In Form einer Aufsatzsammlung widmet sich "Horror als Alltag" ausgesuchten Aspekten der Serie "Buffy the Vampire Slayer". Hervorzuheben sind für mich die Beiträge von Annika Beckmann, Carmen Dehnert, Ruth Hatlapa, Heide Lutosch und Lars Quadfasel.
- Beckmann & Lutosch zeigen eine interessante Gegenposition zu Rhonda Wilcox auf.
- Mit Hatlapas Verriss über die Spin-Off-Serie "Angel" können vielleicht auch Leser_innen, die sich nicht mit Genderthemen beschäftigen, etwas anfangen.
- Quadfasels Solobeitrag ist vermutlich der anspruchsvollste im ganzen Buch (und sogar die Fußnoten sind lesenswert), zusammen mit Carmen Dehnert gelingt dann auch noch eine interessante Analyse des Charakters Spike.
Das Vorwort liest sich etwas holprig, mit dem Beitrag von Dietmar Dath zur Episode "Restless" konnte ich stilistisch und inhaltlich wenig anfangen - das wirkte auf mich etwas zu angeberisch. Amüsant ist in diesem Zusammenhang der Verweis in einem vorigen Kapitel, dass sich an "Restless" das Bildungsbürgertum mal so richtig in puncto Referenzenjagd austoben kann.
Für Buffy-Nerds, die auch immer nur "Was, sowas guckst du?" zu hören bekommen, insgesamt ein lesenswertes Buch. Die vielen "Buffy"-Zitate machen Spaß und rufen die jeweiligen Szenen gut in Erinnerung, was zum Textverständnis beiträgt. Stilistisch sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Beiträgen bisweilen recht groß, da entscheiden dann wohl individuelle Vorlieben, was einem zusagt. Ein Stern Abzug, weil ich es mir manchmal etwas nüchterner gewünscht hätte.
Das Logo vom Verbrecher-Verlag passt witzigerweise super zu "Buffy".