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Produktinformation
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Bis zum Tod Janssens im August 1995 notierte sich der Publizist und Historiker Fest, was Janssen -- selbst ein blendender Erzähler und Rhetoriker -- zur zeitgenössischen Kunst, zu Kollegen und Verwandten (etwa dem legendären "Tantchen") und zu sich selbst zu sagen hatte: Etwa 400 Aufzeichnungen, die nun für diesen Band gesichtet und überarbeitet worden sind. So entsteht das fassettenreiche Bildnis des Künstlers sowohl als nachdenklicher, aber auch als erzürnter Mann, das auch sprachlich überzeugt. Da stören auch die wenigen Erinnerungsfehler nicht, die manchmal durch abgedruckte Illustrationen, auf die sie bezogen sind, entdeckbar werden. Denn alles in allem ist Fests Hommage an eines der großen Genies der Grafik mehr als gelungen.
Fest ist eine Art Eckermann Janssens, und ein sehr guter noch dazu: Weitgehend ohne kommentierende Einschübe zeichnet der Autor das Porträt eines faszinierenden Künstlers, dessen Zeichnungen zum Besten gehören, was die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland zu bieten hatte: Eine Collage aus aufgezeichneten Selbstzeugnissen, die ein umfassendes Gesamtbild ergibt. So viel jedenfalls ist sicher: Was man bei Fest über Janssen erfährt, ersetzt mehrere Monografien. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
mos. Von Karl Kraus stammt das Wort: «Je näher man ein Wort anschaut, desto weiter blickt es zurück.» Ein Verdikt, das vor allem für jeden Versuch gelten dürfte, eine «Biographie» zu schreiben über einen der wohl verstörendsten-vielgesichtigen Zeichner des 20. Jahrhunderts: Horst Janssen (1929-1995). Der Publizist, Historiker und langjährige Herausgeber der «FAZ», Joachim Fest, hat mit Bravour dieses Dilemma gemeistert durch sein soeben erschienenes «Selbstbildnis (Janssens) von fremder Hand». Ihm gelingt mit dieser selbst kreierten biographischen Gattung das Kunststück, die Summe seiner über 25 Jahre währenden Freundschaft mit Horst Janssen zu ziehen durch den (bewusst jeden Kommentar ex post meidenden) Rückgriff auf die rund 400 autobiographischen Notate zu seinen Gesprächen mit dem exzentrischen «Fürst der Zeichnung». Dessen abgründig-widersprüchliches Psychogramm bringt Fest auf eine Formel, in der sich Distanz und Bewunderung verschränken: «Janssen war direkt, scharfsinnig, wunderbar einfallsreich.» Indem Fest nicht mehr will, als «ein paar Züge zum Bild des merkwürdigsten Menschen beizusteuern, der einem begegnen konnte», entsteht weit mehr als ein Janssen-Porträt aus bewegten und bewegenden Momentaufnahmen. Der notwendigerweise fragmentarische Charakter dieses Porträts wird vielmehr für den Leser zum Movens produktiven Imaginierens. Fests biographische Annäherung an Horst Janssen erweist sich als ein Lektüre-Glücksfall jener seltenen Art, für den Janssen selber das Wort geprägt hat: ein «Picknick der Phantasie». -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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