Aus der Tschechoslowakei sind schon viele besonders gelungene Märchenverfilmungen gekommen. Dies ist unter ihnen eine besondere Perle, zumal das Märchen in Deutschland kaum bekannt ist.
Die Prinzessin ist bildhübsch aber zickig. Sie liebt es geradezu, ihre Umwelt unter ihren Launen leiden zu lassen. Als neuste Marotte hat sie sich einfallen lassen, kein Wort mehr zu reden. Ihr Vater, der König, verspricht demjenigen alle Schätze der Erde, der sie wieder zum sprechen bringt. Der sympathische Bauernbub Honza versucht es zunächst mit einem intensiven Genußkuss ihr auf den Mund. Und siehe da, es wirkt. Die Prinzessin ist jetzt lieb und friedlich und vor allem redet sie wieder. Aber leider ist die Wirkung nicht von Dauer und so ist sie alsbald wieder wie zuvor. Als sie dann auch noch eine Hinrichtung zulassen will, greift Honza zu einer nachhaltigeren Therapie. Er legt sie übers Knie und verhaut ihr den Po kräftig und gründlich. "Warum hilft mir keiner?" ruft sie und findet dabei ihre Worte wieder. Aber alle Anwesenen glauben, dass ihr das mal richtig gut tut. Es zeigt sich auch, dass eine zünftige Tracht genau das war, was sie mal gebraucht hat und deshalb ist diesmal die heilsamen Wirkung von Dauer.
Leider lässt sich der Film die Chance entgehen, die Zickigkeit des Luders etwas ausgiebiger nachzuweisen. Wenn Schweigen ihre Hauptmarotte ist, so hat dies den Vorteil, dass man sofort merkt, ob die gerade ein- oder ausgeschaltet ist. Andererseits ist mit Schweigen nicht gar so viel anzufangen, außer als sie die Hinrichtung zulassen will. Mit ein paar herrlich explosive Keif-Ausbrüchen wäre mehr anzufangen gewesen. Die Schlusspointe jedenfalls ist überzeugend und gelungen.