"Hospice" reißt musikalisch gesehen keine Bäume aus, aber das muss es auch nicht. Denn was Peter Silberman und Co. hier abliefern, ist Musik, die die Seele streichelt, gepaart mit Lyrics, die eine aufwühlende und traurige Geschichte erzählen. Zusammen vereint es sich in einer Schönheit, welche das ganze Album durchzieht. Für mich ohne Zweifel die Platte des Jahres.
Zwei Jahre isolierte sich Peter Silberman von der Außenwelt, um "Hospice" zu schreiben, und wenn man diesen Umstand kennt, begreift man die tiefe Emotionswelt, die er vermittelt.
Das Konzeptalbum handelt von einem todkranken Mädchen im Hospiz. Die Geschichte wird durch die Perspektive einer Krankenschwester erzählt, die sich für das sterbende Kind aufopfert, obwohl eine Dissonanz besteht. Die Achterbahn der Gefühle fährt los.
"Hospice" bietet aber optimistische Lichtblicke. "Bear" ist eine euphorische Fanfare auf das Leben, "Wake" explodiert gen Ende und geht in eine Hymne über, die das Leben und nichts als das Leben feiert.
Kurz gesagt ist "Hospice" mit Sicherheit kein Album für gesellige Runden, zum "Nebenbeihören". Man muss es erleben.
9,5/10