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Über einen Mangel blutrünstiger Horrorfilme muss sich der Genrefan zurzeit wirklich nicht beschweren. Auch in Hollywood hat man wieder erkannt, dass nach Jahren weichgespülter PG-13-Produktionen die Sehgewohnheiten des Publikums wieder ein paar rüde Attacken verkraften können, um sie so richtig zu schocken. Was Rob Zombie mit "House of 1000 Corpses" und "The Devil`s Rejects" vormachte, wird nun von Filmen wie "The Hills Have Eyes" und natürlich "Hostel" standesgemäß fortgesetzt. So ganz ohne teure Stars und kostspielige Effektshows lässt dieser Markt noch länger auf sehr lukrative Abräumer hoffen. "Saw" und "Saw II" haben es mit ihren Minibudgets und den ungemein guten Einspielergebnissen ja auch beispielhaft vorgemacht.
"Hostel" befindet sich also in guter Gesellschaft und schlägt sich wacker gegen seine Verwandtschaft, ist nun aber wirklich kein intelligentes Event, das zeitgenössisch die amerikanische Jugendkultur an den Pranger stellt, sondern einfach nur wild viele Klischees bedient, auch wenn Quentin Tarantino darum bemüht ist, einen Kult um diesen Film zu forcieren, wo eigentlich gar keiner ist. Na ja, Überlegungen den günstig gebuchten Sommerurlaub in Osteuropa abzusagen, wird es hiernach trotzdem geben. Wer will einem das aber auch verübeln?
Denn "Hostel" ist so etwas wie die negierte Hardcore-Version von "Eurotrip", die das Bild, das der amerikanische Durchschnittskinobesucher sich hierdurch vermutlich in einigen Fällen von Europa macht, deutlich negativ prägt. Klischees wohin man sieht, keine Spannung, keine guten Schauspieler, aber Drogen und Sex.
Ficken ist hier ohnehin ganz wichtig, denn aus diesem Grund sind Paxton (Jay Hernandez, "Torque", "Carlito's Way: Rise to Power"), Josh (Derek Richardson, "Dumb and Dumberer: When Harry Met Lloyd", "Reeker") und der Isländer Oli (Eythor Gudjonsson) als Rucksacktouristen nach Amsterdam gereist. Die Nutten sind billig und ansehnlich, die Drogen günstig und erfreulicherweise legal, was kann es Schöneres geben?
Ich wüsste da schon etwas, aber der Horizont der drei ist nun mal etwas eingeschränkt. Ganz ehrlich, so stelle ich mir den durchschnittlichen, jugendlichen Ami auch vor, wenn er Abwechslung von der Spring Break braucht und deswegen mal unsere Kultur schnüffelt. Nennen wir sie die "American Pie" - Erben der mit wenig Hirnmasse ausgestatteten Nachfolgergeneration, deren Gags nicht zünden und deren Meinung über Europa wohl auch die der breiten Bevölkerung Amerikas widerspiegelt, wenn man diversen Umfragen trauen darf.
Bis das Trio dann aber endlich scheibchenweise im slowakischen Folterkeller landet und Gorehounds feucht zwischen den Beinen werden, gilt es aber einen ungeheuer belanglosen Mittelteil zu überbrücken, für den gar kein Drehbuch vorhanden gewesen zu sein scheint. Also geht es wieder ans Ficken, Alkohol trinken und die Bestätigung diverser Vorurteile.
Denn Paxton, Josh und Oli, ohnehin ganz entzückt von der europäischen Enthemmtheit, bekommen von einem Russen schon früh den Geheimtipp gesteckt, es mal in einer Herberge in der Nähe von Bratislava zu probieren, wo ganz besonders geile Schnecken campieren, die schon ganz fickerig darauf sind, in der nächsten Disco einen zu heben, um dann nachts gemeinsam die Lacken zu zerknüllen. Also nichts wie hin, sagen die Jungs sich und ab geht es.
Immerhin der Look bleibt gleich herb, europäisch düster, nennen wir ihn nicht unwirtlich, aber bestimmt abweisend und eben nicht den Vorlagen idyllischer Center-Parks entsprechend. Insofern sammelt Eli Roth schon ein paar atmosphärische Punkte. Die Locations sind eben noch nicht ganz so verbraucht und Osteuropa hat immer noch seinen negativen Ruf weg, das in jeder Diskothek auch gleich zig Drogendealer und Mafiosos abhängen, die dir flugs die Knochen neu richten können, wenn sie denn dazu Lust haben. Diese Zeitgenossen sollen hier allerdings noch die kleineren Probleme sein.
Davon hat das immer noch Schabernack treibende Touristentrio wohl noch nicht viel gehört. Die Jungs lassen sich die Laune jedenfalls selbst von einem eigenartigen Passagier im Zug nicht versauen. Schließlich warten nach der Ankunft schon an der Rezeption wohlgeformte Rundungen und irgendwie sind auch alle sehr zuvorkommend und freundlich. Ergo wird wieder getanzt, gesoffen und gepimpert und zwar bis zum Morgengrauen, weil die lokalen Weiblein das versprochene Bild abgeben. Nur geht am Ende die Rechnung nicht mehr auf. Einer fehlt nach der ersten Tittenschau. Angeblich hat er bereits am Morgen ausgecheckt. Nun, da verrate ich wohl auch nicht zu viel, dem ist nicht so.
Tja, da hat man sich als Zuschauer zusammen mit den Dreien durch diese ermüdende, wiederholende Partymacherei gekämpft und trotzdem juckt das mysteriöse Verschwinden einen herzlich wenig, was auch daran liegen kann, dass der Rest vom Fest sich zu wenig besorgt und zu naiv verhält.
Immerhin macht "Hostel" dann recht schnell Nägel mit Köpfen und schickt auch die anderen beiden in die Folterverliese, nachdem zumindest Paxton schon so langsam zu dämmern beginnt, was hier so vor sich geht. Die Kaugummi erpressenden Kindergartenbanden mit ihren schlagkräftigen Argumenten und die mal wieder ihre Augen schließende Polizei sind ihm nur keine Hilfe, weswegen er sich auf die völlig falsche Person stützt - seine Fickbekanntschaft. Aber wem soll man sich soweit von Zuhause auch anvertrauen?
Ja, das Verhalten der sich alsbald mächtig in der Bredouille befindlichen Jungs glänzt nicht gerade mit nachvollziehbaren Reaktionen, aber dafür gibt es dann endlich das groß durch geschicktes Internetmarketing angekündigte Gekröse im nicht gerade sterilen Folterkeller im großen Stil mit allerlei Instrumenten, die von herkömmlichen Scheren über Kettensägen bis hin zu Bunsenbrennern eine erlesene Auswahl für reiche Typen darstellen, die für viel Knete mal so richtig die Sau rauslassen wollen, indem sie unschuldige, angekettete Touristen foltern: Augapfel raus, Zehen abkneifen, Finger absägen, Achillessehnen durchschneiden und was weiß ich nicht noch alles.
Der heruntergekommene Komplex, wohl ein ehemaliger Schlachthof, liegt abgelegen, die Schreie hört keiner und während in den hübsch unhygienischen Räumlichkeiten ein jeder sein Opfer nach Herzenslust zu Tode foltert, gähnt man als Zuschauer entweder der dreckigen Gewalt, die so sehr nach Selbstzweck schreit, entgegen oder freut sich diebisch über das vermeintlich intensiv gefilmte Horror-Feeling. Mich persönlich hat die reichhaltige Schlachtplatte mit seinen schon recht rabiaten Momenten, allerdings kalt gelassen. Nicht, weil ich so ein superknallharter Horrorfilmgucker der abgehärtetesten Sorte bin (*hüstel*), sondern weil "Hostel" vergessen hat, seine Stereotypen in auch nur einer Szene dem Zuschauer sympathisch vorzustellen und zugänglich zu machen. Angesichts ihres vorangegangenen Treibens fällt es fast schwer da noch Mitleid zu zeigen. Gut, es wird einiges abgetrennt und man möchte auch schon mal weggucken, aber hinlaufen um zu helfen, will man nicht unbedingt.
Und doch bibbert man auf der Flucht mit ihnen. Der rettende Bahnhof ist weit weg und um vom Gelände herunterzukommen wird man trotz Verstümmelung selbst wenig glaubwürdig zum heldenhaften Mörder, aber schließlich hofft man doch noch, dass zumindest einer aus den labyrinthartigen Kellern kommt und sich rächen kann, was er auch postwendend tut, indem er Beteiligte überfährt, Hälse aufschlitzt, Finger abschneidet und Köpfe zerschlagen lässt, seine Peiniger also letztlich mit ihren eigenen Mitteln schlägt, weil die sich praktisch wie zufällig auf seiner Flucht aufreihen, um zu sterben. Erschöpft lässt er sich nachvollbrachter Tat, dem Zuschauer fern wie nie zuvor, in den Zug fallen, um für den zweiten Teil, der bestimmt kommt, gewappnet zu sein. Völlig überzogen und unglaubwürdig zwar, aber wenigstens kurzweilig.
Die Gewaltdarstellung ist die Essenz des Films, denn sonst würde sich kein Mensch "Hostel" ansehen wollen und was gezeigt werden darf, ist schon von sehr schmerzhafter Natur. Der hin und wieder sich zeigende, gar nicht mal so verkehrte schwarze Humor kann ein paar Szenen in ihrer Intensität abmildern, aber insgesamt überwiegt doch ein deutlicher Hang den blutigem Exzess zu frönen. Besonders zum Schluss wird der Ton auch immer rauer, werden Menschenleben auf der Flucht immer nebensächlicher und die ohnehin schwache Spannung leider immer stiefmütterlicher behandelt.
"Hostel" ist sicherlich ein sehr dummer Film, der einzig durch seine menschenverachtenden Foltereinlagen anfixt, der aber sicher etwas Besseres hätte werden können, wenn denn dieser dümmliche Plot nicht auf Klopapier geschrieben worden wäre und sich ein paar Figuren hätten finden lassen, mit denen man als Zuschauer auch etwas anfangen kann.
So wirkt das Szenario aber lieblos auf lediglich ein Ziel spannungs- und überraschungsfrei ohne eine wenigstens ansatzweise sinnvolle Story heruntergekurbelt, indem man sich ein paar typische Kulissen und Standardsituationen ausgesucht und sie mittels eines Alibidrehbuchs gekoppelt hat. Da fehlt der Kick und vor allem die bedrohliche Atmosphäre ab der ersten Szene, die schon mal vorbereitend wirkt und mit den Erwartungen spielt.
Fazit:
Handlungsarmer, belangloser Horrortrip in osteuropäische Folterkeller mit unzähligen Klischees und nervigen Figuren, dafür immerhin zumindest teilweise funktionierendem schwarzen Humor und unverbrauchten Kulissen. Roth ist nur leider nie dazu in der Lage einen spannenden, mitreißenden Thriller zu drehen, sondern baut lediglich auf das skandalöse Potential seiner Goreszenen, die dann in der zweiten Hälfte auch den Schwerpunkt bilden. Ein paar Momente hat "Hostel" ja tatsächlich noch, doch insgesamt überwiegt deutlich das Negative. Die Slowakei, ihre Bewohner und deren Tourismusgeschäft werden sich bei Eli Roth für "Hostel" jedenfalls bestimmt nicht bedanken...
--- André K. (Blade Runner)
"Hostel" befindet sich also in guter Gesellschaft und schlägt sich wacker gegen seine Verwandtschaft, ist nun aber wirklich kein intelligentes Event, das zeitgenössisch die amerikanische Jugendkultur an den Pranger stellt, sondern einfach nur wild viele Klischees bedient, auch wenn Quentin Tarantino darum bemüht ist, einen Kult um diesen Film zu forcieren, wo eigentlich gar keiner ist. Na ja, Überlegungen den günstig gebuchten Sommerurlaub in Osteuropa abzusagen, wird es hiernach trotzdem geben. Wer will einem das aber auch verübeln?
Denn "Hostel" ist so etwas wie die negierte Hardcore-Version von "Eurotrip", die das Bild, das der amerikanische Durchschnittskinobesucher sich hierdurch vermutlich in einigen Fällen von Europa macht, deutlich negativ prägt. Klischees wohin man sieht, keine Spannung, keine guten Schauspieler, aber Drogen und Sex.
Ficken ist hier ohnehin ganz wichtig, denn aus diesem Grund sind Paxton (Jay Hernandez, "Torque", "Carlito's Way: Rise to Power"), Josh (Derek Richardson, "Dumb and Dumberer: When Harry Met Lloyd", "Reeker") und der Isländer Oli (Eythor Gudjonsson) als Rucksacktouristen nach Amsterdam gereist. Die Nutten sind billig und ansehnlich, die Drogen günstig und erfreulicherweise legal, was kann es Schöneres geben?
Ich wüsste da schon etwas, aber der Horizont der drei ist nun mal etwas eingeschränkt. Ganz ehrlich, so stelle ich mir den durchschnittlichen, jugendlichen Ami auch vor, wenn er Abwechslung von der Spring Break braucht und deswegen mal unsere Kultur schnüffelt. Nennen wir sie die "American Pie" - Erben der mit wenig Hirnmasse ausgestatteten Nachfolgergeneration, deren Gags nicht zünden und deren Meinung über Europa wohl auch die der breiten Bevölkerung Amerikas widerspiegelt, wenn man diversen Umfragen trauen darf.
Bis das Trio dann aber endlich scheibchenweise im slowakischen Folterkeller landet und Gorehounds feucht zwischen den Beinen werden, gilt es aber einen ungeheuer belanglosen Mittelteil zu überbrücken, für den gar kein Drehbuch vorhanden gewesen zu sein scheint. Also geht es wieder ans Ficken, Alkohol trinken und die Bestätigung diverser Vorurteile.
Denn Paxton, Josh und Oli, ohnehin ganz entzückt von der europäischen Enthemmtheit, bekommen von einem Russen schon früh den Geheimtipp gesteckt, es mal in einer Herberge in der Nähe von Bratislava zu probieren, wo ganz besonders geile Schnecken campieren, die schon ganz fickerig darauf sind, in der nächsten Disco einen zu heben, um dann nachts gemeinsam die Lacken zu zerknüllen. Also nichts wie hin, sagen die Jungs sich und ab geht es.
Immerhin der Look bleibt gleich herb, europäisch düster, nennen wir ihn nicht unwirtlich, aber bestimmt abweisend und eben nicht den Vorlagen idyllischer Center-Parks entsprechend. Insofern sammelt Eli Roth schon ein paar atmosphärische Punkte. Die Locations sind eben noch nicht ganz so verbraucht und Osteuropa hat immer noch seinen negativen Ruf weg, das in jeder Diskothek auch gleich zig Drogendealer und Mafiosos abhängen, die dir flugs die Knochen neu richten können, wenn sie denn dazu Lust haben. Diese Zeitgenossen sollen hier allerdings noch die kleineren Probleme sein.
Davon hat das immer noch Schabernack treibende Touristentrio wohl noch nicht viel gehört. Die Jungs lassen sich die Laune jedenfalls selbst von einem eigenartigen Passagier im Zug nicht versauen. Schließlich warten nach der Ankunft schon an der Rezeption wohlgeformte Rundungen und irgendwie sind auch alle sehr zuvorkommend und freundlich. Ergo wird wieder getanzt, gesoffen und gepimpert und zwar bis zum Morgengrauen, weil die lokalen Weiblein das versprochene Bild abgeben. Nur geht am Ende die Rechnung nicht mehr auf. Einer fehlt nach der ersten Tittenschau. Angeblich hat er bereits am Morgen ausgecheckt. Nun, da verrate ich wohl auch nicht zu viel, dem ist nicht so.
Tja, da hat man sich als Zuschauer zusammen mit den Dreien durch diese ermüdende, wiederholende Partymacherei gekämpft und trotzdem juckt das mysteriöse Verschwinden einen herzlich wenig, was auch daran liegen kann, dass der Rest vom Fest sich zu wenig besorgt und zu naiv verhält.
Immerhin macht "Hostel" dann recht schnell Nägel mit Köpfen und schickt auch die anderen beiden in die Folterverliese, nachdem zumindest Paxton schon so langsam zu dämmern beginnt, was hier so vor sich geht. Die Kaugummi erpressenden Kindergartenbanden mit ihren schlagkräftigen Argumenten und die mal wieder ihre Augen schließende Polizei sind ihm nur keine Hilfe, weswegen er sich auf die völlig falsche Person stützt - seine Fickbekanntschaft. Aber wem soll man sich soweit von Zuhause auch anvertrauen?
Ja, das Verhalten der sich alsbald mächtig in der Bredouille befindlichen Jungs glänzt nicht gerade mit nachvollziehbaren Reaktionen, aber dafür gibt es dann endlich das groß durch geschicktes Internetmarketing angekündigte Gekröse im nicht gerade sterilen Folterkeller im großen Stil mit allerlei Instrumenten, die von herkömmlichen Scheren über Kettensägen bis hin zu Bunsenbrennern eine erlesene Auswahl für reiche Typen darstellen, die für viel Knete mal so richtig die Sau rauslassen wollen, indem sie unschuldige, angekettete Touristen foltern: Augapfel raus, Zehen abkneifen, Finger absägen, Achillessehnen durchschneiden und was weiß ich nicht noch alles.
Der heruntergekommene Komplex, wohl ein ehemaliger Schlachthof, liegt abgelegen, die Schreie hört keiner und während in den hübsch unhygienischen Räumlichkeiten ein jeder sein Opfer nach Herzenslust zu Tode foltert, gähnt man als Zuschauer entweder der dreckigen Gewalt, die so sehr nach Selbstzweck schreit, entgegen oder freut sich diebisch über das vermeintlich intensiv gefilmte Horror-Feeling. Mich persönlich hat die reichhaltige Schlachtplatte mit seinen schon recht rabiaten Momenten, allerdings kalt gelassen. Nicht, weil ich so ein superknallharter Horrorfilmgucker der abgehärtetesten Sorte bin (*hüstel*), sondern weil "Hostel" vergessen hat, seine Stereotypen in auch nur einer Szene dem Zuschauer sympathisch vorzustellen und zugänglich zu machen. Angesichts ihres vorangegangenen Treibens fällt es fast schwer da noch Mitleid zu zeigen. Gut, es wird einiges abgetrennt und man möchte auch schon mal weggucken, aber hinlaufen um zu helfen, will man nicht unbedingt.
Und doch bibbert man auf der Flucht mit ihnen. Der rettende Bahnhof ist weit weg und um vom Gelände herunterzukommen wird man trotz Verstümmelung selbst wenig glaubwürdig zum heldenhaften Mörder, aber schließlich hofft man doch noch, dass zumindest einer aus den labyrinthartigen Kellern kommt und sich rächen kann, was er auch postwendend tut, indem er Beteiligte überfährt, Hälse aufschlitzt, Finger abschneidet und Köpfe zerschlagen lässt, seine Peiniger also letztlich mit ihren eigenen Mitteln schlägt, weil die sich praktisch wie zufällig auf seiner Flucht aufreihen, um zu sterben. Erschöpft lässt er sich nachvollbrachter Tat, dem Zuschauer fern wie nie zuvor, in den Zug fallen, um für den zweiten Teil, der bestimmt kommt, gewappnet zu sein. Völlig überzogen und unglaubwürdig zwar, aber wenigstens kurzweilig.
Die Gewaltdarstellung ist die Essenz des Films, denn sonst würde sich kein Mensch "Hostel" ansehen wollen und was gezeigt werden darf, ist schon von sehr schmerzhafter Natur. Der hin und wieder sich zeigende, gar nicht mal so verkehrte schwarze Humor kann ein paar Szenen in ihrer Intensität abmildern, aber insgesamt überwiegt doch ein deutlicher Hang den blutigem Exzess zu frönen. Besonders zum Schluss wird der Ton auch immer rauer, werden Menschenleben auf der Flucht immer nebensächlicher und die ohnehin schwache Spannung leider immer stiefmütterlicher behandelt.
"Hostel" ist sicherlich ein sehr dummer Film, der einzig durch seine menschenverachtenden Foltereinlagen anfixt, der aber sicher etwas Besseres hätte werden können, wenn denn dieser dümmliche Plot nicht auf Klopapier geschrieben worden wäre und sich ein paar Figuren hätten finden lassen, mit denen man als Zuschauer auch etwas anfangen kann.
So wirkt das Szenario aber lieblos auf lediglich ein Ziel spannungs- und überraschungsfrei ohne eine wenigstens ansatzweise sinnvolle Story heruntergekurbelt, indem man sich ein paar typische Kulissen und Standardsituationen ausgesucht und sie mittels eines Alibidrehbuchs gekoppelt hat. Da fehlt der Kick und vor allem die bedrohliche Atmosphäre ab der ersten Szene, die schon mal vorbereitend wirkt und mit den Erwartungen spielt.
Fazit:
Handlungsarmer, belangloser Horrortrip in osteuropäische Folterkeller mit unzähligen Klischees und nervigen Figuren, dafür immerhin zumindest teilweise funktionierendem schwarzen Humor und unverbrauchten Kulissen. Roth ist nur leider nie dazu in der Lage einen spannenden, mitreißenden Thriller zu drehen, sondern baut lediglich auf das skandalöse Potential seiner Goreszenen, die dann in der zweiten Hälfte auch den Schwerpunkt bilden. Ein paar Momente hat "Hostel" ja tatsächlich noch, doch insgesamt überwiegt deutlich das Negative. Die Slowakei, ihre Bewohner und deren Tourismusgeschäft werden sich bei Eli Roth für "Hostel" jedenfalls bestimmt nicht bedanken...
--- André K. (Blade Runner)
VideoMarkt
Die beiden reichlich naiven US-Backpacker Paxton und Josh sowie ihr trinkfreudiger isländischer Kumpel Oli bekommen in Amsterdam den Tipp, dass in der fernen Slowakei die Girls besonders willig sind. Wenig später landen sie auch schon in titelgebender Unterkunft. Hier wollen sie sich so richtig austoben, ehe der Ernst des Lebens beginnt. Und tatsächlich, die Bräute vor Ort sind echt scharf. Noch schärfer sind jedoch die Bohrer, die sich bald darauf durch Kinnladen und Oberschenkel fressen.
Video.de
"Quentin Tarantino präsentiert": Mit diesem "Gütesiegel" versehen, weiß der werte Slasher-Fan, was ihn erwartet: Horror der schlimmsten Art. Und tatsächlich, Eli Roths Zelluloid-Alptraum ist Exploitation pur, bestehend aus Blut, Schweiß und Tränen. Im Gegensatz zu seinem beachtlichen Erstling "Cabin Fever" kann er hier jedoch mit besseren Schauspielern, darunter Jay Hernandez ("crazy/beautiful"), und einer solide durchkonstruierten Story aufwarten. Nichts wirklich Neues, für die einschlägige Gemeinde jedoch ein Gusto-Stück.
Blickpunkt: Film
Der Tod ist ein sicheres Geschäft im zweiten Film von 'Cabin Fever'-Regisseur Eli Roth. Auch am Boxoffice konnte der mit dem publikumswirksamen 'Quentin Tarantino Presents'-Qualitätsstempel versehene Schocker absahnen.
Als aus dem Leben gegriffene Inspiration für das gewalttätige Horrorszenario mit beißend gesellschaftskritischem Kommentar diente Roth, der zudem das Drehbuch verfasste, eine thailändische Website, die für 10.000 Dollar willige menschliche Opfer zum Foltern und Töten anbot. Die blutig-brutale Abschlacht-Action wird hier ins osteuropäische Bratislava verlegt, wohin es die drei Rucksacktouristen Paxton (Jay Hernandez), Josh (Derek Richardson) und Oli (Eythor Gudjonsson) auf der Suche nach heißen Miezen und coolen Drogen verschlägt. In ihrer Jugendherberge erweisen sich sexy slawische Schönheiten erst einmal als erstaunlich willig, doch am nächsten Morgen findet sich von Oli keine Spur. Nacheinander wird Pax und Josh sein horrendes Schicksal offenbar, als sie ebenfalls im dunklen Folterkeller einer geheimen Organisation landen und im wahrsten Sinne des Wortes von zahlenden mordlüsternen Sadisten bis aufs Blut drangsaliert werden. Doch einem der Opfer gelingt, es den Spieß umzudrehen, und mit seinen Peinigern in den In-Fight zu gehen.
Roth teilt seine furiose Blutoper in drei klare Akte ein: Zunächst begleitet man die sexlüsternen Protagonisten auf ihrem ausgelassenen Eurotrip durch Amsterdam und per Bahn ins empfohlene Mädchen-Mekka Bratislava. Nachdem dort ihre Fratboy-Fantasien wahr geworden sind, mündet die zunächst schleichende Bedrohung (hervorragend vom Oldschool-Score vorangetrieben) plötzlich in eine blutgefrierende Foltertortur, bei der Bohrer, Zange, Kettensäge und Skalpell nur einen kleinen Teil des Arsenals bilden. Dabei werden die Aufnahmen der eigentlichen Verstümmelungen relativ schmerzlos kurz gehalten. Einige der Grausamkeiten spielen sich auch im Off ab, was sich beim unweigerlichen Director's Cut vermutlich ändern dürfte. Im dritten Abschnitt wird zum rabiaten Racheakt übergangen und nun auch die Plausibilität des Plots in haarsträubende Bahnen gelenkt. Dabei hat man allerdings den Eindruck, dass dieser satirisch anmutende Overkill gewollt ist. Versiert ist Roth auch in der Schaffung erinnernswerter Nebenfiguren, wie der einer biederen Vaterfigur, die zu gleichen Teilen väterlichen Rat und Totschlag austeilt. Oder die einer schönen Frau, deren innere Hässlichkeit sich auf erschreckende Weise offenbart oder eine Gang von Straßenkindern, die für eine Tüte Süßigkeiten zu allem bereit ist. Oder der eines amerikanischen Geschäftsmanns, der sich mordgeil in Rage redet und ein besonders ätzendes Attest für eine abgestumpfte Gesellschaft, die ihre Thrills mit nur noch immer extremeren Mitteln erzielen kann, abgibt. Für Fans klassischen Horrors ist dieser handwerklich gekonnte Genreeintrag ein absolutes Muss! ara.
Als aus dem Leben gegriffene Inspiration für das gewalttätige Horrorszenario mit beißend gesellschaftskritischem Kommentar diente Roth, der zudem das Drehbuch verfasste, eine thailändische Website, die für 10.000 Dollar willige menschliche Opfer zum Foltern und Töten anbot. Die blutig-brutale Abschlacht-Action wird hier ins osteuropäische Bratislava verlegt, wohin es die drei Rucksacktouristen Paxton (Jay Hernandez), Josh (Derek Richardson) und Oli (Eythor Gudjonsson) auf der Suche nach heißen Miezen und coolen Drogen verschlägt. In ihrer Jugendherberge erweisen sich sexy slawische Schönheiten erst einmal als erstaunlich willig, doch am nächsten Morgen findet sich von Oli keine Spur. Nacheinander wird Pax und Josh sein horrendes Schicksal offenbar, als sie ebenfalls im dunklen Folterkeller einer geheimen Organisation landen und im wahrsten Sinne des Wortes von zahlenden mordlüsternen Sadisten bis aufs Blut drangsaliert werden. Doch einem der Opfer gelingt, es den Spieß umzudrehen, und mit seinen Peinigern in den In-Fight zu gehen.
Roth teilt seine furiose Blutoper in drei klare Akte ein: Zunächst begleitet man die sexlüsternen Protagonisten auf ihrem ausgelassenen Eurotrip durch Amsterdam und per Bahn ins empfohlene Mädchen-Mekka Bratislava. Nachdem dort ihre Fratboy-Fantasien wahr geworden sind, mündet die zunächst schleichende Bedrohung (hervorragend vom Oldschool-Score vorangetrieben) plötzlich in eine blutgefrierende Foltertortur, bei der Bohrer, Zange, Kettensäge und Skalpell nur einen kleinen Teil des Arsenals bilden. Dabei werden die Aufnahmen der eigentlichen Verstümmelungen relativ schmerzlos kurz gehalten. Einige der Grausamkeiten spielen sich auch im Off ab, was sich beim unweigerlichen Director's Cut vermutlich ändern dürfte. Im dritten Abschnitt wird zum rabiaten Racheakt übergangen und nun auch die Plausibilität des Plots in haarsträubende Bahnen gelenkt. Dabei hat man allerdings den Eindruck, dass dieser satirisch anmutende Overkill gewollt ist. Versiert ist Roth auch in der Schaffung erinnernswerter Nebenfiguren, wie der einer biederen Vaterfigur, die zu gleichen Teilen väterlichen Rat und Totschlag austeilt. Oder die einer schönen Frau, deren innere Hässlichkeit sich auf erschreckende Weise offenbart oder eine Gang von Straßenkindern, die für eine Tüte Süßigkeiten zu allem bereit ist. Oder der eines amerikanischen Geschäftsmanns, der sich mordgeil in Rage redet und ein besonders ätzendes Attest für eine abgestumpfte Gesellschaft, die ihre Thrills mit nur noch immer extremeren Mitteln erzielen kann, abgibt. Für Fans klassischen Horrors ist dieser handwerklich gekonnte Genreeintrag ein absolutes Muss! ara.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Neuer Horror vom Macher von "Cabin Fever", in dem zwei Amerikaner auf Eurotrip in einer slovakischen Jugendherberge den nackten Terror erleben.
Kurzbeschreibung
Sie suchen das Abenteuer, und sie finden das nackte Grauen. Die beiden abenteuerlustigen College-Freunde Paxton und Josh sind mit dem Rucksack unterwegs durch Europa. Ebenso wie ihr neuer Kumpel, der Isländer Oli, gieren die beiden jungen Amerikaner förmlich nach aufregenden Erlebnissen. Auf ihrem Trip bekommen die drei einen Geheimtipp: Abseits der üblichen Reiserouten soll im tiefsten Ost-Europa ein Nirwana für Backpacker liegen ein Hostel in der Slowakei, in dem atemberaubende und obendrein noch willige Frauen auf sie warten sollen. Und tatsächlich: Die Freunde lernen die beiden Schönheiten Natalya und Svetlana kennen. Paxton, Josh und Oli haben die Zeit ihres Lebens. Doch die währt nur kurz. Zu spät bemerken sie, dass sie in einer tödlichen Falle sitzen. Flucht ist unmöglich die Backpacker stecken bereits mitten in den finstersten Abgründen der menschlichen Natur. Was sie dort erleben, ist so unvorstellbar, dass es alles in den Schatten stellt, was an Grausamkeit und Perversion bislang bekannt war und nur als Mythos galt. Haben sie eine Chance, diesen Alptraum zu überleben...?
Produktbeschreibungen
Sie suchen das Abenteuer, und sie finden das nackte Grauen. Die beiden abenteuerlustigen College-Freunde Paxton (JAY HERNANDEZ) und Josh (DEREK RICHARDSON) sind mit dem Rucksack unterwegs durch Europa. Ebenso wie ihr neuer Kumpel, der Isländer Oli (EYTHOR GUDJONSSON), gieren die beiden jungen Amerikaner förmlich nach aufregenden Erlebnissen. Auf ihrem Trip bekommen die drei einen Geheimtipp: Abseits der üblichen Reiserouten soll im tiefsten Ost-Europa ein Nirwana für Backpacker liegen - ein Hostel in der Slowakei, in dem atemberaubende und obendrein noch willige Frauen auf sie warten sollen. Und tatsächlich: Die Freunde lernen die beiden Schönheiten Natalya (BARBARA NEDELJÁKOVÁ) und Svetlana (JANA KADERABKOVÁ) kennen. Paxton, Josh und Oli haben die Zeit ihres Lebens. Doch die währt nur kurz. Zu spät bemerken sie, dass sie in einer tödlichen Falle sitzen. Flucht ist unmöglich - die Backpacker stecken bereits mitten in den finstersten Abgründen der menschlichen Natur. Was sie dort erleben, ist so unvorstellbar, dass es alles in den Schatten stellt, was an Grausamkeit und Perversion bislang bekannt war und nur als Mythos galt. Haben sie eine Chance, diesen Alptraum zu