'Noch ein Buch über Palliative Care im Altenpflegeheim?' Dies Frage stellen sich die Autoren selbst zu Beginn des Vorworts und beantworten sie ebenfalls eigenständig kurz und knapp mit 'Ja!'.
Diese kurze knappe Antwort klingt zunächst selbstbewusst, ist aber für jeden verständlich, der die palliative Versorgung in Pflegeheimen kennt. Im Gegensatz zu Krankenhäusern und Hospizen fehlt es bislang in den Pflegeheimen oft an professionellen Strukturen und expliziten Konzepten.
Genau an diesem Punkt setzt das Buch an. Beginnend mit einer Bestandsaufnahme zum Thema 'Sterben und Tod' im Gesundheitswesen, in der Ausbildung von Altenpflegekräften und speziell im Pflegeheim wird der Leser am Ende des Buchs angeleitet, wie Palliativversorgung im Pflegeheim systematisch in die pflegerische Versorgung implementiert wird. Hier liegt die besondere Stärke des Buchs. Abgeleitet von den bisherigen empirischen Erfahrungen und theoretischen Ansätzen in der Pflege zeigen die Autoren auf, wie Pflegeheime ganz praktisch eine Hospizkultur in ihren Häusern etablieren können. Hierzu werden dem Leser zum einen Modellprojekte und zahlreiche Praxisbeispiele vorgestellt und zum anderen direkte Arbeitshilfen angeboten, die ihn bei der eigenen Projektentwicklung unterstützen. Es handelt sich dabei jedoch weniger um ein Gesamtmodell, dass nur noch 1 zu 1 kopiert werden muss. Vielmehr fordern die Autoren durch Reflexionsfragen immer wieder auf, die einzelnen Bausteine zu nutzen, um ein individuelles Konzept zu erstellen, welches durch eine eigene Kultur gelebt wird und wächst.
Damit der Leser den 'Erfolg' des eigenen Palliativprojekts prüfen kann, haben die Autoren das Instrument des Palliative Care Mappings (PCM) entwickelt. Mit der Unterstützung aller an der Palliativversorgung Beteiligten dient das Instrument dazu, regelmäßig einen 'Soll-Ist-Abgleich' zu erheben und auf Basis der Ergebnisse die Palliativversorgung fortlaufend zu verbessern.
Fazit: Das Buch bietet einen guten Überblick über die Entwicklung der Palliativkultur und die derzeitige Situation im Gesundheitswesen bzw. in Pflegeheimen. Diese Informationen sind nicht nur für Schüler und Studenten ein guter Einstieg in das Thema, sondern auch für Praktiker, die die Altenpflege stetig weiterentwickeln. Das Herzstück ist eindeutig die Anleitung zur Entwicklung und Evaluierung eines eigenen palliativen Versorgungskonzeptes. Da bleibt nur noch der Wunsch, dass das gedruckte Wort von den Pflegeanbietern mit Leben gefüllt wird und am Ende eine pflegerische Versorgung von älteren und sterbenden Menschen steht, die deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.