Das Buch von Roul Schrott ist schwierig zu lesen, es ist auch nicht wirklich gut struckturiert.
Dennoch bin ich davon überzeugt das er mit seinen Thesen auf der richtigen Spur ist. Die Topografie bei Karatepe passt nun wirklich sehr gut zur Beschreibung Homers.
Offenbar hat Homers eingene Welt einen wesentlich größeren Einfluss auf seine Erzählung gehabt als bisher angenommen. WIeviel griechische Bronzezeit bleibt da noch übrig? Wohl weniger als gedacht, viele Personen und Orte lassen sich nach Anatolien verorten.
Man muss da wohl umdenken. Der Fehler ist ja, dass man das Werk Homers als geschichtliche Quelle ansah, was sie aber nicht ist.
Korfmann hat doch Recht, er sagte ja über "Hissarlik": Troja war ein unbedeutendes Piratennest mit einigen Hundert Einwohnern". Und warum zogen die Mykener mit ihrer gesammten Macht gegen dieses Kaff? Das passt doch nicht. Schrott legt hier dar, dass Homer eigentlich den "heroischen Kampf" der Kilikier gegen die Assyrer schildert.
Gab es "den" Trojanischen Krieg? Sicherlich nicht. Alle Ausgräber betonen ja das "Hissarlik" durch Erdbeben zerstört wurde. Kämpfe lassen sich nicht nachweisen.
Und die Homerischen Helden?: Teilweise reine Fiktion, oder die Personen lassen sich auf Anatolische (Luwische)Vorbilder zurückverfolgen.
Leid tun mir die vielen Wissenschaftler und Hobby-Archäologen die durch die griechische Landschaft stapfen und irgendwelche "homerischen Orte" suchen, wie den Palast des Odysseus, den Palast des Menelaos oder das windige Enispe.
Das ist etwa so als wenn man in den Spessart-Wald läuft und das Lebkuchenhaus der bösen Hexe sucht die Hänsel und Gretel entführt hatte. Die Suche könnte auch hier etwas länger dauern.
Man sollte auf der Suche nach Ortschaften wohl eher in die südliche und südöstliche Türkei reisen. Somit hat Schrott dazu beigetragen den wahren Kern der homerischen Epen zu entschlüsseln. Ein anatolischer Mythos, für anantolische Zuhörer bestimmt. Griechisch ist nur die Sprache!