Mit diesem Werk liefert Bruce Broughton eine rasante Komödienmusik ab, die eindeutig in der Tradition der Cartoonmusik einzuordnen ist. Thematisch herrscht ein illustres, jazziges Thema für Saxophon vor, das schmissig bis halsbrecherisch vom ausgedehnten Orchesterapparat (ein Lob an die Musiker sei ausdrücklich erteilt) vorangetrieben wird. Beim Hörer dürften hier rasch Assoziationen an den seligen Leonard Bernstein und sein "Fancy Free" wach werden. Da bei Cartoon-Musiken waghalsiger Zitatenreichtum immer ein besonderes Aushängeschild war, darf hier einmal nicht vom Plagiat die Rede sein. Es kam (und kommt) nur darauf an, was der Komponist mit seinem Diebesgut anstellt. Über weite Strecken bleibt Broughton denn ohnehin bei seinen eigenen Zündungen. Diese sind gar erquicklich zu hören. Er spart sich kaum eine orchestrale Skurrilität und scheut keine stürmische Wendung in der emotionalen Ausdruckskraft, die das Genre bestimmt. Das anarchistische Geschick eines Scott Bradley läßt Broughton zwar etwas missen, aber es ist halt seine eigene Sicht des guten alten Hollywood (der abschließende Titel "That's all Folks!", der bekannte Abschiedgruß von Porky Pig bei WB, unterstreicht diese Nähe zum Cartoon schließlich nochmals). Mag Broughtons Partitur im Prinzip seit 1940 nichts Neues oder Innovatives bieten, so beglückt doch die handwerkliche Virtuosität das Herz des Liebhabers. Welchen Unterschied machen da schon 50 Jahre Verspätung aus.