Da ist es nun also, das neue und erste Album der "Super-Group" THE DEAD WEATHER, bestehend aus Alison Mosshart (The Kills), Dean Fertita (Queens Of The Stone Age), Jack Lawrence (The Raconteurs)und Mastermind Jack White, der hier die Drumsticks in die Hände nimmt, wie schon zu Beginn seiner Karriere des Öfteren. Und man hört sie schon raus, irgendwie, die Einflüsse von White Stripes und Raconteurs, aber dann, plötzlich, kommt alles ganz anders.
"Horehound" beginnt noch zahm und Erwartungen-steigernd mit "60 Feet Tall". Es raschelt, klappert und dann hört man die ersten Instrumente, diese Blues-Gitarre, stampfende Drums, nach 50 Sekunden setzt der Gesang von Alison Mosshart ein und man weiß der Rhythmus bestimmt hier alles !! Nach drei Minuten findet der Song seinen Drive und raus kommt ein explosiver Blues-Rocker.
Es folgen "Hang You From The Heavens", die erste Single des Albums und "I Cut Like A Buffalo", wo jetzt auch Jack White seine Stimmbänder einsetzen kann. Der Song ist eher langsam, aber voller Groove und das Organspiel bestimmt den Song.
"So Far From Your Weapon" stammt als einziger Song allein aus der Feder Alison Mossharts und kommt daher genau so cool rüber, wie bei den Kills ihre Songwriter Qualitäten zu hören sind. "Treat Me Like Your Mother", die zweite Single der Platte, ist so energiegeladen, voller Tempiwechsel und atemberaubend, dass man denkt, jetzt haben The Dead Weather alle Karten aufgedeckt. Weit gefehlt. Es folgen vielleicht die zwei besten Songs des Albums: "Rocking Horse" und "New Pony". Erster kommt als düsterer, psychedelischer Garagenrocker mit Stimmverzerrern daher! Und dann..."New Pony"...
...1,2,3,4 stampft, rockt und bluest es so gewaltig, wie in den besten Momenten des White Stripes Debütalbums oder auch wie bei Black Sabbath. Schweißtreibender Rhythmus und eine Alison Mosshart, die mitten im Break immer wieder mit dreckiger Stimme fordert "Come over here pony!" Wahnsinn! Ein Bob Dylan Song genial gecovert.
"Bone House" weiß mit Gitarreneffekten zu überzeugen, die die ganze Spielfreude der Truppe zusammenfasst und gegen Ende wieder Mosshart völlig außer Rand und Band: "I build a house, I build a home! " Dann "3 Birds", ein instrumentales Stück, umgeben von komischen Sounds & Noises umschließt perfekt die Aura dieser Platte. Als nächster "No Hassle Night" - Nein, hektisch fängt der Song nur zu Beginn an und schwingt dann weiter über in die Nacht, die Dunkelheit und das Düstere, wie auch schon in "Rocking Horse".
Man spürt schon nach den ersten paar Songs, dass "Horehound" ein außergewöhnliches Album ist, dass wirklich keine Wünsche offen lässt. Die Erwartungen werden mehr als übertroffen und sollte man völlig ohne Erwartungen in das Hörvergnügen stürzen, wird man wahrscheinlich weggeblasen von den Geistesblitzen der Band.
"Will there be enough water, when my ship comes in?" fragen White und Mosshart im letzten, super abrundenen Song. Dunkle Pianoklänge, leidenschaftliche Gitarre, sich langsam steigernd endet "Horehound". Und ich frage, wird es genug Beifall nach dieser Vorstellung, nach diesem Monster-Album geben?