Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit ihrer ersten Studioaufnahme in sechs Jahren kehrt Miriam Makeba zu ihren Wurzeln zurück, feiert Südafrika und gleichzeitig ihre Rolle in diesem Land. "Masakhane" und eine Überarbeitung ihres internationalen Hits aus den 60er Jahren ("Pata Pata 2000") vermitteln eine positive Ausstrahlung mit ihren sprunghaften südafrikanischen Rhythmen und Harmonien. Aber Makeba ist auch eine vollendete Balladen- und Jazz-Sängerin. Beide Aspekte werden in Songs wie "Amaliya" und "Unhome" präsentiert, bei denen die Klavier-Passagen an den Township-Jazz von Leuten wie Abdullah Ibrahim und Chris MacGregor erinnern.
Aus Makebas Stimme klingt das Mit-Leiden und sie hat eine noch größere Gelassenheit erreicht, da sie älter geworden ist, aber sie klingt eigentlich nie alt, da kommt einem eine unglaubliche Energie bei dieser Platte entgegen. Jeder Track ist die reine Freude, aber die wirklichen Highlights kommen immer dann zum Vorschein, wenn die traditionellen Elemente betont werden und ganz einfach alles stimmt. Wenn Sie bisher geglaubt haben, dass Graceland oder Ladysmith Black Mambazo den Sound von Südafrika verkörpern, hören Sie einmal hier rein -- die südafrikanische Königin des Songs ist mit voller Stimmkraft zurückgekehrt. --Chris Nickson
Blue Rhythm (06/00)
Natürlich kann man geteilter Meinung sein. Man kann sich ärgern, dass sich die Grande Dame der südafrikanischen Popularmusik nach langjähriger Pause mit einem Album zurückmeldet, das vergleichsweise moderat mit den traditionellen Ausdrucksformen ihrer Heimat umgeht. Und sicher hat es keine verhunzt pseudotrendige Neuauflage von "Pata Pata" gebraucht, dem Song, von dem Miriam Makeba selbst behauptet, er sei einer ihrer unwichtigsten gewesen. Trotzdem ist "Homeland" ein gutes Album. Denn es verweigert sich ebenso diskret den heimlichen Klischees der Weltmusik, die da immerwährende Authentizität einfordern, wie es sich auf der anderen Seite dank textlicher Details und der noch immer auratischen Stimme Makebas nicht vor den Karren der Kommerzialität spannen lässt. Das Konsens-Potenzial von "Homeland" ist immens. Auch das ist ein Resultat von jahrzehntelangem Protest. Ein versöhnliches Zeichen der Zeit.
© Blue Rhythm - Ralf Dombrowski