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Hotel Bayer. Eine Geschichte aus dem 20. Jahrhundert
 
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Hotel Bayer. Eine Geschichte aus dem 20. Jahrhundert [Gebundene Ausgabe]

Walter Klier


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Aus der Amazon.at-Redaktion

Am gemeinsamen Fluchtpunkt im Nowhere Südamerikas kreuzen sich die Wege von Menschen unterschiedlichster Herkunft. Deutsche, Italiener, Amerikaner, Franzosen steigen im Hotel Bayer ab und in dunkle Machenschaften ein. Hier, im heißen Herzen Boliviens sind die Altnazis und die Altrevolutionäre à la Che Guevara zu Hause. Hier sind auch skrupellose junge Geschäftemacher und rückgratlose Beamte am Werk. Hier sind Kirche und Militärstaat wie alle anderen in den allgegenwärtigen Drogenhandel, dem Kapital des Landes, verwickelt.

Die mehr oder weniger harmlosen Touristen werden von der Gluthitze der Sierra und den lokalen Interessen der Einheimischen überrollt. Aber auch die Vorstellung hier "... zu versacken, verdammt zu dieser Sorte von ereignislosem, schnapsgetränktem, am Ende in einem Rausch und dann in einem Mord auslaufendem Faulkner-, Tschechow- oder McCullers-Leben verdammt, in hohlen Reden, hohlen Leidenschaften versinkend", lässt alle fliehen, die keinen Grund haben, sich zu verstecken.

Der Innsbrucker Autor Walter Klier legt seine Romanfiguren als Typen an, an denen er Eine Geschichte aus dem zwanzigsten Jahrhundert -- so der Untertitel seines neuen Buches -- illustriert. Nationalsozialismus, Kommunismus, Drogen- und Waffenhandel, Kolonialismus, Katholizismus, Dritte-Welt-Billig-Tourismus -- der ganze Spannungsbogen diverser Ideologien und politischer Haltungen findet Raum. Klier stattet deren Repräsentanten mit allen charakterlichen Nuancen aus und führt sie aus verschiedenen Handlungssträngen im Hotel Bayer zusammen. Die literarische Einflechtung realer Personen erhöht die Lebendigkeit des Romans. So etwa verbirgt sich hinter dem Deutschen Altmann niemand anderer als "der Mörder von Lyon", Klaus Barbie. Andere Anspielungen lassen an den in Südamerika lebenden österreichischen Priester Erwin Kräutler denken, dessen Befreiungstheologie Zündstoff in den Armenvierteln ist.

Walter Kliers satirisches Porträt der jüngeren Vergangenheit ist im Vergleich zu seinem letzten Buch Grüne Zeiten stringenter und auch humorvoller gelungen. Und es macht bewusst, dass Geschichte täglich neu geschrieben wird -- von jenen, deren Leidenschaften nicht in hohlen Reden verpuffen. --Beatrice Simonsen

Pressestimmen

Eine abenteuerliche und intelligente Geschichte! (Helmuth Schönauer, Südtiroler Tageszeitung) Ach, es ist eine wunderbar abstruse, genial gebaute, natürlich auch verwirrende Geschichte, die Walter Klier da komponiert hat. (Gabriele Weingartner, Literaturkritik.de) Hotel Bayer ist ein kleines Buch der grossen Täuschungen. Trickreich knotet Walter Klier aus losen Fäden ein Textgewebe zusammen, in dem sich der Leser verstrickt, ohne es zu merken. (Friedhelm Rathjen, ZEIT Literaturbeilage Frankfurter Buchmesse 2003) "Hotel Bayer arbeitet mit den Elementen des Krimis, auch wenn der Roman kein Kriminalroman ist, sondern von den Verstrickungen der Geschichte erzählt, von den Träumen der Revolution, von der Vermischung von Revolution und gewöhnlichem Verbrechen, von alten Nazis, die in Südamerika sitzen und noch immer den Arm zum Hitlergruß strecken, und von jungen Juden, die nicht hassen können, wenn es praktisch wird ... Klier ist hart an der Realität - und schafft neue Perspektiven. Gelassenheit trägt das Buch - und die Beschreibung von Menschen und menschlichen Zuständen, die Beschreibung von Orten und Plätzen. Und Ängsten und schlaflosen Nächten ... Walter Klier ist ein politischer Autor, der die Gesellschaft einfängt. Ein Skeptiker, der die Geschichte nicht akademisch abhandelt, sondern anhand der Menschen erzählt. Komisch, peinlich, schrecklich, naiv, unverbesserlich. Am Ende geht fast alles gut. Das heißt, es bleibt, wie es ist." (Georg Mair, ff) "... Walter Klier breitet mit ruhiger Hand und stilsicher ein komplexes Gewebe vor seinen Leserinnen und Lesern aus, (er) entwirft auf mehreren Zeit- und Handlungsebenen eine Collage, die - in Rätseln und gelehrten Andeutungen, dichten Dialogen und Sätzen, die halb fertig im Raum stehen bleiben - das pralle Leben widerspiegelt. Andererseits erscheint der Text von einem ironisch distanzierten Standpunkt aus geschrieben und am Ende sind fast alle Fragen unbeantwortet. Aber vielleicht muss das so sein bei Geschichten aus dem 20. Jahrhundert." (Tiroler Tageszeitung) "Walter Klier erzählt nach dem Musilschen Theorem, wonach sich Geschichte immer an der Peripherie entwickelt, von der Peripherie der Geschichte. Der Plot ist ein ideologisch gesehen resignativer, alle haben das Überleben geschafft und lassen den letzten Dampf ab in der Abgeschiedenheit, erzähltechnisch gesehen ist das ganze ein ironischer Fächer, der die historische Lage durch heftiges Aufrühren von Geschichten in gleichzeitige Bewegung und Abkühlung zu bringen versucht. Für den Leser gibt es die wunderbare Möglichkeit, Menschen im Hotel und ihre Reise durch wildes Land zu erleben wie in großen Romanen mit entsprechenden Titeln. Nicht nur die individuell ausgeformten Programme, auch ihre Auswirkungen zu verschiedenen Zeiten werden erzählt. So haben alle in einer gelassenen Weise auf ihre Art recht, aber die Zeit tut ihnen jeweils unrecht. Letztlich ist das Hotel Bayer der Buchdeckel unter dem die Suppe der Fiktion köchelt. Eine abenteuerlich intelligente Geschichte!" (Helmuth Schönauer, Tiroler Gegenwartsliteratur) "Des Autors Ambitionen greifen weit, von Tirol über Italien und Frankreich bis ins bolivianische Bergland, von 1945 bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts ... ein Buch wie ein Kuriositätenkabinett, 'mit seinen Stammgästen, diesem Gelichter, diesen Möchtegerngoldgräbern, Ölrittern, Abschaum, Saufköpfen, Angebern, Wracks, Strandgut.' Das Museum des 20. Jahrhunderts. Klier hat nicht vor, uns die Welt zu erklären, und das ist gut so. Sein Buch zerfällt in viele kleine Einzelteile, so wie Geschichte zersplittert und zerschellt und sich nicht mehr fassen lässt. Der Autor zeigt, wie sich verschiedene Biografien berühren und wieder auseinander laufen, wie sich Lebenslügen festsetzen und politische Ziele abschleifen oder auch zuspitzen ... Immer neue Mosaiksteinchen tauchen aus der Geschichte auf, fügen sich zusammen, wie zu einem jener Muster auf den Böden alter Kirchen. Was darunter liegt, wenn man ein kleines Stückchen herausreißt? Wasser und Schlamm, ein bodenloser Sumpf." (Susanne Schaber, Die Presse) "Walter Klier jedenfalls ist es gelungen, ... lebendige Geschichte zu machen: nicht zuletzt durch deren geradezu fugisch zelebrierten und choreografisch brillant in Gang gesetzten Handlungsverlauf. So spannt der Autor zwar einen weiten historischen Bogen: von den letzten Stunden des zweiten Weltkriegs bis in die achtziger Jahre. Seine Abgesandten aus dem 20. Jahrhundert aber setzt er so minutiös und von so vielen Punkten in Europa und Amerika aus in Bewegung, dass die Zeit dazwischen nie zur Schablone erstarrt. Das Finale zumal vollzieht sich rasant und in gewagten Schnitten innerhalb weniger Wochen. Ach, es ist eine wunderbar abstruse, genial gebaute, natürlich auch verwirrende Geschichte, die Walter Klier da komponiert hat. In glühender Hitze führt sie den Leser über Stock und Stein, über staubige Gebirgspfade, heiße Pisten, in Bordelle und Klöster, Sackgassen und barocke Kirchen ... Weil der Autor bis zum Schluss nicht aufhört, sein Kaleidoskop zu schütteln, bekommt der Leser in der Tat erst am Ende ein (annähernd) vollständiges Bild des konspirativen Geschehens. Aber einen Thriller hat er dabei dennoch gelesen, ein höchst unterhaltsames Buch sogar, das man von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen möchte. Gewiss, bisweilen gerät Kliers Geschichte, die ja auch Geschichte, das heißt womöglich lehrreiche Vergangenheit erzählt, in die Nähe zur Parabel, zumal er seine Männer und Frauen sozusagen exemplarisch für bestimmte Handlungs- oder Denkweisen ins literarische Rennen schickt. Ironie und Humor freilich durchdringen seinen vielschichtigen Text bis in die feinsten Verästelungen, bis hin zu feinen Seitenhieben auf die zeitgenössische Weltliteratur. So wirkt das aufklärerische Feuer, mit dem er seine Personen durchleuchtet, nie penetrant. Im Gegenteil. Sogar ein bisschen Wehmut schleicht sich ein bei der Lektüre dieser schrägen Story aus einer obsolet gewordenen Zeit, als man noch so hemmungslos ideologiesüchtig war." (Gabriele Weingartner, www.literaturkritik.de) "Viel Schicksal zwischen zwei Buchdeckeln und auf knapp 160 Seiten, angerissen wird die Geschichte, werden die Geschichten, die Freiräume muss der Leser füllen mit seiner Imagination, mit seiner Kombinationsgabe ..." (Robert Streibel, Die Furche) "Zunächst in Österreich, dann in Italien und Paris, schließlich zum größeren Teil in einem gottverlassenen Nest in Bolivien tummeln sich schräge Typen: ein merkwürdiger Vertreter des Vatikans, emigrierte Alt-Nazis und ihre Kopfjäger, tumbe Touristinnen, Guerilleros und Mafiosi. Die zahlreichen Handlungsstränge werden kunstvoll verschlungen und wieder entknotet, alles bleibt im Ungewissen und der Ausgang offen. Nichtsdestoweniger versteht es Klier, Spannung aufzubauen, satirisch gewürzt und mysteriös vefremdet." (Peter Vodosek, ekz) "Die Geschichte wird doppelt erlebt, einmal als Abenteuergeschichte von Flucht, Tourismus und Recherche, und andererseits als Second-Hand Geschichte voller Zitate und ironischer Anspielungen. Auf den ersten Blick ist das alles ein Abenteuer voller Beliebigkeiten, aber in jedem Ereignis steckt ein Zitat ... Für den Leser gibt's die Möglichkeit, Menschen im Hotel und ihre Reise durch wildes Land zu erleben wie in Romanen mit entsprechenden Titeln." ( Morgenschtean)

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