Ich bin ein großer Freund des asiatischen Kinos (Bollywood zählt für mich nicht dazu) - also habe ich diese Blu-ray gleich mal mitgenommen, als es sie in der Angebotsbox für 5 EUR gab; und dazu gibt es dann sogar noch das Debüt des Regisseurs Bong Joon-hos.
THE HOST
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»Ein durch Chemiemüll mutiertes Monster ...« - dieser Einleitungssatz reicht eigentlich schon, um Genre, Verlauf und Ende abschätzen und einschätzen zu können. Mit »The Host« legt Bong Joon-ho einen Film vor, der sich natürlich vom Grundgerüst her stark an anderen Filmen und Klischees anlehnt. Aber dennoch ist der Film nicht einfach eine Kopie, sondern zu einem gewissen Maße sehr eigenständig. Der Film versucht - anders als andere Genrevertreter - nicht, seinen Plot mit allzu großem Augenzwinkern zu betrachten, sondern will vom Grundgerüst her schon ernst sein. Das ist bei einem ausgelutschten Genre natürlich schwer ... umso mehr verwundert es, wie hier mit dem Monster, dem Geheimnisvollen umgegangen wird. Es ist eine Mischung aus albern, ansehnlich und eklig - normalerweise werden solche Wesen aber im Dunkeln gehalten, vielleicht nur ausschnittsweise gezeigt, um sie ein wenig geheimnisvoll und gruselig zu halten. Anders in »The Host«. Hier wird das Wesen in seiner Gänze nicht nur schon im Hauptmenü in all seinen Facetten gezeigt, es läuft auch während des Films heiter im grellen Sonnenlicht umher. Da ist es schwierig, sich vor dem Wesen zu gruseln; in Kombination mit der Story dazu kann man den Film gar nicht ganz ernst nehmen. Das hat sich wohl auch die Abteilung Regie und Drehbuch gedacht, denn: Wenngleich der Plot an sich keine Persiflage erkennen lässt, so sind die Akteure des Films alles andere als ernst. Sehr trottelig, sehr witzig kommen sie daher, teils wirklich liebenswerte Vögel. Aber diese Protagonisten sind es auch, die dem Film etwas für das Genre nahezu Fremdes verleihen: Die Protagonisten sind einem nicht einerlei! Für einen derartigen Film erlangen sie ungeahnte Tiefe.
So bleibt mit »The Host« ein Gruselfilm, der in keiner Weise schlecht, nur eben auch nicht wirklich gruselig ist. Effekte im akzeptablen Bereich werden durch ein Set an sympathischen Handelnden mit Gesicht ausgeglichen.
BARKING DOGS NEVER BITE
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Dass das Debüt des Regisseurs als Dreingabe dabei ist, lässt beinahe den Verdacht aufkommen, es müsse auf diese Weise irgendwelchen Zuschauern untergejubelt werden. Umso überraschter war ich, dass der Film »Barking Dogs Never Bite« der eigentlich bessere und reifere ist. Allerdings wird das wahrscheinlich nicht jeder so sehen, der aufgrund eines Gruselfilms mit einem durch Chemie verseuchten Monster dazu gekommen ist. Wer allerdings wortkarge, langsame und unaufgeregte asiatische Filme à la »Blessing Bell«, »Last Life In The Universe«, »Invisible Waves« oder Filme Kim Ki-Duks (alles nur Beispiele aufgrund ihres eher langsamen, teilweise bizarren Charakters) mag, der sollte hier hellhörig werden.
Der Film spielt in einem großen Apartmentkomplex in Seoul, wo die unterschiedlichsten Menschen aufeinander treffen. So der arbeitslose Uniprofessor, der vom Bellen des (verbotenen) Nachbarhundes dermaßen genervt ist, dass er beschließt, das Tier verschwinden zu lassen. Dazu kommen ein seltsamer Hausmeister und vor allem die schlaksige, liebenswertes Verwaltungsangestellte. Menschen, die alle ihre Probleme und Träume haben, aber nicht einmal einen Fußbreit ins verdiente Rampenlicht bekommen ...
Hunde gibt es übrigens, um ein schönes Klischee bestätigt zu sehen, auch zu essen hier - allerdings nur von seltsamen Antihelden ... ^^
Der Film »Barking Dogs Never Bite« ist wirklich sehr langsam, fast schon wortkarg. Wer dem nichts abgewinnen kann, wird sich übelst langweilen. Wer dagegen derartige Filme mag, wird hier einen wahren Schatz entdecken. Mal hat er mich auf schwärmerisch-sehnsüchtiger Ebene erwischt, dann musste ich aufgrund absolut bizarrer Szenen laut loslachen, dann wieder vergingen zehn Minuten, die mich nicht sonderlich berühren konnten ...
Ein etwas bitterer Nachgeschmack bleibt lediglich aufgrund einiger Szenen mit den Hunden. Im Prolog wird zwar eingeblendet, dass bei den Dreharbeiten kein Hund zu Schaden gekommen sei, aber so ganz konnte ich dem Film das nicht abnehmen. Das ist allerdings kein öffentliches Anprangern, denn ich kenne mich zu wenig mit Effekten und Regie aus, um hier Trick von Fake zu unterscheiden ...
BILD UND TON
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Bild und Ton empfand ich durchgängig als angenehm und dem Anspruch des Films entsprechend ...
FAZIT
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Ein gelungener Gruselfilm, den man als solchen aber nicht ganz ernst nehmen kann, trifft auf einen absoluten, dabei sehr asiatischen Independent-Film, der - wenn mich nicht alles täuscht - hiermit zum ersten Mal in Deutschland erscheint und somit besonders was für Freunde des Genres sein könnte.