Beim NDR wiederentdeckt ? Wie konnte so etwas denn verloren gehen ? Oder ist es nur ein Verkaufsgag ?
Das letzte Konzert von Horowitz in Deutschland, 1987, in Hamburg.
"Mozart: Klaviersonate Nr. 13;Rondo KV 485
+Schubert / Liszt: Valse-Caprice Nr. 6 "Soirees de Vienne"
+Schumann: Kinderszenen op. 15
+Chopin: Mazurka op. 33 Nr. 4;Polonaise Nr. 6
+Zugaben - Schubert: Moment musical D. 780 Nr. 3;
Moszkowski: Morceau caracteristique op. 36 Nr. 6 "Etincelles""
Horowitz war 82( oder 84) ,damals. Dass er das ein oder andere Mal daneben greift, kann man sicher dem Alter zuschreiben. Wäre die Interpretation überragend, würde man darüber hinweghören.
Die Interpretation ist es, die mir missfällt.Horowitz-Anhänger werden dies sicher anders hören'"....Wenn die Ära eines Künstlers zu Ende geht, dann sind das immer ganz besondere Momente. Mitunter solch beeindruckende Erlebnisse, dass man sie die man sein Leben lang nicht vergisst. Horowitz zu hören, ob zum letzten oder zum ersten Mal, war immer einer dieser Momente. Der unter die Haut gehende Klang, die fesselnde Tiefe seiner Interpretationen, die einen besonders im Leisen atemlos machten "...aber ich finde die Wiedergabe höchst unausgeglichen. Stark betonte Forte-Stellen, nicht überzeugende Phrasierungen. Im dritten Satz der Mozart Sonate unorganisch gehämmert, ohne Charme, die Kinderscenen von Schumann ebenfalls sehr unausgeglichen. Man höre "Haschemann" von Horowitz zB in Vergleich mit Martha Argerich.Oder das massive Donnern beim "Ritter vom Steckenpferd" Auch im Vergleich mit ihm selbst. You tube hat eine Aufnahme aus London, die viel ausgeglichener ,poetischer ist.
Auch die Chopin zerfällt in einzelne Passagen, nun kann man es befriedigend finden, dass plötzlich einzelne Stimme extrem herausgehoben werden, aber die Struktur des Stücks, oder genauer, der üblichen Hörgewohnheit wird zerstört.
"So frei mit Zeit umzugehen, Phrasen zu beschleunigen, anzuziehen und wieder loszulassen - schlichte und natürliche Gesten, die heute nicht mehr jedem Pianisten so wichtig zu sein scheinen. Und bei Mozart heute mitunter als deplaziert gelten. Die Tradition der Ära Horowitz, zu der auch Größen wie Artur Rubinstein und Svatoslav Richter gehörten, war darin unnachahmlich." So euphorisch war nicht nur diese Stimme.
Wie genau hört man hin, wenn eine Legende spielt, und wenn es dann auch noch ein Abschiedskonzert ist ?
Hat man dem Künstler einen Gefallen getan mit der Veröffentlichung dieses Dokuments. Die Fans werden sicher mit JA antworten, ich meine eher NEIN.
Das konnte Horowitz zu anderen Zeiten besser.
Schade.