In einem verkommenen alten Wohnblock im Stadtrand hängt der Haussegen mehr als schief. Die Mieter sind alles andere als auf Rosen gebettet und von Zufriedenheit keine Spur. Zwielichtige Gestalten gehen ein und aus, die Polizei wirft höchstens mal von aussen einen Blick rein. Ein Obdachloser (Isaiah Washington) und sein an den Rollstuhl gebundener Kumpel haben sich notdürftig das Kellergeschoss bewohnbar gemacht, immer in der Gefahr, aufzufliegen und vom Hausmeister (Ice-T) rausgeschmissen zu werden. Die desolate Situation wird noch angespannter, als immer wieder Ratten auftauchen, die zunehmend aggressiv werden. Bald gibt es Tote und die Bewohner sehen sich gezwungen, aus ihren Wohnungen zu fliehen.
Es gibt Filme, die mit ihrer Eigenwilligkeit punkten und solche, die damit Mühe machen. "Hood Rats" (Universal Pictures, 2002) gehört eher zur zweiten Sorte. Der Spannungsaufbau und die Inszenierung machen eine holprigen Eindruck. Die künstlerischen Verzerrungen an einigen Stellen wirken bemüht und effekthascherisch. Die Figuren wirken nicht unbedingt so, dass sie einen als Zuschauer für sich einnehmen könnten. Damit gräbt sich das Ganze selbst das Wasser ab, denn wie soll man da als Zuschauer das Interesse beibehalten? Selbst wenn der Film, was eigentlich löblich ist, sozialkritische Aspekte einbauen will, sollte die Dramaturgie in eine ansprechende Form gebracht und bei der Inszenierung die nötige Sorgfalt angewendet werden. Schade, dass hier so wenig zusammenpasst. Daher kann sich dann die an sich überschaubare Laufzeit von 83 Minuten doch ziemlich in die Länge ziehen.
An Überzeugungskraft fehlt es der DVD-Veröffentlichung insgesamt. Als Bonusmaterial gibt es nur den Filmtrailer und etwas Programmvorschau. Das Bild im Format 1,85:1 (16:9) entspricht dem für die Zeit üblichen Standard, doch für die beiden Tonspuren (deutsch und englisch) in Stereo kann man das nicht behaupten. Zudem gibt es keinerlei Untertitel zum Film. Insgesamt eine ziemliche Sparübung.
Fazit: Für das Genre "Creature-Feature" stellt der Film nur sehr bedingt eine Bereicherung dar. Böse gesagt: schwach angefangen, stark nachgelassen. Wer unbedingt einen Film mit aggressiven Nagern braucht, darf beherzt zugreifen, aber die Leinwand hat andere wilde Viechereien zu bieten, die interessanter sind, z. B. weisse Haie oder Riesenkrokos aus dem "Lake Placid". Weil die Nachlässigkeiten nicht erst bei den DVD-Machern, sondern schon bei den Filmemachern angefangen haben, reicht das höchstens für zwei von fünf Rattengiftpackungen und einen Anruf beim Kammerjägergeschwader.