Diese Horror-Sammlung enthält vier durchschnittliche Filme des Sujets auf 2 DVD's:
DVD 1
Dark Prince: Die durchaus aufwendig inszenierte US-Produktion aus dem Jahr 2000 handelt von Vlad III. Tepes (der Pfähler)(1431-1476)der insgesamt dreimal der mit harter Hand regierende Fürst der Walachei war, aber insgesamt mehr Lebenszeit in osmanischer und ungarischer Gefangenschaft zugebracht hat und später dem irischen Schriftsteller Bram Stoker als Vorlage für seinen Dracula diente. Der Film erzählt die Geschichte der historischen Persönlichkeit durchaus geschichtsgetreu, aber zugleich auch naiv, vereinfacht und etwas oberflächlich. Man kann sagen diesem Film fehlt etwas der Schliff um von einer gänzlich gelungenen Inszenierung sprechen zu können. Auch scheint mir die Belegung der Titelrolle mit Rudolf Martin nicht ganz passend zu sein. Wobei dieser in der Synchro mit einer total leidenschaftslosen Stimme ausgestattet wurde, die wohl die Gefühlskälte und grausame Berechnung des Originals zum Ausdruck bringen soll, aber das Sehvergnügen insgesamt massiv beeinträchtigt. Die schöne Jane March spielt die unbedarfte und angeblich nichts von der rüden Regierungsweise wissende Gemahlin Vlads, Peter Weller ist ein orthodoxer Kirchenfürst der Dracula hasst und fürchtet und Roger Daltrey stellt die ungarischen Könige Janos Hunyadi und Matthias Corvinus in Personalunion dar.
Insgesamt ist der Film weit mehr als Historienfilm denn als Horrorfilm anzusehen, obwohl die Grausamkeiten Vlads ja durchaus mal dargestellt oder an anderer Stelle zumindest gerüchteweise erwähnt werden. Auch die Mär von der Übernatürlichkeit und Unsterblichkeit des Pfählers wird vor allem gegen Ende des Films bedient, was mir jedoch weniger gefallen hat.
Den Kostümen und der auch sonst eher spartanischen Ausstattung sieht man das Low-Budget an, da aber vermutlich tatsächlich in Rumänien gedreht wurde ist wenigstens etwas Lokalkolorit durch Schauplätze und Statisten garantiert.
Insgesamt bei weitem kein Spitzenfilm, aber dennoch wird hier auf interessante und unterhaltsame Weise eine filmische Lücke, trotz zahlreicher Dracula-Verfilmungen, endlich geschlossen (4 Sterne).
White Skin: In dieser ausgesprochenen kanadischen Low-Budget-Produktion macht der
Literaturstudent Thierry in Quebec die Bekanntschaft mit der geheimnisvollen Musikstudentin Claire und verliebt sich sehr schnell in sie.
Im Laufe des Films stellen er und sein Mitbewohner Henri zu ihrem Missvergnügen bald fest, dass Claire und ihre Familie wahrlich eine Spezies für sich sind.
Das geringe Filmbudget hat den bemerkenswerten Vorteil, dass Thierrys und Henris Welt von der WG, U-Bahnstation bis an die Universität und andere Schauplätze sehr realistisch wirken und nicht abgehoben wie in vielen Hollywood-Produktionen.
Ein kleine, aber gut inszenierte Horrorproduktion (4 Sterne).
DVD 2
Trance: Eine in einem verlassenen Winkel Irlands spielende Schauergeschichte, die sich vom Mainstream abhebt ohne jedoch wirklich überzeugen zu können.
Es geht um das alkoholsüchtige Ehepaar Nora und Jim, die zusammen mit ihrem kleinen Sohn, mal wieder die geheimnisvolle Familie Noras besuchen wollen.
Angekommen muss Nora entdecken, dass ihr schräger Onkel Bill (Christopher Walken)
im Keller des heruntergekommenen Familiensitzs eine gruselige weibliche Moorleiche
hütet, die zu Lebzeiten eine keltische Druidin gewesen sein soll und sich im
weiteren Verlauf als gar nicht so tot erweist und es insbesondere auf Nora abgesehen hat.
Aufgrund des Exotencharakters gebe ich für diesen etwas langatmig und verwirrend inszenierten Film 3,5 Sterne, sicherlich nicht für ein breites Publikum geeignet.
The Locals: Neuseeländischer Film über zwei nachpubertierende junge Männer aus Oakland die sich
auf dem Weg zum Strand irgendwo in der Provinz verirren und dort auf einige sehr paranormale Einheimische treffen und sich vor ihnen verstecken müssen. Ein nur bedingt sinniges Katz-und-Maus-Spiel, mit ein paar Actioneinlagen und vielen Stereotypen und vielen Logikfehlern. Aufgrund des Exotencharakters kann ich hier immerhin 3 Sterne vergeben.
Die Bild- und Tonqualität der ja doch recht zusammenkomprimierten Filme ist im Grunde nicht zu beanstanden. Enttäuschend ist natürlich, dass der Originalton fehlt und nur die deutsche Synchronisation enthalten sind. Untertitel gibt es natürlich auch keine.
Insgesamt würde ich nicht unbedingt eine Kaufempfehlung abgeben wollen, andererseits kann man bei dem Preis auch zugreifen, ein gewisser Unterhaltungswert ist ja immerhin gegeben und das Preis-
Leistungsverhältnis stimmt durchaus. Daher aufgerundete 4 Sterne von mir.