Kurzbeschreibung
Praxisbezogene Bewertung der ver schiedenen Hormone und unterstützenden Dopingsubstanzen, die heute im Bodybuilding eingesetzt werden. Ausgehend von den körperlichen und pharmakologischen Voraussetzungen wird jeweils das leistungssteigernde Potential untersucht und dargestellt, welche Medikamente in welcher Dosierung von Bodybuildern angewendet werden.
Die Wahl der Dopingmittel wird nicht selten von der Beschaffungssituation und vom Preis diktiert: Wo handelsübliche Medikamente zu teuer sind, oder nicht mehr erhältlich, wird auf ausländische, bzw. auf Schwarzmarktpräparate zurückgegriffen. Entsprechend wird auch auf den Schwarzmarkt für Dopingmittel mit aktuellen Preisen eingegangen.
Der Einsatz von Hormonen als Dopingmittel im Sport ist heute weit verbreitet. Als Arzt weiß der Autor die verschiedenen Substanzen einzuschätzen und ist in der Lage, eine fundierte Beurteilung möglicher Nebenwirkungen, sowie der von Bodybuildern angewandten Gegenstrategien vorzunehmen. Dabei geht er von den heute im Kraftsport üblichen Dosierungen aus, und greift dort, wo eine Bewertung nach wissenschaftlichen Kriterien aufgrund fehlender Untersuchungen nicht möglich ist, auf seine Erfahrungen mit dopenden Sportlern zurück.
Mit dem äHormon-Report liegt erstmals ein umfassendes Werk vor, das die aktuelle Dopingsituation wissenschaftlich, aber unvoreingenommen beschreibt.
Die Alternative zu Synthol
Da es offiziell kein steriles Injektionsöl ohne Wirkstoff zu kaufen gibt und das Schwarzmarktprodukt äSynthol (siehe Leseprobe zu diesem Buch) schwer erhältlich ist, verwenden die meisten Bodybuilder normales Speiseöl, bevorzugt Sesamöl, das auch als Injektionsöl für viele anabole Steroide verwendet wird. Das meist aus Drogerien erstandene Sesamöl weist natürlich keinerlei Sterilität auf, so daß Abszesse die häufige Folge einer solchen Injektion sind [persönliche Mitteilungen]. In einem Fall lagerte sich das Öl permanent im Muskel ab und es kam zu Knoten und Verhärtungen im Muskel, die sich nicht wieder zurückbildeten [persönliche Mitteilung]. Daher lassen sich manche Athleten in einer Apotheke steriles Sesamöl in Multiinjektionsfläschchen abfüllen und injizieren dieses in die entsprechenden Muskelpartien [persönliche Mitteilungen].
Wichtiger Hinweis
Die hier angeführte Anwendung von Sesamöl/äSynthol soll allein der Aufklärung dienen, auf keinen Fall aber als Anleitung für den äsicheren Gebrauch dieser Substanzen. Für etwaige Schäden, die aus der Nachahmung der im vorliegenden Buch angeführten Dopingprogramme resultieren, bzw. Schäden durch die Einnahme einzelner Dopingsubstanzen, wie hier oder im Buch aufgeführt, kann weder vom Autor, noch vom Verlag eine Haftung übernommen werden.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Dabei steht er dem Gebrauch leistungsfördernder Medikamente sehr kritisch gegenüber und lehnt einen Einsatz solcher Präparate zu leistungssteigernden Zwecken prinzipiell ab. Doch kann man, so seine Meinung, als Arzt eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik nicht grundsätzlich ablehnen. Vielmehr ist es ärztliche Pflicht, sich anhand von objektiven Quellen (zu denen die heutige Presse sicherlich nicht gehört) sachlich zu informieren und sich daraus eine klare Meinung für zukünftige Diskussionen zu bilden."
Auszug aus Hormon Report. von Jürgen Hoffmann. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
In der Öffentlichkeit wird diese Problematik von den Athleten jedoch nur äußerst ungern angesprochen. Die meisten verneinen gegenüber Außenstehenden die Einnahme leistungssteigernder Substanzen, um den Sport und sich selbst in Schutz zu nehmen. Wer jedoch »Insider« ist, weiß, daß Doping und Anabolika bei vielen fester Bestandteil des Trainings sind. Die wachsende Beliebtheit der entsprechenden Präparate bei Freizeitathleten zeigt auch die Tatsache, daß selbst bei den sogenannten »Figur-Klassen« der Bodybuilder der Gebrauch von solchen Substanzen eher die Regel als die Ausnahme ist.
Dem Autor ist als Insider die Problematik des Dopings im Bodybuilding bestens bekannt. Es handelt sich dabei um eine medizinische Grauzone, zu der ein Arzt kaum Zugang hat. Ein Außenstehender würde kaum die hier dargelegten Informationen bekommen. Die folgende Darstellung soll wesentliche Einblicke geben, wie und in welchen Dosierungen anabole Steroide und andere leistungssteigernde Medikamente im Wettkampfbodybuilding und im Freizeitsport heutzutage angewendet werden. Es soll in einer unvoreingenommenen und nüchternen Betrachtungsweise dargestellt werden, welche Rolle Dopingpräparate im Bodybuilding spielen, und daß das Wettkampfbodybuilding in seiner heutigen Form ohne den Gebrauch solcher Substanzen nicht existieren würde. Gleichzeitig wird aufgezeigt, welche Gefahren bei der Einnahme solcher Substanzen drohen, und es wird eine Einschätzung der Verbreitung dieser Dopingpraktiken gegeben.
Der Verfasser dieses Buches ist Arzt und betreibt selbst seit vielen Jahren Bodybuilding. Dabei hat er sich ausführlich mit der Dopingproblematik speziell in dieser Sportart befaßt. Durch zahlreiche Gespräche und Diskussionen mit vielen Athleten in Fitneßstudios oder auf Meisterschaften hat er im Laufe der Jahre einen tiefen Einblick in die gängigen Dopingpraktiken dieser Sportler bekommen.
Ausschnitt aus dem Kapitel 3.4 Sonstige Substanzen Sesamöl/ Synthol:
Eine Möglichkeit, schwache Muskelpartien zu verbessern, ist das regelmäßige Injizieren von Sesamöl in den betreffenden Muskel. Durch häufige und voluminöse Injektionen sammelt sich das Öl im Muskel an und dieser nimmt an Umfang zu. Besonders beliebt ist diese Therapie für die Oberarme und die Waden [303, persönliche Mitteilungen]. Zumeist werden 5-10ml Öl pro Muskel verwendet, zum Beispiel jeweils 8ml in den linken und rechten Bizeps und jeweils 8ml in den linken und rechten Trizeps [persönliche Mitteilung].
Diese Mengen werden jeweils zu gleichen Teilen in die verschiedenen Muskelköpfe injiziert, wobei diese Prozedur ein bis mehrere Male pro Woche durchgeführt wird. Dadurch seien Umfangsverbesserungen von 3-8cm in 2 Monaten möglich, ohne die Definition des Muskels zu beeinträchtigen [persönliche Mitteilungen]. Ein Bodybuilding-Amateurweltmeister soll so seinen Oberarmumfang in einem halben Jahr um 8cm vergrößert haben [persönliche Mitteilung].
Auf dem Schwarzmarkt ist mittlerweile Synthol erhältlich, ein angeblich steriles Injektionsöl zu genau dem genannten Zweck [225, persönliche Mitteilung]. Die auf dem Etikett genannte Firma existiert offiziell nicht. Es dürfte sich wohl um ein Untergrundlabor handeln, das dieses Öl produziert. Laut [225] sind folgende Inhaltsstoffe enthalten: Synthetic intramuscular fat acid (87,375%), selenium, magnesium, potassium, diaspartate, lidocaine hydrochloride, benzylalcohol, Vitamin B-12, anabolic activator (125mg per ml).
Empfohlen werden 3 Injektionen pro Woche in den betreffenden Muskel für einen Zeitraum von 1-2 Monaten. Umfangsvergrößerungen der Arme oder Waden von 5-7cm sollen dadurch möglich sein und die Verbesserungen sollen sechs Monate bis zu einem Jahr erhalten bleiben [225, 256]. Die Erfahrungen der Athleten scheinen recht gut zu sein: Auch wenn die Umfangsvergrößerungen eher etwas geringer ausfallen, so sind sie doch deutlich sichtbar. Von Abszessen berichtete keiner der Sportler. Als einzige Nebenwirkung wird ein Schmerz für etwa zwei Tage im betreffenden Muskel angegeben. Der Preis für 100ml dieses Öls auf dem Schwarzmarkt liegt bei 250,- bis 700,- DM.
[225] Notes from the Underground: Bizarre Approach to New Muscle Growth. Muscle Media 2000 (1996) 55: 110
[226] Sizemore M (1998) The Anabolic Advantage. The Liberty Company, USA
[303] Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG Hamburg (1996) Blond, stark und tot. Der Spiegel 17: 140-153
[persönliche Mitteilungen] Informationen, die der Autor im Verlaufe seiner Recherchen von Sportlern erhalten hat.
Hormon Report listet 303 Quellenangaben, ohne persönlichen Mitteilungen