Und wiedermal hatte ich einige Nächte Spaß mit einem Buch von Sophie Andresky. Diesmal gibt es etwas Neues: Neben den Kurzgeschichten, wie wir sie von ihr kennen (von satirisch über Krimi bis poetisch) erzählt sie in vier längeren Kapiteln vom Leben mit einem Männerharem. Sophia (ist es Sophie Andresky etwa selbst?)lebt in einer großen Wohnung zusammen mit dem Wikinger Sören, dem harten Paolo, dem Geishafetischisten Junichiro, dem jugendlichen Xaver und dem flippigen Party-Paddy. Obwohl diese Kapitel wie die dazwischen geschalteten Kurzgeschichten in sich abgeschlossen sind, macht es Spaß und Sinn, dass Buch der Reihe nach zu lesen, denn in den Haremsszenen gibt es auch immer wieder Hinweise, wie und warum die Kurzgeschichten entstanden sind. Man erfährt, wie Paolo in den Harem kam, warum Sophia eine goldene Fußfessel trägt, ob Junichiro mehr Mann oder mehr Frau ist, welches dunkle Geheimnis der schöne Sören hat und wie Xaver sexuell erwachsen wird. Überhaupt hat mir die Episode mit Xaver und der feschen Patentante im Dirndl am besten gefallen. Sörens Geschichte ist eher surreal (und die erotischen Seancen, die er abhält, würde ich auch gerne mal ebsuchen...) und Paolo war mir erotisch zu hart. Damit Sophie ihre fünf Männer nicht alleine "versorgen" muss, helfen ihr ihre beide Freundinnen Lena und Mathilda. Vom Sex her ist wieder mal für alle etwas dabei. Es gibt Kuschelsex, Latex, Fellatio und Cunnilingus in rauen Mengen, Gruppegetümmel, Sex im Freien, homosexuelles und vieles mehr. Obwohl ich mich erst daran gewöhnen musste, dass in diesem Kurzgeschichtenband ein kleiner Episoden-Roman versteckt ist, habe ich es sehr genossen. Und ich würde gern mehr lesen über die fünf Muske(l)tiere, die Sophia an die Wand stemmen, im Boudoir besuchen oder zu ihr in die Badewanne steigen. Ingesamt etwas unrealistischer als die "üblichen" Andresky-Geschichten, aber sehr lustvoll, denn eine Sexszene jagt die andere, und deshalb lesen wir sowas ja schließlich.