Aufnahmen der Mozart-Hornkonzerte gibt es viele ï¿ die StÃcke gehören zum Standard Repertoire fÃr das Instrument. Trotzdem sind natÃrlich beileibe nicht alle gleich.
Mozart schrieb die Werke im Zeitraum von 1783 bis 1791 fÃr Joseph Leutgeb, einen Freund der Familie, der sich in ganz Europa einen Namen als Interpret gemacht hatte und den der Komponist auch als Menschen und Freund sehr mochte.
Heute hat sich fast jeder bedeutende Hornist durch seine Interpretation dieser Konzerte auf einem TontrÃger verewigt, jedoch sticht aus der Masse dieses Angebots die Aufzeichnung mit dem Hornisten Gerd Seifert und dem Berliner Philharmonischen Orchester unter Herbert von Karajan deutlich hervor.
Kaum eine anderer KÃnstler begeistert den Zuhörer durch eine derart meisterhafte Auslegung der genannten StÃcke. WÃhrend sich die ehemals sehr hohe technische Anforderung an den Hornisten heute nach Erfindung des Ventilhorns in Grenzen hÃlt, verlangen die Werke immer noch ein sehr hohes Maþ an MusikalitÃt, das von den Solisten und Orchestern leider nur selten erfÃllt wird ï¿ gerade bei der Literatur der Klassik wird oft nur wenig SorgfÃltigkeit bei der Interpretation aufgewandt.
Allerdings braucht man sich darum bei dieser Aufnahme keine Sorgen zu machen. Schon das Orchester macht seinem Ruf als Weltklasseensemble alle Ehre, indem es mit viel Engagement die typische Freude und Ausgelassenheit Mozarts reflektiert. Herbert von Karajan, der fÃr seine eher langsamen Tempi bekannt war, bringt das beste vor allem aus den zweiten SÃtzen der Konzerte zum Vorschein und schlÃgt eine BrÃcke zwischen dem vermeintlich Einfachen und dem Genialen in Mozarts Kompositionen. Keineswegs wirken die Tempi zu langsam oder gar schleppend; vielmehr zeigen sie schöne Nuancen auf, die bei anderen Orchestern meist verloren gehen - dadurch eben, dass in unserem Zeitalter auch in der Musik alles nicht schnell genug zu gehen können scheint.
Der Hornist Gerd Seifert steht dieser schönen Darlegung der StÃcke in keiner Hinsicht nach, perfekt harmoniert er mit dem Orchester, Ãbernimmt als Hornist selbstsicher die FÃhrung und bezaubert den Zuhörer mit einem sanften, warmen und runden, fÃr Mitteleuropa sehr typischen Hornklang. Mal spielerisch im ersten, stÃrmisch im zweiten, romantisch im dritten oder heroisch im vierten Konzert lÃsst Seifert sein Instrument in verschiedenen GefÃhlen schwelgen, ohne jemals Ãber das Ziel hinaus zu schieþen. Nie spÃrt der Hörer Unsicherheit oder Beschwerlichkeit, manche Intonationsschwierigkeiten bei anderen Hornisten werden hier gekonnt gemeistert, viele schwierige IntervallsprÃnge, schnelle Passagen und schwierige hohe Töne spielt Seifert mit Leichtigkeit.
Kurz gesagt hat man das GefÃhl, dass sowohl der Solist als auch das Orchester ein tiefes inneres VerstÃndnis fÃr Mozart entwickelt haben und dessen Kompositionen mit einer Meisterhaftigkeit spielen, dass die Werke selbst nach x-maligem Hören nie abgedroschen erscheinen können. Und so sollte es doch sicherlich im Idealfall immer sein. Leider ist das Booklet nur sehr dÃrftig ausgefallen, was man bei DEM deutschen Klassik-Label anders erwartet hÃtte, z. B. fehlen Informationen Ãber den Solisten. Allerdings ist die Aufnahme wie gewohnt technisch ausgezeichnet und trotz der Tatsache, dass sie schon von 1969 ist und ï¿digitally remasteredï¿ wurde (was dem Hörgenuss Ãbrigens keinerlei Abbruch tut), kann sich wohl in jeder Hinsicht kaum eine andere CD der Mozart-Hornkonzerte mit dieser messen.