Das Lehrbuch ist in 5 Teile gegliedert.
Der 1. Teil beschäftigt sich kurz mit der Geschichte der Endokrinologie.
Im 2. Teil (Biochemie von Hormonen - Ein Ausflug in die Grundlagen) werden zu Beginn
Basisinformationen zu den Eigenschaften der Hormone, zur Synthese und zur Bedeutung
innerhalb des Hormonsystems geliefert.
Danach werden im umfangreichsten Abschnitt des gesamtes Buches die
verschiedenen Hormontypen und -Rezeptoren vorgestellt. Die Autoren beschränken sich
nicht nur auf Hormone der Vertebraten, sondern gehen auch noch detailliert auf Hormone
der Invertebraten ein.
Die Beschreibung der einzelnen Hormone/Hormonrezeptoren ist sehr gut strukturiert
(Einführung, Struktur bzw. Biochemie und Genetik ,Physiologie, Phylogenese) und hat mir
sehr gut gefallen.
Eine Fülle von Abbildungen mit Informationen zu Gen- und/oder Proteinaufbau runden die
Beschreibungen ab. Sehr interessant fand ich die Darstellungen der phylogenetischen
Abhängigkeiten, die durch die Analyse von Gendatenbanken ermöglicht und
visualisiert wurden.
Für alle, die kurze Zusammenfassungen lieben oder notgedrungen Detailinformationen
lernen müssen, sind die Steckbriefe ein hervorragendes Hilfsmittel. In diesen umrahmten
Boxen werden in hochkonzentrierter Form die relevanten Informationen zu den einzelnen
Hormonen aufgelistet. Praxis-Tipp von mir: Einfach Seiten kopieren, Steckbriefe ausschneiden
und in gesammelter Form zum Lernen benutzen. Perfekt wäre es für mich, wenn im
Anhang alle Steckbriefe zum Heraustrennen vorliegen würden.
Der 3. Teil (Hormonphysiologie) beschäftigt sich mit den Organen des Hormonsystems,
den Regulationsmustern, den Sekretionsryhthmen und der Evolution der Hormonbildung.
Es werden die verschiedenen Areale des Gehirns, die eine wesentliche Rolle im Hormonsystem
spielen, vorgestellt. Mir haben die sehr schöne Abbildungen, die die Lage der Hormonproduzierenden
Zellen im Gehirn illustrieren, gefallen. Sie haben für mich sehr zum Verständnis beigetragen.
Analog dazu werden die endokrinen Drüsen (Schilddrüse, Darm, Pankreas, Nebenniere, Gonaden) beschrieben.
Wie schon im 2. Teil werden die Organsysteme bei den Invertebraten vorgestellt.
Wer wissen möchte, wie die Fortpflanzung oder wie der Zuckerstoffwechsel geregelt wird, dem
empfehle ich das Kapitel Regulationsmuster. Spannende Informationen. Welche Ryhthmusgeber
die Freisetzung der Hormone steuern/regulieren, kann man im Kapitel Sekretionsrhythmen erfahren.
In diesem Forschungsbereich wird es noch viel zu tun geben.
Im 4. Teil (Medizin und Hormone) werden zahlreiche Krankheiten des endokrinen Systems beschrieben.
Es war interessant zu lesen, wie die Analysen dieser Krankheiten das Verständnis für das endokrine System
erweitern haben.
Was haben Hormone mit Doping zu tun? In dem letzten Kapitel des Buches bekommt man eine Einblick
in die leistungssteigernde Wirkung verschiedener Hormon. Die gesundheitlichen Risiken beim Einsatz
verschiedener Hormone werden beschrieben.
Im 5. und letzten Teil des Buches (Anhang) befinden sich hilfreiche Ergänzungen (Glossar, chem. Strukturen der Aminosäuren) und Literaturzitate.
Fazit
Eine klare Kaufempfehlung für all diejenigen, die sich interessehalber oder aus beruflichen
Gründen eingehender mit Hormonen und dem Hormonsystem beschäftigen wollen oder
müssen. Das Buch kann sowohl als Einstieg in die Thematik als auch in der täglichen Praxis als Nachschlagewerk benutzt werden. Die sehr gute inhaltliche Strukturierung und die Steckbriefe helfen bei der Bewältigung der enormen Informationsvielfalt. Die zahlreichen Abbildung erleichtern das Verständnis
komplexer Zusammenhänge. An der einen oder anderen Stelle könnte ich mir vorstellen, dass farbige
Abbildungen eine schnellere Erfassung der z.T. recht komplexen Mechanismen erlauben.