In Taschenbuchform gibt die Buchreihe "Typenkompass" jeweils einen Überblick über die Auto- oder Motorradmodelle bekannter Firmen. Neben einer Kurzbeschreibung jedes Modells mit Bild sind es besonders die technischen Daten, die man schnell zum Nachschlagen parat haben möchte.
Leider patzt gerade hierbei Joachim Kuchs Werk "Honda-Motorräder seit 1970". Zum einen liegt das an der schier umwerfenden Modellvielfalt: es gab Zeiten, in denen Honda 81 neue Modelle in nur 18 Monaten auf den Markt brachte. Um dennoch 35 Jahre auf 144 Seiten zusammenzufassen, werden (zu) oft völlig verschiedene Modelle auf einer A5-Seite gemeinsam beschrieben. Die Modelle CM185T, CM200T und CM400T teilen sich so eine einzige Beschreibung. Die wohl erfolgreichste dieser drei Softchopper, die CM400T, wird in gerade einmal 14 Wörtern abgehandelt. Der Seitenumfang ist einfach zu knapp, um einer Firma mit so vielen Modellen gerecht zu werden.
Zum anderen haben sich selbst dann, wenn ein Modell zehn Jahre fast unverändert blieb wie die CB500 (1993-2003), ärgerliche Fehler in die Daten eingeschlichen. Die vordere Reifendimension stimmt nicht (100/80-17 statt tatsächlich 110/80-17), die Höchstgeschwindigkeit wird mit 176 statt 193 km/h angegeben und die Gewichtsangabe liegt mit 170 kg zwanzig Kilo unter dem korrekten Gewicht von 190 kg. Der kurzhubige 500er (Bohrung x Hub 73 x 59,6 mm) wird durch die falsche Angabe "Hub 79,6mm" zum Langhuber.
Da das Buch eher Informations- als Unterhaltungsanspruch hat, wiegen solche Patzer doppelt schwer. Als verlässliche Informationsquelle taugt dieser Typenkompass leider nicht, so dass ich auch angesichts des Preises eher zum Buch
Honda Motorräder seit 1948. Mit allen Modellen 2005 des gleichen Autors raten würde. Zwar wiederholt der Verlag dort einige der falschen Daten, beschreibt aber (dank vierfachem Umfang, 280 Seiten A4) zumindest die Modellgeschichte weitaus ausführlicher.