Es begann mit einer idealistischen, jungen Tierärztin, die sich um den ersten "hoffnungslosen" Fall in ihrer Karriere kümmerte. Ein ansonsten robustes Tier einschläfern, nur weil es blind ist? Das kam für sie nicht in Frage.
Es ging weiter mit einer jungen Frau aus Miami, die zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Katzen ihr Eigen nennt und vorübergehend bei einer Freundin wohnt, da sie und ihr Lebensgefährte sich getrennt hatten. Würden Sie in einer derartigen Situation eine dritte Katze zu sich nehmen? Nun, Gwen zögert nicht, als sie den kleinen Kater in den Händen hält.
In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte ab dem Moment als Homer in ihr Leben trat. Die Jahre in Miami, wie sie sich über Wasser hält, dann schließlich eine gutbezahlte Stelle findet, Anfang 2001 nach New York umzieht. Spannend die Ereignisse während der Sperrung von Manhattan nach dem Fall der Türme. Die drei Katzen sind allein daheim, die Einwohner dürfen in den ersten Tagen nicht in ihre Wohnungen zurückkehren.
Am besten hat mir jedoch das Kapitel gefallen, als sie und der neue Mann in ihrem Leben zusammenziehen. Auf Wunsch von Laurence ist das Schlafzimmer eine katzenfreie Zone. So etwas den drei Katzen zu vermitteln ist freilich schwierig und fortan üben diese sich im Katzenjammer vor der Schlafzimmertür. Ebenso unerfreulich ist es, wenn man Katzen hat, die gerne Bücher von Regalen fegen oder Schubladen und Tische leerräumen. Und wenn die Katzen dann nicht verstehen, warum auf einmal dieser Zweibeiner links von ihr auf dem Sofa sitzt, wo doch eigentlich der angestammte Katzenplatz ist ... Gott sei Dank hatte Laurence unglaublich viel Geduld!
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es sich bei den Dreien um Hauskatzen handelt, die in der Wohnung leben, nicht nach draußen dürfen. Positiv aufgefallen ist mir, dass Gwen ihren Katzen die Krallen nicht hat entfernen lassen wie es bei so vielen amerikanischen Haushalten üblich ist.
Homer selbst ist ein verschmustes, verspieltes, neugieriges Kätzchen. So wie ihn die Autorin beschreibt muss man ihn einfach liebhaben. Inklusive der Tatsache, dass er gefangene Palmwanzenleichen vor ihrem Bett auftürmt, damit auch Mama etwas Leckeres hat. Die gefangenen Fliegen hingegen frisst er selber ... ein blinder Kater, der Fliegen fängt! Man glaubt es kaum, was dieser Kater alles kann.
Alles in Allem ein aufbauendes Buch. Mut, Optimismus, Durchhaltevermögen, Freude ... all dies und noch viel mehr hat Homer seiner Mama vermittelt. Vielleicht ein typisch amerikanisches Buch, aber mir hat es sehr gut gefallen.
PS: Eines ist mir unverständlich, warum der Verlag auf dem Titelbild ein weißes siamesisches Kätzchen abgebildet hat. Homer selbst ist schwarz, schlank und elegant. Bilder von ihm sind auf der Webseite der Autorin einsehbar.