Animationsfilme aus dem Hause Dreamworks sind in den letzten Jahren so was wie ein Stammgenre für Komponist John Powell geworden. Seine Scores zu 'Kung Fu Panda 1 + 2', 'Ice Age 2 + 3' oder auch 'How To Train Your Dragon' sind atemberaubend und einfach großartig! Umso logischer ist es, dass er auch für den damaligen Kinohit 'Horton Hears A Who!' ('Horton Hört Ein Hu!') den Score schrieb. Der Film selbst war für mich zu viel des guten, einfach over the top! Allerdings hat die brachial, schöne Filmmusik von Powell viel herausgerissen, wenn nicht sogar den Film gerettet. Ein unglaublich abwechslungsreicher Soundtrack, mit wunderbaren Themen.
Von den Themen gibt es einige, da wäre gleich zu Beginn das sanfte und schöne Stück für Horton selbst, die dramatische und auch witzig, schmissige Musik zu Huville, mit einigen Jazzelementen und auch das fiese, hinterlistige Kängurumotiv. Innerhalb der 60 Minuten variiert Powell, wie ein Wahnsinniger die Themen, besonders großartig sind die Hortonvariationen. Dazu empfehle ich unbedingt 'Mountain Chase': Ein unglaublich mitreißender und brachialer Titel, der viele Ennio Morricone Anleihen hat. Die peitschende Stimme, die das Hortonthema performed, dazu im Hintergrund die Musik der Hus, wirklich genial und einer der besten Titel auf der CD!
Während Powell in 'Mountain Chase' mit einigen Westernelementen arbeitet, so bedinet er sich in anderen Teilen der Musik mit ganz anderen, unterschiedlichen Stilen, wie etwa Jazz, Elektrosynths, besonders die verzerrte Melodie in 'The Quest' oder die rythmischen Beats in 'Into Whoville/ Breakfast With The Mayors' und 'Banana Wars' sind witzig und passend!
Daneben lässt Powell seine Musik mal sehr dramatisch und episch klingen, mit viel Chor- und Trompeteneinsatz. Dazu empfehle ich vor Allem das wuchtige Finale, das mir besonders im Film aufgefallen ist. Die drei Titel 'We Are Here', 'Symphonophone' und 'Jojo Saves The Day' stellen dieses wundervolle Finale dar. Der Gesang der Hus mit 'We Are Here', dazu das verrückt, spielende Orchester im Hintergrund und die Hauptthemen im finalen Einsatz: Wahnsinn!
Zum Schluss erwähne ich noch die tolle 'Horton Suite', die alle wichtige Themen zusammenfasst und den längsten Titel auf der CD darstellt. Ein mehr als passender Abschluss! Gott sei Dank ist auch nicht der unpassende Song von Horton und dem Bürgermeister der Hus mit auf der CD, das Lied hat wirklich nicht gefallen und passt auch weder zum Film, noch zum Score'
Leider gibt es ein wenig Kritik: Die Stücke sind alle viel zu kurz! 34 Titel und alle sind ungefähr eine Minute lang bis auf etwa vier Ausnahmen. Wenn man den Score über MP3 Player hört, hat man immer zwischen den Titeln eine kurze Unterbrechung, wie etwa bei 'Star Wars Episode I ' The Deluxe Edition'. Warum Powell seine Musik so zerstückelt hat, ist mir unbegreiflich, zwar kann man seine Highlights so schneller finden, dennoch ist dies für das Hörvergnügen etwas schädlich, denn die meisten MP3 Player können die Titel nicht direkt ineinander übergehen lassen, das funktioniert meistens nur übe die Anlage oder PC.
Das ist aber Meckern auf höchstem Niveau, meistens stört mich es nicht, wenn die Stücke ineinander übergehen, nur hier ist es etwas nervig. Dennoch bin ich mehr als überzeugt von Powells Arbeit, wieder mal ein Beweis für mich, dass er ein grandioser Komponist ist, der es immer wieder schafft mich zu überraschen. Besonders seine Animationsscores hauen mich um. 'Horton Hears A Who!' ist eine abwechslungsreiche, fetzige und starke Filmmusik, die nur so vor Energie strotzt. Eine klare Empfehlung für Scorefanatiker!