Zehn Jahre ist es nun schon her, dass die isländische Sangesgöttin Björk ihr Album "Homogenic" veröffentlichte, und damit den Musikmarkt vollkommen revolutionierte. Die Neuartigkeit und musikalische Wucht der Platte lässt sich allein daran erkennen, dass erst heute erste zaghafte Versuche unternommen werden, die einzigartige Mischung von klassischen Streicherinstrumenten und elektronisch erzeugter Bässe und Rythmen nachzuahmen und in der Popmusik zu etablieren.
Homogenic überzeugt dabei in jeder Hinsicht. Die markerschütternde Stimmgewalt der Isländerin Björk harmoniert perfekt mit den beinahe poetisch anmutenden, aussagekräftigen Texten. Viele der Songs dieses Albums, man denke nur an "Bachelorette" oder "Jóga", gelten noch heute als Meilensteine.
Oft hört man über dieses Album, es höre sich an, wie Island aussieht. Zunächst hört sich das nichtssagend an. Doch wenn es eine CD gibt, die dieses Prädikat verdient, dann ist es wohl diese. Die Schroffheit der Beats und Bässe auf der einen Seite, wie beispielsweise auf "Jóga" oder "5 Years", erinnern an Geysire, an einander Stoßende Erdplatten und Vulkanerruptionen.
Schließlich handelt es sich bei diesem Album nicht, wie so oft in der Popmusik, um eine bloße Ansammlung aufgenommener Lieder. So ergibt die Anordnung der einzelnen Tracks eine fast episch anmutende Symphonie. Das pulsierende "Hunter" liefert den Einstieg für das energiegeladene Album, dass sich schließlich auf "Pluto" zu seiner Klimax aufschaukelt, ("Excuse Me/ But I just have to/ Explode/ Explode this body/ Off Me.") um dann in dem ruhigen, atemberaubenden "All is Full of Love" zu münden, das schließlich den Neubeginn nach der Explosion symbolisiert.
Auch hierin lässt sich begründen, warum sich Homogenic so sehr nach Island anhört, wird doch hier die Struktur der altgermanischen Ragnarök-Sage aufgegriffen, überliefert durch den Isländer Snorri Sturluson.
Homogenic ist ein Stück Musikgeschichte und trotz seiner Vielschichtigkeit noch immer ein eingängiges Popalbum. Wenn es eine CD gibt, die einen sechsten Stern verdient, dann ist es wohl diese.