ausdruck nicht, dafür ist die Szene zu gefühlvoll, zu sanft.
Die Darsteller sind sehr menschlich, keine überstylten Püppchen, sondern überraschend natürlich, mit Narben, schlechten Tätowierungen und Schwangerschaftsstreifen, doch was in einem expliziten Sexfilm nur stört und von den Regisseuren zu vertuschen versucht wird, wirkt hier absolut authentisch und ehrlich.
Ein schöner, leider viel zu kurzer Film, der Lust auf mehr macht.