Produkt: DVD (1)
Filmtitel: Homeboy. Produktionsland: USA. Premiere: 1988
Mit: Mickey Rourke, Christopher Walken, Debra Feuer, Thomas Quinn u. A.
Regie: Michael Seresin. Drehbuch: Mickey Rourke. Musik: Eric Clapton und Michael Kamen
Bild: gut / Farbe / Breitbildformat. Sprache: englisch. Synchronisation: nur deutsch. Untertitel: keine. Filmlänge: 111 Minuten
Genre: Sozialdrama > Boxerdrama > Außenseiterdrama
Specials: keine
Homeboy ist ein atmosphärisch starkes, berührendes und aufwühlendes Drama. Seine Qualität besteht nicht in Effekten, sondern seiner Konzentration auf gewöhnliche Menschen, bzw. Außenseiter der Gesellschaft. Die Subkultur der unterdurchschnittlichen Boxwelt inklusive krimineller Manager und Ganoven prägt das düstere Drama eines begnadeten Kameramannes (Midnight Express, Birdy), dessen Regie bei diesem Film die einzige blieb. Darum ein Ausnahmefilm. Mickey Rourke schrieb das Drehbuch selbst und seine damalige Gattin spielte den weiblichen Part. Der Film wird begleitet von einem nostalgischen musikalischen Thema, das die Seele des Zuschauers anrührt. Rourke spielt einen Boxer, dessen Einsätze lebensgefährlich sind, da sein Gehirn durch viele Schläge geschädigt ist. Dennoch entschließt er sich zu einem Kampf, um der Betreiberin eines maroden Karussels finanziell zu helfen. Mickey Rourke spielt den Boxer authentisch ohne Eitelkeit und besitzt dafür auch die nötige Physis. Zudem ist seine Filmfigur ein Außenseiter mit Schrullen und eigenen, unüblichen Verhaltensmerkmalen, wie verzogenes Kinn, Wippen mit den Beinen, Tragen von Cowboyhut und Stiefel, blaue Jeans, Wortkargheit, unnötige Mätzchen im Kampf. Ein radikaler Antiheld, der durchschnittlich um seine Existenz boxt. Das Boxen ist hier nur eine Qual. Unsaubere Schläge, die umso mehr weh tun. Da wird gestoßen, gerangelt, hingelangt und gelitten. Bis der erlösende Gong kommt. Die Zuschauer sind nicht interessiert an den Schmerzen der Männer, sondern deren Schlägen. Eine brutale, kalte, gefühllose Welt. In diese Düsternis verirrt sich eine zarte, romantische Liebe zweier Menschen. Das Mädchen steht felsenfest zum Außenseiter Rourke und dieser erfährt zum ersten mal ein Gefühl von Angenommen- und Gewolltsein. Durch diese Gnade entschließt er sich, sein größtes Opfer für das Mädchen zu bringen, indem er unter Lebensgefahr zum letzten mal in den Ring steigt.
Ein sehr gutes Drama.