Phil Collins hat mit dieser Scheibe das musikalisch Sinnvollste seit "Wind and Wuthering" abgeliefert. (Genesis-Fans erinnern sich vielleicht noch). Endlich geht er zurück ans Schlagzeug, dorthin, wo er meiner Meinung nach auch hingehört. Zwar hat er die Arrangements nicht selbst geschrieben, so wird er aber doch maßgebliche Macher der Idee "Phil Collins-Big Band" sein.
Und diese Idee ist einfach grandios. Fetzige, tiefgehende Jazz-Arrangements bekommt man um die Ohren geschlagen, Genesis- und Collins-Klassiker in völlig neuem Gewand. Insbesondere die Collins-Geschichten erhalten so doch noch musikalischen Tiefgang ;-). Aber auch klassische Jazz-Stücke fehlen nicht, so dass sowohl Genesis-, Collins-, und Jazliebhaber abgesprochen sind.
Sehr hervorzuheben sind die Solisten, die zu hören sind. Die Band hat einen 1a Saxophonisten und einen super Trompeter. Der Trompeter hat übrigens auch das Arrangement der "Los Endos-Suite" geschrieben, neben "Pick up the Pieces" das beste Stück der Scheibe (meiner Meinung nach). Wenn eben jener Trompeter zu seinem alles überragenden Solo in der Suite ansetzt, tja, da verschlägt es einem schlicht die Sprache: muss man gehört haben.
Was bleibt also noch zu sagen: Collins ans Schlagzeug ketten und zum Jazz verdammen (ähem). Erfreuen wir uns solcher Lichtblicke (Testify gehört wohl nicht dazu) und hoffen auf mehr solche Big Band-Geschichten vom Phil.