Nahezu jede Seite bietet ein oder mehrere Fotos mitsamt einem kurzen Kommentartext, der den Film, das Erscheinungsjahr und ein paar kurze Infos zur betreffenden Aufnahme liefert. Das können ein paar Worte zu den abgebildeten Darstellern sein, aber auch Hintergrundinfos zum Dreh oder eine kurze Zusammenfassung der Motive des Films. Eine Chronologie zur Geschichte des Horrorfilms, eine leider unvollständige Filmografie sowie eine Bibliografie mit weiterführender Literatur schließen den Bildband ab.
Schon das erste oberflächliche Durchblättern erfreut jeden Cineasten: Die Bildauswahl ist großartig gelungen und die Qualität der abgebildeten Fotografien sehr hoch, was nicht zuletzt an dem hochwertigen Papier liegt. Es gibt sowohl Standbilder aus den Filmen als auch Produktionsentwürfe, Kinoplakate, Aufnahmen während des Drehs sowie Werbefotos zu begutachten, Schwarzweißaufnahmen wechseln sich mit Farbfotografien ab. Dabei sparen die Macher nicht mit Ekelfotos, wie sie dem Genre nur allzu gerecht werden: Ob die aus Menschenhäuten zusammengenähte Gesichtsmaske von Leatherface oder die hässlich verzerrte Teufelsfratze der besessenen kleinen Regan, der deformierte Schädel des jungen Jason Voorhees oder der grässlich zugerichtete Körper eines Opfers im Haus der 1000" Leichen. Allein die Fotos bieten schon genug Grund zum Gruseln. Aber auch der subtile Horror wird passend dargestellt, sowohl mit sinnlich-edlen Bildern wie aus Bram Stoker's Dracula" als auch ästhetisch beeindruckenden Aufnahmen wie aus Alien". Besonders hervorzuheben ist die Auswahl der Fotos in Bezug auf weniger bekannte oder erfolgreiche - nichtsdestotrotz aber wichtige - Filme, denn ihnen wird ebenso viel Platz eingeräumt wie den Kassenschlagern des Horrorgenres.
Neben all diesen tollen Fotos darf man aber nicht die dazugehörigen Kapiteltexte vergessen. Diese quellen geradezu über vor weiteren Filmtiteln, zu denen kein Bildmaterial vorhanden ist, kurzen Inhaltszusammenfassungen, Interpretationsansätzen, Intentionen der Regisseure, allgemeinen Informationen zum jeweiligen Kapitelthema und vielem mehr. Einziger Wermutstropfen ist die unvollständige Filmografie, in die nur ein Bruchteil der vorgestellten Werke Einzug gehalten hat. Bei einer solchen Masse an genannten Filmen wäre eine vollständige Liste absolutes Muss gewesen. Den Gesamteindruck kann dieser Umstand indes nicht beeinträchtigen, ebenso wenig wie die wenigen inhaltlichen Fehler -beispielsweise wurden einmal zwei Namen vertauscht -, die sich eingeschlichen haben.
Horrorfans kommen bei dem tollen Bildband Horror Cinema" aus dem Hause Taschen voll auf ihre Kosten. Grandiose Fotografien, die das Besondere der vorgestellten Filme hervorragend zur Geltung bringen, informative Bildkommentare und Texte, denen man nicht nur das Fachwissen der Autoren, sondern auch ihre Hingabe zum Genre anmerkt, sorgen dafür, dass man dieses Buch immer wieder zur Hand nimmt.