Nach Aufnahmen für die legendaeren 'SunRecords', 'Smash', 'Mercury', die jeweils in ihrer Gesamtheit als sehr gute CD-Box-Sets von Bear Family Records vorliegen, stand Jerry Lee Lewis Ende der 1970er ohne Plattenvertrag da. Er galt als unzuverlaessig, unberechenbar, unmanageable - und unproduzierbar. Angesoffen und mit vom Partying voellig zerstoerter Stimme spielte und sang er sich durch vor allem uraltes Material, und bis auf Ausnahmen machten andere die Songs, die er zuerst gesungen hatte, zu Hits.
Er machte danach Anfang der 80er ein superbes, zum grossen Teil hart rockendes und ein gutes Country-Album fuer Elektra, die 20 Songs sind zusammengefasst unter dem Titel 'Rockin' My Life Away' mit guten Liner Notes erhaeltlich, bald danach aber war er gesundheitlich und geschaeftlich am Ende.
Die hier vorliegenden Aufnahmen aus der ersten Haelfte der 1980er zeigen ihn nicht in Top-Form, bei etlichen Songs musste er noch einmal ins Studio, um seinen ersten Versuch zu uebersingen, und die Kompositionen sind zum grossen Teil Dutzendware, produziert mit mittelmaessigem Background-Chor, alles ein bißchen flach und uninspiriert. Aber es gibt auch ein paar Ausnahmen, wie eine wunderbar 'versoffen' groovende Interpretation von 'Only You', 'You better not look down' in einer frechen Version und 'Circumstantial Evidence' (there's no way to convict the Killer!!!).
Viel mehr gab es nicht mehr zu hoeren vom grossen wilden Mann des Rock'n'Roll: Der Soundtrack zum Film über die bewegte erste Phase seiner Karriere mit Dennis Quaid in der Hauptrolle, Rocket '88 mit Elvis' Backgroundsaengern der 50er, den 'Jordanaires' als Background-Gruppe zu ausnahmslos gefaellig aber gut eingespielten Oldies und schliesslich sein bisher letztes Album 'Young Blood' au der ersten Haelfte der 1990er mit Country und Rock'n'Roll.
In sofern kauft man dann doch auch die etwas schwaecheren Werke des grossspurigen Meisters am Rock'n'Roll-Piano.