Die Autoren Jasmin und Phillipp Matzinger beschreiben in diesem Buch ihre Reise mit zwei BMW F650GS durch Amerika und Afrika.
Die Reise startet im Frühjahr 2003 in den USA und führt über Mittelamerika, bis nach Ushuaia, dann weiter von Kapstadt über Westafrika zurück nach Europa. Es gibt viele Bilder, auch kleine Kartenausschitte mit der Route. Das Schreibtempo ist human, man findet die Zeit über die gerade beschriebene Etappe nachzudenken. Es gibt wenige Sprünge, und es sind auch nur sehr wenige "Ecken" der Reise augelassen worden. Die zwei Autoren wechseln sich ab, so sieht man die Reise durch beide Augenpaare, die einer Frau und die eines Mannes.
"Horizonte" ist schön ausführlich. Viele eigene Impressionen der Autoren sind niedergeschrieben, viele eigene Beobachtungen und Überlegungen. Das Buch ist eine Mischung von Abenteuer-Roman und Doku (80/20): die Autoren kümmern sich abwechselnd um alle Themen die so ein Reisebericht beinhalten sollte. Die Reise selber, die Technik, die Menschen, die Länder, die eigenen Beobachtungen, die eigenen Gefühle und Gedanken - alles findet seinen Platz.
Ganz, ganz gut haben mir die Überlegungen zu dem Entwicklungsstand der Länder gefallen (z.B. Cola Light als Entwicklungs-Barometer) und die Erkenntnisse dass wir hier in Westeuropa viels durch die Medien-Linse sehen (z.B. die Mentalität der Äthiopier zum Thema Arbeit).
Viele, viele Informationen die man in keinem Reiseführer findet.
Das einzig negative an diesem Buch sind die (leider) vielen Druck- oder Schreibfehler.
Wenn man darüber hinweg schauen kann, ist "Horizonte" eines der besten aktuellen Motorrad-Reisebücher die ich gelesen habe.