Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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73 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Biografie mit viel Gefühl und Humor, 15. Oktober 2007
Diese Biographie ziert ein Bild des Ausnahmekochs Horst Lichter, dessen zwei Leben in diesem Buch beschrieben werden. Die vielen guten Fotos, das Format und auch das Gewicht des Buches erinnern dabei eher an einen Bildband.
Der Autor Markus Lanz lernte Horst Lichter in einer Kochshow kennen und fand dessen Lebensgeschichte so interessant, dass er sich mit ihm für eine Woche in die Stille und Abgelegenheit eines Klosters in Südtirol zurückgezogen hat um zu reden. Hier erfährt er, dass hinter dem scheinbaren Clown ein Mensch mit einer ernsten Geschichte steckt.
Der Autor beschreibt die Kindheit des Kochs und seine Jahre bis zum ersten und zweiten Zusammenbruch mit 26 und 28 Jahren. Nach einer Kochlehre versauert Horst in Schnitzelküchen und nachdem er jung geheiratet hat, fängt er schließlich in einer Brikettfabrik am Niederrhein im Schichtdienst an, damit er das obligatorische Häuschen, das er für seine kleine Familie gekauft hat, schneller abbezahlen kann. Nebenbei arbeitet er auf einem Schrottplatz, um noch mehr Geld nach Hause bringen zu können.
Mit 26 Jahren, nachdem seine erste Tochter dem plötzlichen Kindstod erlegen ist und kurz später auch sein Vater stirbt, erleidet Lichter einen Schlaganfall. Er ist ohne Bewusstsein und nur das mutige Eingreifen seiner Ärztin bringt ihn wieder zurück ins Leben. Obwohl er schon damals merkt, dass er sein Leben so nicht fortsetzen kann, rüttelt ihn erst sein zweiter Zusammenbruch zwei Jahre später wach.
Er sieht ein, dass er etwas Grundsätzliches ändern muss und verwirklicht seinen Traum vom eigenen Laden". Dies ist zunächst eine Halle mit einer Ansammlung von Trödel und alten Fahrzeugen. Später backt Horst Pfannkuchen für Motorradfahrer, die vor seinem Domizil anhalten. Heute ist die Oldiethek ein in ganz Deutschland bekanntes Restaurant, das bereits eineinhalb Jahre im Voraus ausgebucht ist.
Markus Lanz hat nicht nur mit Horst Lichter geredet, sondern auch mit Menschen, die in seinem Leben wichtig waren und sind: Seine Mutter, seinen Ausbilder, die Ärztin, die ihm das Leben rettete, Kollegen wie z.B. Johann Lafer und andere.
Die Fotos zeigen natürlich oft die Hauptperson, aber auch die Oldiethek, die Landschaft und die Menschen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Leider gibt es unter den Bildern keine Erklärungen, was manchmal hilfreich gewesen wäre.
Die Schrift zwischen den Bildern ist groß und zweizeilig gedruckt, so dass man auf 236 Seiten nicht allzu viel zu lesen hat. Aber das, was dort steht, ist sprachlich ausgefeilt, pointenreich und niemals langweilig oder reißerisch dargestellt. Markus Lanz trifft immer den passenden Ton, mal heiter, mal ernst, und zitiert sehr oft die Menschen, die er interviewt hat. Für Leser, die den Kölner Dialekt nicht beherrschen, übersetzt er ins Hochdeutsche. Ich habe viel lachen, an manchen Stellen jedoch, wie z.B. bei dem Tod der Tochter, auch weinen müssen.
Fazit: Egal, ob man Horst Lichter schon kennt oder ihn noch kennen lernen möchte, dieses Buch kann ich nur empfehlen. Es ist sehr unterhaltsam und kurzweilig, die Fotos sind geschmackvoll und stellen Horst Lichter in nachdenklichen und auch lustigen Posen dar (z.B. gibt es eine Fotostrecke über das Styling seines Schnauzbartes). Es ist das Erstlingswerk von Markus Lanz, Redaktionsleiter und Moderator des RTL Magazins Explosiv, und ich hoffe, es folgen noch weitere.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Herrlich menschlich, 19. Dezember 2007
Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott - mich hat schon der Titel in Verbindung mit dem beeindruckenden Foto auf dem Cover direkt gepackt und nachdenklich gemacht.
Die Story selbst ist wunderschön geschrieben, und Markus Lanz zeigt mit seinem Erstling in Wort - und vor allem sehr beeindruckend auch in Bild - das Lichter ein Mann ist, der nicht nur Gags reißen kann und sich mit Lafer kabbelt, sondern dass sein Leben nicht immer so leicht war, wie es im Fernsehen oft den Anschein hat.
Das Buch packt vom ersten Wort an und ist einfach nur rührend und ergreifend beschrieben. Gleichzeitig aber gelingt es immer, doch irgendwie eine heitere Grundstimmung beizubehalten. Dies vermittelt den Eindruck, dass Lichter hier in seinen zwei großen Lebensphasen - in der wirklich schweren von damals und der etwas einfacheren und muntereren von heute - perfekt dargestellt wird.
Mein Fazit: Ein echtes Muss für jeden Koch- oder Lafer,Lichter,Lecker-Fan!
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bilderband mit flotten Sprüchen , 21. März 2009
Macht es eine Biografie wirklich interessanter, wenn man weiß, dass Horst Lichter seinen Bart mit dem Siemens sensation pur föhnt und mit Gard Haarlack ultrastrong in Form hält? Für mich nicht.
Viele Abbildungen, die zwar sehr schön sind, aber die Biografie mehr zu einem Bilderband machen. Der großzügige Zeilenabstand und die großzügig eingefügten Überschriften nebst den Abbildungen füllen die Seiten natürlich schnell, vorteilhaft fand ich das nicht. Gemessen an dem Titel des Buches bin ich davon ausgegangen, dass Horst Lichter eine Menge zu erzählen hatte; doch dem schien nicht so.
Insgesamt hat sich sein Leben nicht wesentlich unterschieden von denen vieler Tausender anderer auch: Mopeds, Ford, Kohlebau, Freundin, Frau, Hausbau, zu früh geheiratet, zu viel Arbeit, zu wenig Geld. Ich denke, dieser Verlauf kommt vielen seines Jahrgangs bekannt vor und die, die in gleicher Gegend gewohnt haben, können sich wahrscheinlich vollends damit identifizieren.
Keine Frage ist es erschreckend, wenn ein Mensch zweimal dem Tod so nahe Auge im Auge gegenübersteht, doch auch das ist etwas, was die Welt jeden Tag zig zehntausendfach erlebt. Allerdings heißen die nicht Horst Lichter und gehen deswegen in der Masse unter und finden nicht mal als Kurztext in der Presse Erwähnung.
Dass Horst Lichter sich nicht einmal mehr an den Namen seiner verstorbenen Tochter erinnern kann, finde ich traurig und erschreckend zugleich, doch gehört das wohl zu seinem Verdrängungsmuster. Selbst seine Mutter sagt: "Horst hat das alles sehr weh getan. Zugeben würde er das nie." Tja, hätte er es mal getan, dann wäre es nämlich eine authentische Biografie geworden. Aber in diesem Buch findet sich vorrangig der Mensch wieder, den wir von der Bühne kennen, immer lockeres Sprüchchen, immer ein Augenzwinkern, immer ein Grinsen und selbst die erschreckenden Erfahrungen seiner beiden schweren Erkrankungen noch mit einem Witzchen unterlegt oder abgeschlossen.
Vielleicht wagt Herr Lichter noch einmal einen zweiten Anlauf. Dann sollte er allerdings den Mut haben, selbst zu schreiben, sich mehr Zeit nehmen als ein paar Tage im Kloster und ihn als Mensch insgesamt beschreiben und nicht in Situationen, in denen es in seinem Leben eng" wurde auf andere Persönlichkeiten verweisen, wie die beispielsweise mit Stress umgehen etc. Wenn man dem lieben Gott gegenübersteht und das eigene größte Probleme immer noch die Frage ist, wann man reden kann, um dem Krankenhauspersonal zu sagen, dass man Pippi machen muss, dann war man(n) doch noch mehr auf der Erde als sonstwo (Gott sei Dank!).
Fazit: Für mehr als 3 Sterne hat es nicht gereicht, denn von diesem Buch habe ich mir mit diesem Titel einfach mehr erwartet. Aber insgesamt war es eine "ich erzähl mal ein paar Späßchen aus meinem Leben"-Show, lustig zu lesen, aber nicht haltend, was versprechend.
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