Jeff Bridges ist einer der Menschen, der Eindruck macht, ganz egal, was er tut. Ob er sich sozial betätigt (vor 20 Jahren gründete er ein Netzwerk zur Bekämpfung des Hungers der Welt), Filme macht, fotografiert, malt oder seine erste Musik-CD herausbringt: Das Ergebnis ist immer eine runde, wertvolle Sache, die sich nicht abnutzt sondern, wie Kunst sein soll, immer wieder neue Tiefen entfaltet.
Seit Bridges auf dem Soundtrack von Starman eine Version von "Dream" gesungen hat dachte ich, warum singt der eigentlich nichts? Seit ich die fabelhaften Baker-Boys gesehen habe und las, daß er es bedauerte, nicht auch einen Song beigesteuert zu haben (Michelle Pfeiffer sang dort das erste Mal in einem Film was auch sehr schön war) dachte ich auch: Schade, das hätte mich interessiert.
Aber Bridges ist bekannt dafür, nichts übers Knie zu brechen und geht beständig seien Wege. So ist es nicht überraschend, daß es doch eine CD von ihm gibt, wenn auch mit jede Menge "Verspätung". Aber es hat sich gelohnt: Bridges hat eine unglaublich markante Stimme, die zum Teil eigenen Texte entsprechen dem, wie man ihn kennt. Sie sind ungeheuer tiefschichtig, aber mit normalen Worten verfasst.
Man merkt, daß hier nicht gehetzt wurde und daß es auch nicht darum geht, einen Superstar zu bauen oder viel Geld zu verdienen (die Gewinne gehen übrigens komplett in seine Hilfsfonds). Nein: Er wollte Musik machen. Und er ist Künstler, so wie man "Künstler sein" heute leider nicht mehr versteht. Er ist ein verdammt guter Künstler und die CD ein kleines liebevoll gemachtes Kunstwerk, auf das er zu Recht sehr Stolz ist. Ein wenig im Stil wie Tom Petty singt er Balladen voll stoischer Ruhe und rockt auch mal ganz "ungekünstelt" drauflos. So viel Spaß es ihm machte, die Lieder einzuspielen, so viel Spaß macht es, sie anzuhören.
Ich glaube, eine der wichtigsten Eigneschaften, die Jeff Bridges zu diesem Ausnahmekünstler macht, der er ist ist: Er nimmt sein Publikum Ernst. Und, Herr Bridges, da spreche ich aus den Publikum heraus: Das Publikum nimmt sie dafür ebenfalls Ernst. Ich glaube auch, daß es das ist, was Sie sich am meisten wünschen.