Nachdem ich den vorherigen Film des Regisseurs Florent-Emilio Siri, "Das tödliche Wespennest" gesehen hatte und diesen Streifen für einen der genialsten Actionfilme aller Zeiten halte, musste ich natürlich auch diese erste Hollywood-Produktion des Franzosen sehen. "Hostage" ist ein Film, der die üblichen Hollywood-Regeln nicht nur gekonnt umfährt, sondern teilweise offen missachtet. Und das ist die Stärke des Films. Geboten werden düstere, zumeist nachts spielende Szenen, die in ihrer Eindringlichkeit kaum zu übertreffen sind. Nach einem sehr schockierenden Anfang setzt der Film zunächst gemütlich ein und bringt den leidenden, großartig agierenden Bruce Willis sowie das erste Zusammentreffen der drei jugendlichen Verbrecher mit ihren Opfern sehr ruhig und in gelassenen Bildern auf die Leinwand bzw. den Bildschirm. Zunehmend nimmt der Film jedoch an Fahrt auf, die drei Kidnapper dringen in das festungsähnliche Haus der reichen Familie ein und verschanzen sich dort. Eine Polizistin wird getötet und das Haus wird umstellt. Auch wird klar, dass noch eine dritte, bisher unerwähnte Gruppe von Verbrechern ihre Hände im Spiel hat. Von hier an entwickelt sich ein nicht nur für den Hauptakteur Willis verstörender und unheimlich düsterer Alptraum, der in einem nahezu infernalischen Showdown mündet, bei dem alles andere als zimperlich zu Werke gegangen wird. Der Film wird zunehmend härter und am Ende darf dann ordentlich geblutet und gestorben werden. Der Regisseur packt die eigentlich simple, aber dennoch vertrackte Story in wirklich beeindruckende Bilder. Besonders die Flammenhölle im Haus und der Showdown mit der Verbrecherorganisation haben es visuell in sich und liefern dreckige, aber durch und durch stylishe und optisch kreative Bilder. Da verwundert es nicht, dass der Regisseur auch bei zwei der drei PC-Spiele "Tom Clancy´s Splinter Cell" Regie geführt hat. Der Zuschauer bleibt mit pumpendem Herzen und weit aufgerissenen Augen zurück! Ein Film, der es wirklich in sich hat und einen Bruce Willis in Höchstform bietet. Aber auch die anderen Darsteller, allen voran der beängstigend diabolisch wirkende Mars (gespielt von Ben Foster) überzeugen auf ganzer Linie. Fazit: Ein düsterer und gewalttätiger Thriller abseits der üblichen Regeln mit einem tollen Darsteller-Ensemble und einem absolut infernalischen Showdown! Unbedingt ansehen!!